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Havelland Heute Erdhaufen, morgen Freizeitpark
Lokales Havelland Heute Erdhaufen, morgen Freizeitpark
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12:55 21.02.2018
Sie suchen im Boden nach Kriegswaffen und Munition: Andy Safjulin (rechts) und Michael Kafka. Gefunden haben sie schon einiges. Quelle: Konrad Radon
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Elstal

Riesige Radlader und Bagger bestimmen das Bild auf dem rund neun Hektar großen Gelände, unmittelbar neben dem Schaugehege der Sielmannstiftung.

Die Berge aus Sand, die sich in der einen Ecke türmen, lassen ihn nicht unruhig werden. Im Gegenteil. "Man sieht doch, dass wir seit Baubeginn Anfang August schon was geschafft haben", sagt er. Gleich daneben tun sich bis zu fünf Meter tiefe Locher im Boden auf. Weiter hinten fährt ein Radlader in der Erde gefundenen Schrott weg und lädt ihn auf einem extra eingerichteten Platz ab. Dort lagern neben alten Fahrrädern, Kabeln und sonstigem Müll auch Teile eines Ural-Lkws der Roten Armee.

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Das gesamte Gelände wurde bis zur Wende militärisch genutzt, deshalb bekommt jeder Bagger, der eine neue Fläche auf dem Areal aufgräbt, Begleitschutz. Andy Safjulin und Michael Kafka von der Kampfmittelräumfirma Gerbera aus Königs Wusterhausen laufen neben den Maschinen her und prüfen jeden Aushub mit einer speziellen Sonde, die Metall anzeigt. In der Fachsprache heißt das kampfmitteltechnische Baubegleitung, die der Investor bezahlen muss. "Bis zu welcher Tiefe diese Geräte etwas anzeigen, hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Bodenbeschaffenheit", erklärt Andy Safjulin. Langweilig werde es in seinem Job nicht, "weil wir immer konzentriert sein müssen. denn das ist lebenswichtig". Seit neun Wochen sind sie vor Ort, haben schon Granaten, Kleinkalibergewehre und Handgranaten, alle sowjetischer Bauart, gefunden. Und sie werden bleiben, bis irgendwann alle Erdarbeiten erledigt sind.

"Bei all der schweren Technik, versuchen wir sorgsam mit der Natur umzugehen", sagt Steffen Krebs. Jeder Baum, jeder Busch, der erhalten werden kann, bleibt stehen. "Und die Zauneidechsen werden in die Döberitzer Heide umgesiedelt."

Im künftigen Karls Erlebnisdorf mit Bauernmarkt, Hofküche, Traktorbahn, Wellenrutsche und vielen Tieren wird sich dennoch fast alles um die Erdbeere drehen. "In einer Manufaktur im Eingangsbereich können die Gäste sehen, was man alles aus dieser Frucht machen kann", sagt Steffen Krebs. Allerdings, so verrät er, "bauen wir die Erdbeeren nicht in Elstal an, sondern die werden täglich vom Stammsitz in Rövershagen bei Rostock angeliefert". Und das hat seinen Grund: "Zwar dauert der Reifeprozess dort etwas länger, aber die Seeluft ist gut fürs Aroma."

Von Jens Wegener

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