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Havelland Hohe Verluste bei der Ernte erwartet
Lokales Havelland Hohe Verluste bei der Ernte erwartet
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20:16 15.03.2018
Ein Kraftakt: Fast täglich muss Lutz Schröder die Reusen vom Kraut befreien. Quelle: JENS WEGENER
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Ketzin/ Havel

Im Normalfall braucht Fischer Lutz Schröder etwa zehn Minuten, um eine seiner insgesamt 20 Reusen, die er im Bereich der Ketziner Havel aufgestellt hat, aufzunehmen und zu leeren. Derzeit dauert diese Prozedur etwa eine Stunde. Nicht weil so viele Fische drin sind, sondern weil er das sogenannte Zielnetz vor der Reuse erstmal vom Kraut befreien muss. "Teilweise ist von dem Netz gar nichts mehr zu erkennen", sagt er und tritt den Beweis an: Er versucht den ersten Reusenstock anzuheben, was nur mit großen Kraftaufwand gelingt. Dann zeigt sich eine ekelige, grüne Masse, bestehend aus Kraut und Fadenalgen. "Ich muss das alles abschütteln, sonst geht kein Fisch in die Reuse" erklärt der aus Plaue stammende Schröder.

DieWasserpest wurde gestern mit einem Mähboot im Strandbad Ketzin entfernt. Quelle: Jens Wegener

Gestern reagierte die Stadt Ketzin/Havel auf den immer mehr zunehmenden Krautbewuchs und brachte im Strandbadbereich ein angemietetes Mähboot zum Einsatz. Wie ein kleiner Schwimmpanzer bewegte sich das Boot hin und her. In einer Art riesiger Mistgabel, die am Bug angebracht ist, sammelte das Boot das abgemähte Kraut und brachte es an Land. Von dort wurde es per Lkw abgefahren.

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Doch Mähboote auf der ganzen Ketziner Havel fahren zu lassen, davon hält Lutz Schröder überhaupt nichts. "Mal abgesehen von den Kosten würde das abgeschnittene Kraut wegtreiben und wieder an den Reusen landen." Im Prinzip sind Fischer wie Lutz Schröder gegen die Wasserpest machtlos. "Wir können nur zugucken, wie das Kraut wächst und immer wieder die Reusen freimachen." Er rechnet auf das gesamte Jahr bezogen mit Fangverlusten von etwa einem Drittel: "Erst kam der kalte Winter bis Ende März, dann kam das Hochwasser und das Treibgut aus der Spree und nun das Kraut. In diesem Jahr sind wir schon dreimal bestraft worden." Leider bekämen die Fischer nicht wie die Landwirte dafür irgend eine Entschädigung.

Die Ursache für die Wasserpest kennt auch Lutz Schröder nicht genau. Sicher habe sich in den letzten Jahren angedeutet, dass mehr Kraut in der Havel wächst. Im Gegenzug gebe es weniger Plankton, so Schröder. Der Nährstoffgehalt im Wasser nehme zu, verursacht vor allem durch die Gänse und die Wassertouristen, die alles mögliche ins Wasser leiten. Trotz des Ärgers wegen der Wasserpest verspricht Lutz Schröder: Der große Fischzug zum Ketziner Fischerfest Mitte August ist nicht gefährdet. Ob dann statt Kraut auch einige Fische im Netz sind, die man versteigern kann, wird sich zeigen.

Von Jens Wegener

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