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Havelland Holländisches Bataillon auf dem Übungsplatz
Lokales Havelland Holländisches Bataillon auf dem Übungsplatz
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00:19 28.08.2017
Ralf Goossens (re.) , Kommandeur des 42. Panzerinfanteriebataillons Limburg, mit Dennis Claaßen, dem stellvertretenden Kommandeur des Truppenübungsplatzes Klietz auf dem Großwudicker Biwakplatz. Quelle: Markus Kniebeler
Großwudicke/Klietz

Auf dem Biwakplatz des Truppenübungsplatzes Klietz in Großwudicke ist in diesen Tagen niederländisch die Umgangssprache. Das 42. Infanteriebataillon Limburg aus dem niederländischen Oirschot hat fünf große Mannschaftszelte bezogen. Rund 400 Soldaten mit 90 Fahrzeugen sind seit Anfang der Woche auf dem Gelände. 200 weitere haben auf dem Truppenübungsplatz in Altengrabow Stellung bezogen, von wo sie sich um die Logistik kümmern. Und am Freitag reiste eine Kompanie aus Belgien an – weitere 130 Soldaten mit 30 Fahrzeugen.

Es ist die größte Übung auf dem Klietzer Truppenübungsplatz in diesem Jahr. Die Niederländer bereiten sich auf eine verantwortungsvolle Aufgabe vor. Ab dem 1. Januar wird das Bataillon für ein halbes Jahr der Leitverband der European Battle Group – eine EU-Eingreiftruppe für Krisen und Konflikte. Es handelt sich um eine Bereitschaftseinheit: zum Einsatz kommt sie nur, wenn ein entsprechendes politisches Mandat vorliegt.

Oberstleutnant Ralf Goossens ist der Bataillonskommandeur. Das Klietzer Gelände ist ihm wohlbekannt. Vier Mal war er mit Truppen bereits dort, um zu trainieren. Aber die jetzige Übung sei die umfangreichste. Zwei Wochen bleiben die Soldaten in Klietz, dann verlegen sie für weitere zwei Wochen in das Gefechtsübungszentrum Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide.

Ziel ist es, einen möglichen EU-Einsatz so realistisch wie möglich zu simulieren. Dazu gehört der „operative Transport in den Verfügungsraum“, wie es im Militärjargon heißt. Das heißt, die Truppen verlegen in einen Bereich, der sich in noch relativ sicherer Entfernung zum Einsatzort befindet. Das ist bereits geschehen. Per Zug haben die niederländischen Soldaten mitsamt Ausrüstung die rund 600 Kilometer zwischen ihrer Heimat und dem Klietzer Platz zurückgelegt. Hier bereiten sich die Militärs auf den eigentlichen Einsatz vor.

Die „Verlegung in den Einsatzraum“ – in diesem Fall ist der das Gefechtsübungszentrum Altmark – erfolgt dann am kommenden Freitag. Und zwar über die Straße. In kleine Gruppen unterteilt macht sich die Einheit, zu der auch rund 25 Schützenpanzer des Typs Boxer gehören, auf die rund 70 Kilometer lange Reise zu dem sachsen-anhaltinischen Militärgelände. Dort wird es dann ernst. Mit Beteiligung deutscher Soldaten – die als eine Art Sparringspartner herhalten – werden verschiedene Einsatzszenarien geprobt. Die Palette reicht von der Absicherung bestimmter Territorien über den Schutz von Einrichtungen bis zur Trennung feindlicher Kräfte. „Die European Battle Group ist Baustein einer ressortübergreifenden Sicherheitsstrategie“, sagt Goossens. Es gehe beispielsweise darum, bei humanitären Einsätzen die Helfer abzusichern. Oder nach einem Konflikt eine Region zu stabilisieren. In jedem Fall gehe einem Einsatz eine politische Entscheidung voraus. Das Militär habe eine stützende Funktion.

Dass in Klietz geübt wird, hat mit der Lage des Platzes und den erwähnten Nachbarplätzen zu tun. Sowohl Altengrabow als auch die Colbitz-Letzlinger Heide befinden sich in einer Entfernung, die ein realitätsnahes Verlegen möglich macht. Und genau das soll geübt werden.

Vier Wochen werden die Soldaten fern der Heimat sein. Gelegenheit, die Region zu erkunden, haben sie kaum. „Wir bleiben auf dem Gelände. Das ist ja keine Urlaubsreise“, sagt Goossens. Eine Ausnahme aber gibt es. Am heutigen Samstag steht ein Ausflug nach Berlin an. „Wer zwei Wochen lang märkische Kiefern anguckt hat, der braucht mal ein bisschen Abwechslung“, sagt der Kommandeur. Und wo könnte man besser auf andere Gedanken kommen als in Berlin?

Einsatzgruppe für die europäische Sicherheit

Die EU Battlegroup (EUBG) ist eine für jeweils ein halbes Jahr aufgestellte militärische Formation der Krisenreaktionskräfte der Europäischen Union (EU) in hoher Verfügbarkeit. Sie besteht im Kern aus einem Infanterieverband in Bataillonsstärke und einem Führungselement.

Die Truppe ist für Erstmissionen in eine Krisenregion gedacht und soll die nötigen Voraussetzungen für einen weiteren Einsatz schaffen (z. B. im Rahmen der UNO).

Die Sicherheitsstrategie der EU sieht vor, durch die schnelle Einsatztruppe ihre Fähigkeit zu verbessern, nach einer entsprechenden politischen Entscheidung schnell auch militärisch auf Krisen und Konflikte reagieren zu können.

Von Markus Kniebeler

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