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Havelland Jugendkoordinatorin darf weiter arbeiten
Lokales Havelland Jugendkoordinatorin darf weiter arbeiten
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07:26 28.04.2018
Beatrice Graf mit Jugendlichen, die am Wochenende am Handball-Neujahrsturnier teilnahmen. Quelle: privat
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Milower Land

Seit Beatrice Graf im Juli 2015 die Stelle als Jugendkoordinatorin in der Gemeinde Milower Land antrat, hat sich einiges getan. Das Jugendparlament (JuPa) wurde wieder belebt, Projekte angestoßen, einzelne JuPa-Mitglieder nehmen an den Sitzungen des Sozialausschusses teil.

Zudem ist Beatrice Graf unterstützend als Schulsozialarbeiterin in den Grundschulen in Milow und Großwudicke tätig. All das stand auf der Kippe, weil sich der Träger der geförderten Personalstelle, die Outlaw Kinder- und Jugendhilfe gGmbH, entschlossen hatte, die Trägerschaft zum 31. Dezember 2016 abzugeben.

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Inzwischen können die Jugendlichen aufatmen, denn nun steht fest, Sozialarbeiterin Beatrice Graf darf ihre Arbeit fortsetzen. Wie aus der Gemeindeverwaltung zu erfahren war, wird das Diakonische Werk Havelland die Trägerschaft übernehmen. Die abschließende Entscheidung darüber trifft der Jugendhilfeausschuss des Landkreises zwar erst am Mittwoch, Dank eines vorzeitigen Maßnahmebeginns konnte aber ein nahtloses Übergang ermöglicht werden. Das heißt, die Jugendkoordinatorin durfte bereits Anfang Januar ihre Arbeit fortsetzen. Die Stelle ist befristet bis Ende 2019.

Für die Gemeinde ist die Stelle essenziell

Ein wichtiger Schritt für die Gemeinde, wie Bürgermeister Felix Menzel bestätigte: „Für uns ist diese Stelle essenziell, darauf baut unser gesamtes Jugendarbeitskonzept auf“. 2008 hatte sich die Gemeinde Milower Land entschieden, Modellgemeinde für Jugendarbeit im Landkreis zu sein. Daraus ist das jetzige Konzept entstanden, das gemeinsam mit dem Jugendamt des Landkreises erarbeitet wurde. Es zielt darauf ab, neben der Arbeit der Jugendkoordinatorin auch die Angebote in den Kitas, im Hort, in den Grundschulen und in den Jugendfreizeiteinrichtungen enger miteinander zu vernetzen.

„Ohne die Stelle der Jugendkoordinatorin könnten wir das gesamte Konzept einstampfen. Sie begleitet das wieder gegründete Jugendparlament, organisiert Veranstaltungen, Projekte und Fahrten und ist als Ansprechpartnerin regelmäßig in den Schulen präsent. Die aufsuchende Jugendarbeit ist dabei ihr Steckenpferd. Frau Graf hat einfach einen sehr guten Zugang zu unseren Jugendlichen“, lobt der Bürgermeister.

Die Jugend hat sich für Beatrice Graf eingesetzt

Diese Aussage würden insbesondere die Mitglieder des Jugendparlaments unterschreiben. Sie haben sich in den letzten Monaten dafür stark gemacht, dass Beatrice Graf sich auch weiterhin um sie kümmert. Unter anderem wandten sich die JuPa-Mitglieder schriftlich an den Sozialausschuss der Gemeinde mit der Bitte, Beatrice Graf weiter zu beschäftigen – ein echter Vertrauensbeweis. „Ich bin froh, dass ich meine Arbeit hier weiterführen kann. Die Jugendlichen haben sich an mich gewöhnt und wir konnten inzwischen verschiedene Dinge auf die Beine stellen. Auch für 2017 haben wir einiges vor, zum Beispiel wollen wir zur Jugendmesse „You“ nach Berlin fahren und dort den Ausbildungsmarkt besuchen. Zudem werden einige Jugendliche, eine Jugendleiterausbildung absolvieren“, verrät Beatrice Graf.

Was die 31-Jährige besonders freut: Mit dem Trägerwechsel hat sie nun auch einen Ansprechpartner vor Ort. Ihr alter Arbeitgeber Outlaw, mit Sitz in Neuruppin, schloss 2015 seine Außenstelle in Rathenow. Ihre Stelle war zuletzt die einzige, die Outlaw im Westhavelland noch hatte.

Künftig Jugendarbeit aus einer Hand

22 000 Euro investiert die Gemeinde jährlich in die Jugendkoordination, das entspricht 35 Prozent der Bruttokosten. Der Landkreis Havelland zahlt 30 Prozent, das Land 25 Prozent. Die Diakonie als freier Träger übernimmt zehn Prozent. Auch Felix Menzel sieht im Trägerwechsel durchaus Vorteile: „Zum einen haben wir mit der Diakonie einen zuverlässigen Partner gewonnen, zum anderen kommt nun in der Kinder- und Jugendarbeit alles aus einer Hand, denn auch die beiden Stellen aus dem 100-Stellen-Programm des Landkreises sind in Trägerschaft der Diakonie.“

Sowohl in der Inge-Sielmann-Grundschule in Milow als auch in der Kleinen Grundschule in Großwudicke gibt es ein Jugendfreizeitzentrum. Die beiden Betreuerinnen werden über das 100-Stellen-Programm finanziert. Dafür zahlt die Gemeinde Milower Land über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren insgesamt 15 000 Euro.

Und noch einen Vorteil bringt der Trägerwechsel mit sich: „Es wird künftig einfacher sein, Kooperationen zu starten, weil wir nun alle den selben Arbeitgeber haben“, sagt Beatrice Graf. Felix Menzel ist sich derweil sicher, dass die Stelle mit ihr ideal besetzt ist.

Jugendkoordination und Schulsozialarbeit

Im September 2015 hatte der Jugendhilfeausschuss des Landkreises beschlossen eine geförderte PKR-Vollzeitstelle „Jugendkoordination und Schulsozialarbeit“ an die Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe Outlaw in Neuruppin zu vergeben.

Die Stelle beinhaltet je zur Hälfte Schulsozialarbeit in den beiden Grundschulen in Milow und Großwudicke sowie die Koordination der offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde.

Für vier Jahre wurde die Stelle vergeben – vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2019.

Im Juni 2016 teilte Outlaw mit, dass sie die Trägerschaft der Stelle Ende 2016 abgeben. Seit 1. Januar hat nun die Diakonie übernommen.

Von Christin Schmidt