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00:18 11.11.2013
Nördlich von Strodehne fangen die Arbeiten 2014 an. Quelle: NABU
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Milow

Wenn man also im kommenden Jahr zur richtigen Zeit auf der Strodehner Brücke steht, wird man auf einen ganzen Flickenteppich an Baustellen blicken können. Renaturiert wird gleich an mindestens zehn verschiedenen Stellen. Unter anderem werden Flutrinnen wieder freigelegt. Sie spielen bei den regelmäßigen Winter- und Frühjahrshochwassern eine wichtige Rolle. Flutrinnen sind flache Rinnen im Gelände, über die das Wasser sich bei Hochwasser in die Fläche ausdehnt und bei sinkenden Wasserständen wieder zurück in die Havel fließt. Oft behindern landwirtschaftliche Wege und andere Hindernisse den Abfluss. Das Wasser steht dann lange auf den Wiesen, was unter anderem nicht gut für die Fischbrut ist, die es bei sinkenden Pegeln nicht mehr zurück in die Havel schafft.

"Die Aktivierung der Flutrinnen war auch ein Wunsch der Landwirte", betont Buchta. Im Herbst werden ihre Flächen dann vielleicht ein paar Tage früher überschwemmt. Im Frühjahr können die Wiesen dafür wahrscheinlich schon zwei Wochen früher bearbeitet werden als bisher.

Das Kerngebiet der Havelrenaturierung ist grün markiert. Die gelben Bereiche zeigen den erweiterten Planungsraum. Quelle: NABU

Nördlich von Strodehne werden auch ein paar kleine Altarme wieder an die Havel angeschlossen und neue Auwälder gepflanzt. Auf der Karte, die die einzelnen Maßnahmen zeigt (siehe Foto unten), sind auch Entwicklungsflächen eingezeichnet. "Wer für ein Bauvorhaben Ausgleichsmaßnahmen vornehmen muss, kann künftig an der Havel Auenwald pflanzen", sagt Buchta.

Die Havelrenaturierung

  • Das Projektgebiet umfasst die großen Schutzgebiete der Unteren Havelniederung zwischen Pritzerbe und der Havelmündung. Das sind insgesamt 18 700 Hektar. Das Kerngebiet in dem die Maßnahmen umgesetzt werden – hauptsächlich das Deichvorland – ist 8900 Hektar groß.
  • Zeitplan: Nach umfangreichen Vorplanungen und Planungen wird mit der konkreten Umsetzung 2014 begonnen. Bis 2021 sollen alle Maßnahmen abgeschlossen sein. Ziel der Planer ist es, dass bis 2015 die Havelrenaturierung an allen Buga-Standorten im Projektgebiet erlebbar ist. Direkt in Havelberg entsteht ein Informationszentrum. Ein kleiner Altarm wird wieder angeschlossen. In Rathenow wird die Schliepenlanke mit einer Spende des VW-Konzerns wieder an die Havel angeschlossen. In Premnitz soll die Grubenlanke wieder mit dem Hauptstrom verbunden werden.
  • Finanzierung: Für das Gesamtprojekt stehen rund 23 Millionen Euro zur Verfügung. 75 Prozent der Summe gibt das Bundesumweltministerium. Die Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt übernehmen 11 beziehungsweise 7 Prozent der Kosten. Träger des Projektes ist der Naturschutzbund (Nabu), der einen Eigenanteil von 7 Prozent einbringt.
  • Die Maßnahmen: Unter anderem sollen 15 Altarme wieder angeschlossen und Deckwerke auf einer Länge von 29 Kilometern entfernt werden. Flutrinnen werden wieder hergestellt, Verwallungen zurückgebaut und Auwälder gepflanzt.

Zu den größten Eingriffen am Fluss gehört die Entnahme von Deckwerken. Mit den großen Schottersteinen als Uferbefestigungen wurde die Havel Jahrzehnte lang genau in der Form gehalten, die für die regelmäßige Berufsschifffahrt gebraucht wurde. Heute gibt es kaum noch Lastkähne auf der Unteren Havel. Und die Schiffe, die fahren, sind so klein, dass sie mit Sog und Wellen keine Schäden mehr an den Ufern verursachen. Viele Deckwerke haben also ihre Funktion verloren und können entfernt werden. Wo das geschieht, müssen die Planer mit regelmäßigen Kontrollen und Messungen bis zu zehn Jahre lang nachweisen, dass kein Sand von den Böschungen in den Fluss rutscht.

Alle Maßnahmen, mit deren Umsetzung 2014 begonnen wird, liegen nördlich von Strodehne. Aber auch in Rathenow und Premnitz wird man bis zur Buga 2015 vermutlich fertige Renaturierungsprojekte sehen können. Außerhalb des eigentlichen Projektes bemüht man sich darum, weitere Renaturierungsmaßnahmen mit Spendengeldern umzusetzen. So sollen die Rathenower Schliepenlanke und die Mögeliner Grubenlanke wieder an die Havel angeschlossen werden.

Von Ralf Stork

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