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Havelland Hohe Haftstrafe für Brieselanger Raser
Lokales Havelland Hohe Haftstrafe für Brieselanger Raser
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13:49 08.10.2013
Blumen und Kerzen erinnern an die Verstorbene. Quelle: Konrad Radon
Nauen

Im Saal 10 des Amtsgerichtes Nauen herrschte am Montag große Stille, nachdem der Richter das Urteil gegen Dennis Bahn (Name geändert) verkündet hatte. Der 24-jährige Brieselanger muss wegen fahrlässiger Tötung zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Sein Führerschein wird für drei Jahre gesperrt. Bahn ist dafür verantwortlich, dass am nasskalten Abend des 10. November 2012 eine junge Frau im Brieselanger Forstweg starb.

Überzogene Geschwindigkeit, mangelnde Aufmerksamkeit

Der Angeklagte war damals allein und viel zu schnell mit dem Auto unterwegs gewesen. Er wollte zum Supermarkt, Chips für den Abend kaufen. Mindestens 80 Kilometer pro Stunde und maximal 96 km/h soll Bahn mitten im Ort gefahren sein, hat der Gutachter herausgefunden. Erlaubt war Tempo 50. Das Auto, ein Wagen mit 300PS, hatte die junge Frau, die am rechten Fahrbahnrand lief, ungebremst von hinten erfasst. Die 21-jährige Studentin, die an jenem Wochenende auf Elternbesuch in Brieselang war, erlag noch an der Unfallstelle schwersten Kopfverletzungen. An die Momente kurz vor und nach dem Zusammenprall konnte sich der Angeklagte am Montag nicht erinnern.

Mit dem Urteil ging das Schöffengericht weit über den Antrag des Staatsanwaltes hinaus, der ein Jahr und drei Monate auf Bewährung, zwei Jahre Führerscheinsperre und 2500 Euro Geldbuße gefordert hatte. Die fahrlässige Tötung sei erwiesen, sie müsse wie in ähnlich gelagerten Fällen geahndet werden, führte der Staatsanwalt an. Auch der Verteidiger plädierte auf Bewährung. Die Anwältin der Mutter des Opfers, die als Nebenklägerin auftrat, verlangte eine Freiheitsstrafe.

Die sah das Gericht aus mehreren Gründen als angemessen an: Der Angeklagte habe die Geschwindigkeit erheblich überschritten, obwohl die Sichtbedingungen wegen Dunkelheit und Regens schlecht waren, so der Richter. Bahn habe es an Aufmerksamkeit mangeln lassen, sonst hätte er die junge Frau aus etwa 30 Metern Entfernung sehen können. Das hatte das Gutachten ergeben und ebenso, dass es keinen Unfall mit derart schweren Folgen gegeben hätte, wenn Bahn der Sicht entsprechend gefahren wäre. Für das Gericht wogen auch die Vorbelastungen des jungen Mannes schwer: Er hatte mehrere Einträge im Verkehrsregister, war bereits wegen fahrlässiger Körperverletzung im Straßenverkehr bestraft worden. Nur wenige Wochen vor dem tödlichen Unfall in Brieselang war der selbstständige Kurierfahrer wegen deutlicher Geschwindigkeitsüberschreitung in Berlin mit einem Bußgeld bestraft worden. "Es klingt makaber, aber es war fast davon auszugehen, dass mal etwas passieren musste", sagte der Richter.

Während der Verhandlung brach die Mutter des Opfers immer wieder in Tränen aus. Sie wirkte auch neun Monate nach dem Unglück völlig verzweifelt. Krampfhaft hielten ihre Hände eine kleines Foto. "Meine Tochter hatte doch gerade angefangen zu leben", rief sie laut schluchzend in einer Beratungspause auf dem Gerichtsflur dem Angeklagten zu.

Der bleiche junge Mann mit kurzem Blondhaar saß fast die ganze Zeit mit hochgezogenen Schultern da, die Augen nach unten gerichtet. Sein Verteidiger, der um Milde für den 24-Jährigen bat, bezeichnete ihn als ambivalenten jungen Mann: als einen, der als Feuerwehrmann Gemeinsinn bewiesen und sich privat hochleichtfertig verhalten habe. Dennis Bahn sei wortkarg. Auch deshalb kämen Worte der Entschuldigung nur spärlich, erklärte der Verteidiger. Es tue ihm sehr leid. "Ich möchte es ungeschehen machen", flüsterte der Angeklagte. Zuvor hatte sich seine Freundin im Zeugenstand vehement für ihn eingesetzt. Sie beklagte, dass sie und Dennis Bahn als Mörder beschimpft worden seien, obwohl sie selbst gar nicht bei dem Unfall zugegen war. Dennis sei ein guter Mensch und habe sich beim Fahren an Geschwindigkeitslimits gehalten, beteuerte sie.

Verteidiger will das Urteil anfechten

Der Richter bezweifelte nicht, dass Dennis Bahn das Geschehene bereue: "Aber es ist alles zu spät. Der Verstand hätte vorher einsetzen müssen", sagte er. Der Anwalt des jungen Mannes will Rechtsmittel einlegen. Er halte das Urteil für überzogen.

Die Angehörigen der getöteten jungen Frau reagierten erleichtert. Sie finden die Strafe angemessen. "Vor allem ist der Führerschein entzogen. Jetzt kann er kein Unheil mehr anrichten", sagte die Mutter.

Von Anke Fiebranz

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