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Havelland Im Zeichen der Birne von Ribbeck
Lokales Havelland Im Zeichen der Birne von Ribbeck
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00:46 01.10.2014
Das Schloss Ribbeck im Havelland. Quelle: Nina C. Zimmermann
Ribbeck

Im Garten von Schloss Ribbeck haben gestern knapp 1000 Besucher das 1. Ribbecker Birnenfest gefeiert. Im Zentrum der Veranstaltung stand – neben der Herbstsonne – selbstredend das Kernobst, das seit dem Erscheinen des Fontane-Gedichts vor 125 Jahren das Havelland überregional bekannt gemacht hat. Der Landkreis besann sich damit sozusagen auf seine Kern-Kompetenz. Man wolle mit dem Fest eine neue Tradition begründen, so Landrat Burkhard Schröder. „Wir müssen das einfach tun. Wir würden eine Riesenchance verpassen, wenn wir das Erbe Fontanes und der Birne nicht in den Mittelpunkt stellen würden“, sagte er.

Eine Sauerei, aber mit leckerem Ergebnis: Die Besucher pressten Birnensaft. Quelle: Jana Einecke

In der Tat schien es gestern, als habe man mit dem Volksfest einen Nerv getroffen. Die Parkplätze im Dorf waren zwischenzeitlich sämtlich besetzt, ebenso alle Stühle und Bänke zwischen Bühne, Ständen und Hüpfburg. Die Gäste kamen vorrangig aus dem Havelland und Berlin. Sie freuten sich sichtlich über die Darsteller in historisierenden Kostümen, bummelten durch den Birnengarten und beguckten sich die Bäume, die Vertreter der einzelnen Bundesländer dort hingepflanzt hatten, und schauten beim Bemalen und Filzen von Birnen zu. Auch das Schloss – wo ein Glasbläser sein Handwerk vorführte – und die Kirche wurden rege besichtigt, die Führungen offensichtlich gut angenommen.

Ein Dorf und sein Gedicht

Der Birnen-Mythos in Ribbeck entspringt der Fontane-Ballade „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“. Sie handelt von einem großzügigen Gutsherren, der seine Birnen an vorbeikommende Kinder verschenkt.
 Das Gedicht gilt als eines der bekanntesten deutschen Gedichte überhaupt. Generationen von Kindern lernten es im Schulunterricht. Mittlerweile stützt das Havelland als Reiseregion und Landkreis einen Teil seines Regionalmarketings darauf.
 

Gedrängelt wurde regelmäßig vor der Obstpresse, wo die Gäste selbst Birnensaft herstellen konnten. Die Birnen stammten zwar nicht aus dem Deutschen Birnengarten in Ribbeck – dazu sind die Bäume noch zu jung – aber immerhin aus der Nähe von Falkensee. Zum Saft futterten die meisten Besucher von den Kuchen und Torten, die die Mitglieder des Ribbecker Heimatvereins gebacken hatten. In 17 der 19 Sorten hatten sie Birnen verarbeitet. Außerdem gab es Stullen mit Birnenschmalz und Birnenquark; Mutige bestrichen sogar Bratwurst und Nackensteak mit Birnensenf. Vor dem Grill bildete sich eine lange Schlange.

„Es sind Leute unter 60 da!“

Ausschließlich dort moserte auch mancher am Angebot herum. „Es gibt zu wenig Bratwürste“, kritisierte einer. „Ich vermisse eine Eisbude“, ein anderer. „Mir fehlt Kultur“, sagte der Dritte. Davon abgesehen, konnte sich offenbar sogar die Jugend mit dem Birnenspektakel anfreunden: „Ein viel besseres Fest als das Erntefest“, raunte ein Mitglied des Musikschul-Ensembles „Bläser United“ dem anderen zu. „Es sind Leute unter 60 da!“

Des Ortes Ribbecks Kern - die Birne Quelle: Marlies Schnaibel

Auch Bettina Götze, die als Geschäftsführerin der Schloss Ribbeck GmbH das Fest organisiert hatte, war zufrieden – vor allem wegen der vergleichsweise kurzen Vorbereitungszeit von vier Monaten. Für die Zukunft plane man, die Veranstaltung noch zu vergrößern und weitere lokale Akteure mit ins Boot zu holen. Möglich sei es etwa, auch den Ribbecker Dorfanger zu bespielen. Landrat Burkhard Schröder will künftig auch Schüler einbeziehen. Er strebt an, zudem bei jeder Wiederholung des Festes, das ja inmitten des Deutschen Birnengartens stattfindet, ein anderes Bundesland in den Vordergrund zu stellen. Im kommenden Jahr soll das Birnenfest am 3. Oktober steigen.

Von Jana Einecke

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