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Havelland In Stölln steht wieder eine Milchbank
Lokales Havelland In Stölln steht wieder eine Milchbank
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20:52 04.08.2014
Die Stöllner nehmen „ihre“ Milchbank in Besitz. Quelle: Norbert Stein
Stölln

Mitten im Dorf steht wieder eine Milchbank. Theresa Zingel hat dafür gesorgt. Mit ihrer Bachelorarbeit untersucht die Studentin für Landschaftsarchitektur an der Hochschule Anhalt in BernburgNichtorte“ und deren Aktivierung. Ins Havelland gekommen ist Theresa Zingel vor einiger Zeit wegen der Bundesgartenschau 2015 und als Mitakteurin des Programms Campus Havelregion (siehe Infokasten). „Nichtorte“, das seien ganz alltägliche Durchlaufstationen wie Bahnhöfe oder Bushaltestellen, die man besucht, um wieder von ihnen wegzukommen, erläutert die Studentin. Die Suche nach einem solchen „Nichtort“ in der Buga-Region hat sie nach Stölln geführt. Bei einem Besuch im Antiquariat „Windlicht“ haben Ilona und Bernd Dahlmann sie auf die Idee mit der Milchbank gebracht – das sei ein typischer „Nichtort“. Milchbänke gab es in Stölln bis in die siebziger Jahre.

Aus Robinienstämmen und Fichtenbohlen wurde nun wieder eine solche 4 mal 3 Meter große Milchbank aufgebaut. Etwa 20 Einwohner waren dazu auf den Dorfplatz vor dem Lilienthal-Centrum gekommen. Die Stöllner legten Hand an, setzen die Pfähle in den Boden und befestigten die Bohlen mit Schrauben. Dabei lebten alte Geschichten und Erinnerungen wieder auf. Kühe wurden früher auf allen Bauernhöfen in Stölln gemolken. Noch vor 6 Uhr morgens mussten die Frauen die Milch in 20-Liter-Kannen zur Milchbank bringen. Mit einem Trecker wurde die Milch zur Molkerei nach Rhinow gebracht. „Bevor wir zur Schule gingen, mussten wir die leeren Kannen wieder von der Milchbank holen. Gerne haben wir es nicht gemacht“, erzählte während des Aufbaus Edith Schöning aus ihren Kindheitserinnerungen.

Auf der Milchbank gab's den ersten Kuss

Die Milchbank am Dorfplatz war aber noch mehr. Die Kinder haben auf ihr gespielt und so manches verliebte junge Paar gab sich den ersten Kuss auf der Milchbank. „Wenn in der Gaststätte Hochzeit gefeiert wurde ging es hinaus auf die Straße zur Polonaise über die Milchbank“, erzählte Jutta Holtz aus ihren Erinnerungen. Die Männer trafen sich an der Milchbank zum Bier, zur Zigarre und zum Schnack. Wenn sie früher zu einem gemeinsamen Ausflug starteten hieß es immer „Treffpunkt ist an der Milchbank“.

Die Stöllner erzählten viele solcher Geschichten beim etwa zweistündigen Aufbau und als die letzte Bohle befestigt war, saßen alle – so wie früher – auf der Milchbank. Kannen sollen auch noch auf die Bank kommen – gut verschraubt – damit sie nicht über Nacht verschwinden. „Die Milchbank soll ein Ort der Erinnerung sein“, sagt Theresa Zingel. Buchlesungen könnten stattfinden, Bands Musik machen und Kinder spielen. Das wünscht sich die Studentin für den neuen Treffpunkt in Stölln. Insgesamt 500 Euro hat sie aus eigener Tasche für Material und Zubehör ausgegeben. „Wir sollten versuchen, ihr durch Spenden das Geld zurück zu geben“, meinte Bernd Dahlmann – weil mit der Milchbank schließlich ein Stück Dorfgeschichte zu neuem Leben erweckt werde und so ein Ort der Begegnung entstehe, an dem die Bewohner ihre Freude haben werden.

Von Norbert Stein

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