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Havelland Jugendliche rennen Messe die Bude ein
Lokales Havelland Jugendliche rennen Messe die Bude ein
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16:52 12.01.2017
Noch weiß Renée Engler aus Schönwalde nicht, wo es beruflich hingeht. Eine Karriere bei der Bundeswehr kommt für sie infrage.  Quelle: Tanja M. Marotzke
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Paaren im Glien

 Ein Sonderbus nach dem anderen schob sich am Donnerstag über den matschigen Untergrund auf dem MAFZ-Gelände in Paaren im Glien. An Bord: Hunderte Jugendliche, die anschließend durch Schlamm und Pfützen zur Messehalle stapften, wo rund 95 Aussteller darauf warteten, die Schüler bei der größten Ausbildungsbörse im Landkreis über ihre Möglichkeiten und Berufschancen zu informieren. Weit über 1000 Schüler hatten sich allein für einen Bustransfer angemeldet, tatsächlich kamen noch mehr.

Karriere bei der Bundeswehr

Viele Jugendliche nutzten den Tag, um sich gemeinsam mit ihren Eltern inspirieren zu lassen. Auch die 18-jährige Renée Engler aus Schönwalde-Glien wurde von Papa Sebastian Engler begleitet. „Ich mache derzeit mein Abitur und weiß überhaupt noch nicht, was ich werden möchte. Die Bundeswehr interessiert mich aber schon“, so die 18-Jährige. „Ich war zehn Monate in den USA und hatte dort viele Freunde, die vorhatten zur Navy oder Army zu gehen. Das Ansehen eines Soldaten ist da drüben viel höher als hier in Deutschland“, sagte Renée Engler und wandte sich wieder ihrem Gespräch mit Oberleutnant Danila Dubran zu.

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„Das Interesse an einer Karriere bei der Bundeswehr ist gerade bei Frauen in den vergangenen Jahren gestiegen“, sagte Danila Dubran, die ihre Laufbahn bereits 2004 bei den Panzeraufklärern startete. Auch am Donnerstag reihten sich jede Menge interessierter junger Mädchen um die Männer und Frauen in Tarnkleidung – und das nicht nur, weil es dort die coolen Camouflage-Beutel gab.

Auch die MAZ war mit einem Stand vertreten und informierte Schüler, Lehrer und Firmen über die neue Ausbildungsbroschüre der Madsack-Gruppe. Quelle: Tanja M. Marotzke

Seine Zeit bei der Bundeswehr hat Michel Syring bereits hinter sich gebracht. Heute ist der 34-Jährige im dritten Ausbildungslehrjahr zum Straßenwärter bei der Rathenower Straßenmeisterei. Wie wichtig seine Arbeit ist, zeigte sich am Mittwoch ganz deutlich, als Tief „Dieter“ über das Havelland fegte. „Winterdienst gehört ebenso zu unseren Aufgaben wie der Baumschnitt oder die Verkehrsabsicherung. Obwohl wir eigentlich in den vergangenen Jahren keine Probleme hatten, die 24 Lehrstellen zu besetzen, die der Landesbetrieb in ganz Brandenburg anbietet, läuft es heute etwas schleppend“, so Syring.

Mut und Durchhaltevermögen

Das kennt auch Uhrenmacher-Meister Marco Rothe vom Schmuck- und Uhrenhaus Kunze mit Standorten in Wustermark, Falkensee und Brieselang: „Lehrlinge in Berlin und Brandenburg zu finden wird immer schwieriger. Alle Auszubildenden, die wir in den vergangenen Jahren hatten, kamen aus anderen Bundesländern und gehen nach der Ausbildung oftmals leider wieder zurück“, so Marco Rothe. „Viele Jugendliche finden das Handwerk zwar interessant, trauen sich jedoch selber nicht an die filigranen Arbeiten heran“, so der Ausbilder.

Dichtes Gedränge herrschte in der Brandenburghalle. Quelle: Tanja M. Marotzke

Weniger der Mut und vielmehr das Durchhaltevermögen und der frühe Arbeitsbeginn schrecken Jugendliche vom Bäckerhandwerk ab. Nicht so die 15-jährige Lea Schwanke aus Rathenow. „Zweimal in der Woche hatte unsere Klasse über ein Jahr lang Praktikumstage. Ich habe bei Thonke den Konditoren über die Schulter geschaut, das hat mir sehr gut gefallen“, so die Neuntklässlerin an der Rathenower Duncker-Oberschule. „Lea hat sich sehr gut ins Team eingefügt und war immer fleißig. Das Praktikumsprojekt finde ich sehr sinnvoll, da die Schüler in die verschiedensten Bereiche einen Einblick bekommen und sich ausprobieren können“, so Bäcker- und Konditormeister Philipp Thonke. Während der zwölf Monate können die Schüler die Berufe wechseln und erhalten so einen guten Überblick.

Erst mal ins Ausland

Den verschaffte sich auch Berit Neumann vom Nauener da-Vinci-Campus. „Ich liebe Sprachen und alles, was damit zusammenhängt. Deswegen habe ich mich über ein Au-Pair-Jahr schlau gemacht, das ich eventuell nach meinem Abitur machen möchte“, sagte die Schülerin. „Auf jeden Fall werde ich erst einmal während der Schulzeit ein Jahr im Ausland verbringen – am liebsten in England oder Japan.“ Bis zum Abitur ist es für die 14-Jährige schließlich noch eine Weile hin.

Von Laura Sander

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