Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Hochsaison an der Schönwalder Schleuse
Lokales Havelland Hochsaison an der Schönwalder Schleuse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:37 04.08.2014
Hauptsächlich Sportboote passieren die Schönwalder Schleuse. Der Frachtverkehr hat stark abgenommen. Quelle: Philip Häfner
Schönwalde-Glien

Die „Anni“ kündigt sich schon von Weitem an. „Schleuse Schönwalde, bitte kommen“, krächzt es aus dem Lautsprecher in Michael Mettings Büro. Der 35-Jährige gibt grünes Licht für die Einfahrt in die Schleusenkammer. Langsam tuckert die „Anni“ herein, die Besatzung wirft die Seile aus und vertäut den Dampfer an der Schleusenwand. Per Knopfdruck lässt Michael Metting die Tore schließen. Ein weiterer Knopfdruck setzt die Pumpen in Gang.

2400 Kubikmeter Wasser strömen in die Schleusenkammer, soviel wie 11000 Badewannen. Es gurgelt, blubbert und rauscht. Sechs Minuten später ist das Schauspiel vorbei, der Wasserspiegel zwei Meter gestiegen und die „Anni“ bereit zur Weiterfahrt. Michael Metting öffnet die Schleuse wieder und winkt zum Abschied. Dann kann der Dampfer seine Tour fortsetzen.

Jetzt in den Sommerferien passieren besonders viele Sportboote die Schönwalder Schleuse. Früh am Morgen stechen sie in Ketzin/Havel oder in Hennigsdorf in See, gegen 10 Uhr erreichen die Ersten dann Schönwalde. Nach zwei Stunden auf dem Wasser entstehen schon mal Bedürfnisse. „Darf ich meinen Hund mal kurz zum Pipi machen an Land lassen?“, fragt eine Bootsfahrerin und wirft Michael Metting am Ufer einen flehenden Blick zu. Der Schleusenwärter drückt ein Auge zu. „Ausnahmsweise“, sagt er.

Von seinem Schleusenwärterhäuschen aus hat Michael Metting den besten Überblick. Quelle: Philip Häfner

Der 35-Jährige hat an seiner Schleuse alles im Griff. Seit 15 Jahren arbeitet Michael Metting in Schönwalde, zusammen mit drei Kollegen. Früher, so erzählt er, habe es auf dem Havelkanal deutlich mehr Verkehr gegeben. Bei einem Schleusengang drängelten sich dann schon mal 30 Sportboote in der Kammer, „das war wie beim Tetrisspiel“, sagt Metting. „Aber die Zeiten sind vorbei.“ Seit der Eröffnung der Spandauer Schleuse im Jahr 2002 wählen viele Schiffer die Strecke durch Berlin, auch wenn sie neun Kilometer länger ist als die Route über den Havelkanal. „Der Kanal ist für die Schifffahrt nicht mehr so gut geeignet“, meint Michael Metting. Bei einer Wassertiefe von nur zwei Metern können die Schiffe höchstens sechs Stundenkilometern unterwegs sein. Auf der Spandauer Route dürfen sie doppelt so schnell fahren. Vor allem Lastkähne machen deshalb immer häufiger einen Bogen um Schönwalde. Nur noch die Polen kommen regelmäßig. „Sie machen mittlerweile fast 70 Prozent des Frachtverkehrs aus“, erklärt Michael Metting.

Seine Kollegen und er protokollieren jedes Schiff, das die Schleuse passiert. Die Zahlen werden später zur Auswertung an das Wasser- und Schifffahrtsamt in Brandenburg an der Havel übermittelt. Einmal im Monat kommen von dort Spezialisten nach Schönwalde, um die Schleuse zu warten. „Ein bisschen Öl hier, ein bisschen Öl da“, mehr sei es jedoch meistens nicht, so Metting.

Geschichte und technische Daten

Vor mehr als sechzig Jahren, am 28. Juni 1952, nahm die Schönwalder Schleuse ihren Betrieb auf. Die Bauzeit betrug 13 Monate.
Am Havelkanal ist es die einzige Schleuse. Der Havelkanal geht bei Niederneuendorf von der Oberhavel ab und trifft 34,9 Kilometer später bei Paretz wieder auf die Unterhavel. Er wurde vor allem deshalb gebaut, um das Stadtgebiet West-Berlins umgehen zu können.

Die Schleuse ist mit Ausnahme einiger Feiertage ganzjährig von 6 bis 20 Uhr (sonntags 8-20 Uhr) geöffnet. Sie wird vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg betrieben.
Die nutzbare Kammerlänge beträgt 85 Meter. Die Schleuse Schönwalde ist 12 Meter breit, ihre Kammerwände bestehen aus einfach verankerten Stahlspundbohlen. Der maximale Höhenunterschied zwischen Berg und Tal beträgt 2,25 Meter.

Der Schiffsverkehr ist in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen. So sank die Zahl der Schiffspassagen von Güter- und Fahrgastschiffen sowie Sportbooten allein zwischen 2000 und 2006 um 56 Prozent. Die Anzahl der geschleusten Gütertonnen ging noch stärker zurück.

Weitere Schleusen im Landkreis Havelland sind die Schleuse in Grütz sowie die Haupt- und die Stadtschleuse in Rathenow. häf

Eine Viertelstunde später. Die nächsten Boote fahren in die Schleuse ein. „Dicon“, „Mercutia“ und die „Anna“ aus Werder/Havel. Michael Metting passt auf, dass bei dem Manöver alles glatt geht. Kleine Pannen kommen schon mal vor, berichtet der Potsdamer: eine abgerissene Leine, ein querstehendes Boot. Einige Freizeitkapitäne seien ziemlich aufgeregt, wenn sie durch eine Schleuse müssen, „dabei ist das eigentlich auch nichts anderes als im Hafen anzulegen“, meint Michael Metting.

Anfang der Neunzigerjahre war trotzdem ein Lastkahn ins Schleusentor gekracht. Die Schleuse musste trockengelegt werden, tagelang ging auf dem Havelkanal gar nichts mehr. Auch in diesem Jahr war der Verkehr für kurze Zeit gesperrt, nachdem ein Sportboot ausgebrannt war. Im Mai wurde in der Schleuse dann eine Leiche entdeckt. „Tja“, sagt Michael Metting. „Es war wirklich schon einiges los in diesem Jahr.“

Von Philip Häfner

Havelland Langeweile Fehlanzeige im Optikpark - Grünes Klassenzimmer zieht Halbzeitbilanz

Nach drei Wochen sind die Initiatoren des Grünen Klassenzimmers zufrieden mit dem Zuspruch. "Die Angebote wurden bisher gut angenommen", sagt Betreuerin Mandy Rudolf. Vor allem an den Vormittagen bevölkern Hort und Kitakinder den Optikpark, um an den Aktionen teilzunehmen. Diese Woche wird das Klassenzimmer zur Leselaube.

04.08.2014
Havelland Beliebter Übergang kann noch nicht freigegeben werden - Kirchbergbrücke bleibt dicht

Die Kirchbergbrücke ist weiterhin voll gesperrt. In der Nacht zum 26. Juli war der Ast einer Weide abgebrochen und auf die Brücke gestürzt. Erst wenn das Geländer repariert ist, kann das Bauwerk wieder freigegeben werden. Allerdings hat die Stadt Schwierigkeiten, in der Ferienzeit kurzfristig einen Fachbetrieb für die Reparatur aufzutun.

03.08.2014
Havelland Das Sommerfest wurde wieder am angestammten Platz gefeiert - Gute Stimmung mitten in Ferchesar

Nach mehr als zehn Jahren fand das Sommerfest in Ferchesar erstmals nicht mehr auf dem Festplatz am Ortsrand, sondern wieder auf dem Dorfanger statt. Rund um die Kirche war die Stimmung am Samstag prächtig, das Kuchenbüffet am Ende restlos ausverkauft. Tagsüber gab es mittelalterliche Klänge, abends flotte Tanzmusik.

03.08.2014