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18:13 23.04.2014
Inmitten von Autos die steile Auffahrt runter – das ist ihr zu gefährlich. Deshalb bleibt Bärbel Neumann nichts anderes übrig, als den Trampelpfad über die Böschung zu nehmen.
Inmitten von Autos die steile Auffahrt runter – das ist ihr zu gefährlich. Deshalb bleibt Bärbel Neumann nichts anderes übrig, als den Trampelpfad über die Böschung zu nehmen. Quelle: M. Kniebeler
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Rathenow

Auf dem holprigen Weg kommt ihr ein Mann mit Einkaufsbeutel entgegen, der auf dem rutschigen Boden beinahe den Halt verliert. Die beiden nehmen diese Route nicht aus Lust am Abenteuer. Sie nehmen sie, weil es keine vernünftige Alternative gibt. Weder eine Treppe, mit der man den Höhenunterschied zwischen Straße und dem Parkplatz des Einkaufszentrums überwinden kann. Und erst recht keine Rampe, die es Gehbehinderten erlauben würde, ohne Probleme ans Ziel zu gelangen. Was Fußgängern, Radfahrern und Rollstuhlfahren bleibt, ist die Nutzung der Auffahrten. Aber dort sind nicht mal Markierungen aufgebracht, die Nichtautofahrern ein Gefühl der Sicherheit geben könnten. Also stolpern viele die Böschung hoch.

Das Problem ist seit Jahren bekannt. Anfang 2013 schien eine Lösung nahe. Die Stadt deutete an, den Trampelpfad durch eine Rampe ersetzen zu wollen. Allerdings hätte der Eigentümer des Grundstücks dazu ein paar Flaggenmasten und Ausstellungshütten umsetzen müssen. Und dann waren auch noch einige Versorgungsleitungen im Weg. Wieder kein Durchbruch.

Jürgen Albrecht, Anwohner aus Rathenow-West und sachkundiger Bürger im Rathenower Bauausschuss, will sich mit der Situation nicht abfinden. "Es kann doch nicht sein, dass die Bedürfnisse älterer Menschen so missachtet werden", sagt er. Denn vor allem die Älteren seien es, die nach der Schließung des Lidl-Marktes in der Genthiner Straße an den Schwedendamm kämen, um dort ihre Besorgungen zu erledigen.

Weil ihn die Situation so wurmt, hat Albrecht die Initiative ergriffen. Hat den Eigentümer des Grundstückes angeschrieben und die Mieter. Und hat diese aufgefordert, gemeinsam mit der Stadt nach einer Lösung zu suchen. Und siehe da, ein erster kleiner Erfolg ist zu melden. Ein Vertreter des großen Einkaufsmarktes war zu einem Ortstermin bereit und deutete vorsichtig eine finanzielle Beteiligung an. Die Antwort des großen Baumarktes steht noch aus. "Aber wenn der auch mitmachen würde, dann wären wir schon einen Schritt weiter", sagt Jürgen Albrecht.

Wie am Ende die Lösung aussehen wird, ist allerdings noch ungeklärt. Jens Hubald, Sachgebietsleiter im Rathenower Bauamt, macht wenig Hoffnung, dass die Vorzugsvariante realisierbar ist. Der Plan, den Trampelpfad an der westlichen Ausfahrt des Parkplatzes durch eine behindertengerechte Rampe zu ersetzen, scheitere tatsächlich daran, dass in diesem Bereich Wasser-, Abwasser- und Elektroleitungen verlaufen. Aber es gebe ja Alternativen. Wenn man die Zuwegung rund 50 Meter weiter nach Osten Richtung Innenstadt verlege, dann gehe man den Leitungen aus dem Weg. Allerdings sei die Böschung dort zu schmal, um eine rollstuhlgerechte Rampe anzulegen. Aber für eine Treppe würde es reichen. Sogar eine Treppe mit einem Lift für Rollstuhlfahrer sei vorstellbar. Es gebe mittlerweile wetterfeste und robuste Modelle für solche Zwecke.

Hubald wird den Stadtverordneten am kommenden Mittwoch drei mögliche Varianten vorstellen. Und vielleicht erhält Jürgen Albrecht ja doch noch eine befriedigende Antwort auf seine an die Märkte gerichtete Frage, die da lautet: "Sollen die aus dem gesamten Bundesgebiet anreisenden Gäste im Bugajahr über Geröllpfade ihre Filialen betreten?"

Von Markus Kniebeler

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