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Havelland Im Olympischen Dorf beginnen Erschließungsarbeiten
Lokales Havelland Im Olympischen Dorf beginnen Erschließungsarbeiten
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13:02 05.04.2018
Vom Radelandberg in Elstal sind die Bautätigkeiten im Olympischen Dorf zu sehen. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Elstal

Im Olympischen Dorf von 1936 tut sich was. Einige bauvorbereitende Arbeiten sind gelaufen, viele Bäume und Sträucher sind verschwunden. In der Fachsprache heißt das Baufeldfreimachung. Auch Untersuchungen des Bodens auf mögliche Kampfmittel hat der Projektentwickler, die Proges Eins GmbH Berlin – vornehmen lassen. Jetzt stehen erste Erschließungsarbeiten im künftigen Elstaler Wohngebiet mit Einfamilienhäusern und Geschosswohnungen im ehemaligen Speisehaus der Nationen bevor.

Unter anderem werden in dem denkmalgeschützten Areal ein zentrales Schmutzwasserpumpwerk und ein Regenwasserversickerungsbecken errichtet. Entsprechenden Anträgen haben die Wustermarker Gemeindevertreter jetzt zugestimmt.

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Standorte der Bauwerke mit Behörden abgestimmt

Mit den Kosten von rund 350 000 Euro beziehungsweise 108 000 Euro für die Bauwerke hat die Gemeinde aber nichts zu tun. Die trägt die Proges Eins GmbH, wobei das Schmutzwasserpumpwerk nach seiner Fertigstellung, geplant ist Ende 2018, in den Besitz des Wasser-und Abwasserverbandes Havelland (WAH) übergeht, der es betreiben wird. Die ursprüngliche Variante, mehrere kleinere Schmutzwasserpumpwerke zu bauen, hat der WAH abgelehnt.

Wegen der Topografie (das Gelände fällt von Nordwest nach Südort ab) und der Bestandsbebauung wurde, abgestimmt mit der Unteren Denkmalschutzbehörde, der Unteren Wasserbehörde und dem WAH, ein Standort des zentralen Pumpwerkes im unteren Auenbereich des Olympischen Dorfs gewählt. „Ausschlaggebend war vor allem die Topografie und die hiermit verbundenen Einlauftiefen, die maßgeblich die Größe des Bauwerks mitbestimmen“, sagt Uwe Schollän von der Wustermarker Gemeindeverwaltung.

Fassade des Pumpwerkes wird begrünt

Damit das Bauwerk – insgesamt umfasst der bebaute Raum 490 Quadratmeter –„nicht so auffällt“, wie sich Gemeindevertreter Tom Karrei (Grüne) ausdrückte, solle es „eingegrünt“ werden. Diesem Wunsch folgt der WAH zumindest in großen Teilen. „Die Fassade des Gebäudes kann nur soweit begrünt werden, dass die Funktionalität nicht beeinträchtigt wird. Das Dach muss frei bleiben“, so WAH-Vorsteher Thomas Seelbinder.

In diesem Pumpwerk wird künftig das Schmutzwasser aus dem Gebiet des ersten Bauabschnittes „Olympisches Dorf“ über Freigefälle-Leitungen gesammelt und dann über eine Druckleitung in das System in der Rosa-Luxemburg-Allee abgeleitet. Die Dimensionieren sind so gewählt, dass auch die weitere Erschließung des Olympischen Dorfes damit gesichert ist.

Zwei Bauabschnitte für Regenwasserbecken

Ebenfalls erforderlich für das Wohngebiet ist ein zentrales Regenwasser-Versickerungsbecken, da das gesamte anfallende Regenwasser vor Ort wegen der bestehenden Bebauung nicht vollständig in die Erde gelangen kann. Das Becken soll in zwei Abschnitten hergestellt werden, im ersten wird nur die Kapazität für den ersten Bauabschnitt „Olympisches Dorf“ geschaffen. Noch im zweiten Quartal ist der Baubeginn vorgesehen, fertig sein soll es Ende des Jahres. Lage und technische Ausstattung werden so gewählt, dass das Becken später auch Regenwasser aus weiteren Teilen des Olympischen Dorfes aufnahmen kann.

Trinkwasser wird künftig über das sanierte Wasserwerk Radelandberg gefördert und bereitgestellt.

Von Jens Wegener