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Havelland Holzboom spült Geld in gebeutelte Stadtkasse
Lokales Havelland Holzboom spült Geld in gebeutelte Stadtkasse
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16:48 07.05.2015
Rathenows Stadtförster Thomas Querfurth vor einem bereits verkauften Stapel Holz.
Rathenows Stadtförster Thomas Querfurth vor einem bereits verkauften Stapel Holz. Quelle: M. Kniebeler
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Rathenow

„Die Nachfrage nach Holz ist ungebrochen“, sagt Querfurth. Auf dem Holzmarkt würden seit einigen Jahren konstant hohe Preise gezahlt. Und es sei glücklicherweise kein Ende dieser Entwicklung in Sicht.
Bei rund 240000 Euro lag nach Auskunft Querfurths im vergangenen Jahr der Erlös aus dem Holzverkauf. Das meiste Geld brachte der Verkauf von Sägeholz/Industrieholz in die Kasse: Knapp 205.000 Euro.

Dazu kommen die Erlöse aus dem Verkauf von Brennholz (17.500 Euro) und dem Verkauf von Weihnachtsbäumen und Schmuckgrün (18.500 Euro). Zählt man die Erträge aus der Jagd hinzu, summiert sich der Jahreserlös 2014 auf gut 260.000 Euro.

Dagegen gerechnet werden müssen natürlich die laufenden Verwaltungskosten, also Ausgaben für Personal und Material. Da kommt eine Summe von 190.000 Euro zusammen. Zieht man die vom Gesamterlös ab, bleiben rund 70.000 Euro übrig, die in den städtischen Haushalt fließen. „Unser vorrangiges Ziel ist die schwarze Null“, sagt der Stadtförster.

Wenn Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen seien, dann habe man vernünftig gewirtschaftet. Dass der boomende Holzmarkt in den vergangenen Jahren für ein Plus in der Kasse gesorgt habe, sei erfreulich. Auch wenn die Preise stabil seien, könne man aber nicht davon ausgehen, dass dies ewig so bleibe.

Stellt sich die Frage, warum im Stadtforst momentan nicht einfach mehr Bäume geschlagen und in den Verkauf gebracht werden, wenn man doch so gute Preise erzielt? Genügend Holz ist doch vorhanden? Querfurth winkt ab. Als Förster dürfe man die Nachhaltigkeit nicht aus dem Blick verlieren, sagt er.

Wald mit Geschichte

Bis zum Jahr 1294 war der Rathenower Stadtforst im Besitz der Familie von Beerenwalde und fiel nach deren Aussterben an die Markgrafen von Brandenburg. Die schenkten den Wald Anfang des 14. Jahrhunderts den Bürgern der Stadt Rathenow.
Der erste Etat für die Verwaltung und Bewirtschaftung des Stadtforstes erschien im Jahr 1772. Der erste Stadtförster wurde 1812 angestellt. Zu dieser Zeit ging der Besitz von den Bürgern an die Kommune über.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Stadtforst dem Staatlichen Forstbetrieb Rathenow zugeordnet, was praktisch einer Enteignung gleichkam. Nach der Wende machte die Stadt Rathenow ihre Rechte am Stadtforst geltend und erhielt ihn 1992 zurück. Die Flächen des ehemaligen Schießplatzes der Sowjetarmee wurden 1997 der Stadt rückübertragen.
Der Rathenower Stadtforst ist rund 1900 Hektar groß.

Der Rohstoff Holz brauche Jahrzehnte, bis er geerntet werden könne. Man müsse das, was man dem Wald entnehme, auch wieder ersetzen. Dieses Gleichgewicht zu erhalten sei das Ziel einer weitsichtigen und nachhaltigen Forstbewirtschaftung. Mit anderen Worten: Es darf in einem Wald nur so viel Holz geschlagen werden, wie im gesamten Bestand nachwächst.

Natürlich gibt es Naturereignisse, die das genannte Gleichgewicht gefährden können. Schwere Stürme etwa. Anfang der 70er Jahre schlug ein Orkan ganze Schneisen in den Rathenower Stadtwald. Auf einen Schlag fielen tausende Festmeter an. Weil der Sturm in ganz Europa gewütet hatte und der Markt mit Sturmholz geflutet wurde, waren die Preise über Jahre hinweg im Keller.

Damit ist der Sturm, der Anfang April über Deutschland hinwegfegte, nicht zu vergleichen. Zwar fielen im Stadtwald rund 550 Festmeter Sturmholz an. Aber bei einer jährlichen Ernte von im Schnitt 4000 Festmetern ist das zu verkraften. Der Großteil der umgestürzten Bäume sei gleich aufgearbeitet und verkauft worden, so Querfurth. Um den Schnitt zu halten, würden in diesem Jahr eben 550 Festmeter weniger geschlagen.

Von Markus Kniebeler

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