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Havelland Jugendrat will bessere Busanbindung
Lokales Havelland Jugendrat will bessere Busanbindung
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19:45 18.01.2017
Die BMX- und Skaterbahn in Nauen entstand auf Initiative von Jugendlichen.
Die BMX- und Skaterbahn in Nauen entstand auf Initiative von Jugendlichen. Quelle: Annett Lahn
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Nauen

Wenn es um die Gestaltung ihrer Stadt geht, können Nauener Jugendliche ein weiteres Mal kräftig mitreden. Nach der Auftaktveranstaltung des Jugendrates im vergangenen Jahr sind Interessenten für den 18. Februar erneut ins Schloss Ribbeck eingeladen. Diesmal werden nicht nur 20 ausgewählte Mädchen und Jungen dabei sein, sondern auch weitere Jugendliche.

An diesem Tag soll es um jene Themen gehen, die die Schüler beim ersten Jugendrat als besonders wichtig erachtet hatten. Ganz oben steht für sie der Bereich „Bus und Bahn“, gefolgt von „Ausbau und Weiterentwicklung der Freizeitaktivitäten“ sowie „Spielplätze, Freiflächen und Sauberkeit“ und „Informationsübersicht für Jugendliche“. Weiter im Fokus sind „Flüchtlinge und ehrenamtliches Engagement“ sowie „Fuß- und Radwege“. Außer Konkurrenz läuft ein Thema, das sich der Verbesserung von Nauens Image widmet.

„Nachdem es zum Auftakt darum ging, die Themen zu eruieren, sollen sie jetzt genauer beleuchtet werden. Dazu werden Experten eingeladen“, sagt die für Bildung zuständige Amtsleiterin Nora Schiller. So soll unter anderem ein Mitarbeiter der Havelbus-Verkehrsgesellschaft dabei sein. Aber beispielsweise auch Vertreter des Kulturbüros und des Quartiersmanagements werden erwartet. „Das Ziel besteht darin, dass sich feste Arbeitsgruppen bilden, die sich regelmäßig treffen. Ob das letztlich gelingt, müssen wir sehen. Ich bin sehr gespannt“, sagt Nora Schiller.

Nauen hat bereits gute Erfahrungen mit der Beteiligung von Jugendlichen an Projekten. Auf diese Weise entstand die BMX- und Skater-Bahn an der Robert-Bosch-Straße. Die Reaktion auf das Projekt Jugendrat sieht Nora Schiller sehr positiv: „Das ist auf jeden Fall schon ein großer Erfolg. Ich war erstaunt, dass es so ein reges Interesse gibt.“

Ursprünglich waren Anfang November 400 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren angeschrieben worden, die in der Kernstadt und den 14 Ortsteilen leben. Immerhin 87 haben sich tatsächlich zurückgemeldet. Von denen wiederum wurden am Ende 20 ausgewählt, damit es für die vorgesehene Moderationsmethode nicht zu viele sind, wie es heißt. Die jeweils zehn Jungen und Mädchen kommen aus verschiedenen Schulen und Ortsteilen und sind unterschiedlich alt. Die übrigen Jugendlichen haben aber nun bei der zweiten Veranstaltung ebeso die Möglichkeit zur Teilnahme. Sie werden extra angeschrieben, „und der Rücklauf ist schon recht gut“, freut sich die Amtsleiterin auf eine rege Beteiligung.

Dass das Themenpaket „Bus und Bahn“ ganz oben auf der Liste stand, hängt damit zusammen, dass viele Jugendliche in den Ortsteilen wohnen und auf den Bus angewiesen sind. Eine gute Bahnverbindung spielt zudem bei jenen eine große Rolle, die zur Schule nach Berlin müssen, dort studieren oder einen Teil ihrer Freizeit verbringen. Was darüber hinaus die Zahl der Freizeitangebote betrifft, so wurde diese gar nicht als so gering angesehen. Vielmehr sieht man das Problem, dass sie nicht genügend jugendgerecht sind und dass man zu wenig davon weiß. Kritik gab es auch an der Verwahrlosung, am Vandalismus und an der mangelnden Sauberkeit auf Spielplätzen.

Von Andreas Kaatz