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Havelland Integration im Jugendklub Preju großes Thema
Lokales Havelland Integration im Jugendklub Preju großes Thema
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15:28 06.03.2018
Der Billardtisch ist nach wie vor bei den Besuchern des Premnitzer Jugendklubs Preju sehr beliebt. Quelle: Preju
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Premnitz

Viele Besucher, die in den Premnitzer Jugendklub Preju kommen, haben einen Migrationshintergrund. Ein Grund dafür ist, dass beginnend im Jahr 2014 viele Flüchtlingsfamilien in der Stadt untergebracht worden sind. Meist seien die Besucher männlich, berichtet Claudia Nahrstedt von Preju, auch Erwachsene seien dabei. Weil der Verein laut Satzung gemeinwesenorientiert sei, werde diese für einen Jugendklub etwas ungewöhnliche Altersgruppe nicht abgewiesen. Sie spielten Karten, Billard und nutzten gern den Sportraum im Keller.

Es gebe eine Nachfrage, die deutsche Sprache zu lernen und Interesse daran, einen Computer auf Deutsch bedienen zu können. Gegenwärtig ist eine Praktikantin von der Premnitzer Awo-Sozialfachschule im Klub tätig, die sich der Deutschvermittlung widmet. Wenn das Personal vollständig sei, teilt Claudia Nahrstedt mit, könne einigen Menschen mit Flüchtlingshintergrund der Wunsch nach Deutschlernen erfüllt werden.

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Oft läuft die Verständigung mit Händen und Füßen

Von der Aktion Mensch gefördert, läuft ein Integrationsprojekt für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien. Mit ihnen wird gekocht und gebastelt, zu Weihnachten wurde gebacken und gefeiert. Besonders gern spielen die Asylkinder mit der Spielkonsole X-Box, die über finanzielle Mittel der Aktion Mensch gekauft worden ist. Die Verständigung sei schwer, weil viele der Flüchtlinge kein Deutsch und kein Englisch sprechen. Oft läuft die Verständigung mit Händen und Füßen.

Zwischen 20 und 35 Personen kommen am Tag in den Klub. Woher sie stammen, wird zahlenmäßig weder erfragt noch erfasst. Durch den normalen Umgang miteinander ist klar geworden, dass die meisten aus Syrien und Afghanistan kommen. Einige Kinder, die den Klub besuchen, sind aus Tschetschenien. Auseinandersetzungen gibt es nicht, alle Besucher vertragen sich gut. „Hier ist immer alles ganz friedlich“, stellt Claudia Nahrstedt fest. Nach wie vor gibt es die Fahrradwerkstatt im Keller, wo ein Asylbewerber aus Tschetschenien Fahrräder von Flüchtlingen repariert.

Projekte zur Prävention und über gesunde Ernährung laufen weiter

Vom Landkreis bewilligt ist ein Projekt zur außerunterrichtlichen Freizeitgestaltung. Darüber finden Modellbau, Bowlingnachmittage, Bogenschießen und im Sommer Schwimmbadbesuche statt. Ein weiteres Projekt ist kreatives Gestalten, hier basteln Kinder Geschenke zu bevorstehenden Feiertagen. Projekte zur Prävention und über gesunde Ernährung laufen weiter. Die Mittel für das traditionelle Feriencamp im Sommer sind wieder beantragt.

Bekannt ist im Jugendklub auch, dass die Stadt das Grundstück verkaufen will. Die Villa mit ihrem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück ist im November angeboten worden. Laut Prioritätenliste der Stadt soll das Kulturhaus Liebigstraße in diesem Jahr zum Mehrgenerationshaus hergerichtet werden. Dessen weitgehend ungenutzter Saalbereich soll für den Klub umgebaut werden. „Wir wissen, dass wir hier ausziehen müssen“, sagt Claudia Nahrstedt. Die in Rede stehende Nutzung des Hauses Liebigstraße sehe man als akzeptable Lösung an. Einen so großen Außenbereich wie jetzt, wo Minigolf, Basketball, Kegeln und Bogenschießen möglich sei, gebe es dort aber leider nicht.

Von Bernd Geske