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Havelland Junge Musical-Stars in der Stadthalle
Lokales Havelland Junge Musical-Stars in der Stadthalle
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19:19 17.12.2017
Farbenfroh präsentierte sich das Weihnachts-Musical „Trolle und Polarlichter“ der Musik- und Kunstschule Havelland.
Farbenfroh präsentierte sich das Weihnachts-Musical „Trolle und Polarlichter“ der Musik- und Kunstschule Havelland. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

„Ich spiele ein Lucia-Kind, ein Polarlicht und einen Eiskristall“, zählt Annika aus Falkensee auf. In der Pause des Weihnachtsmusicals „Trolle und Polarlichter“ besucht die Zehnjährige ihre Oma. Sie sitzt in der ersten Reihe der ausverkauften Stadthalle Falkensee und genießt die Premiere am Freitag.

In der Stadthalle Falkensee sind die Trolle los

Nicht weniger als 36 Kinder und Jugendliche spielen in dem Stück um Roccos Pony-Bande mit. Die Kinderbuchautorin Astrid Ossig hat nicht nur die Romanvorlage geschrieben. Sie hat die Geschichte auch auf die Bühne gebracht. In der Musik- und Kunstschule Havelland fand sie tatkräftige Mitstreiterinnen: Für die Musik zeichnen Claudia Antefuhr und Antje Knobl verantwortlich. Das Stück geht insgesamt dreimal über die Bühne der Stadthalle. Die Vorstellungen am 3. Advent und am heutigen Montag sind ebenfalls ausverkauft.

Die vier Ponys Krümel, Lucky und Funny aus Roccos Bande freuen sich aufs Weihnachtsfest. Die größte Katastrophe auf dem Reiterhof ist der umgefallene Tannenbaum, als das verfressene Krümel-Monster beim Lebkuchen-Klauen erwischt wird. So beschaulich geht es nicht weiter, als schlechte Nachrichten aus Schweden kommen: Pferden wird dort das Futter gestohlen. Rocco, ein Zirkus-Veteran mit weltweiten Verbindungen, reist mit den Seinen nach Schweden, um zu helfen. Dort gehen die Abenteuer erst richtig los. Die Ponys treffen Lucia, eine Lichtgestalt und Pfefferkuchen-Spenderin, später die etwas undurchsichtigen Trolle.

Mal mehr, mal weniger verbindet die Handlung die einzelnen Teile der Geschichte zwischen den Songs. Zwei Erzählerinnen – Mia und Scarlett – halten das Publikum auf dem Laufenden. Sehr schön der Katzenblues der Scarlett, gesungen von Jenny.

Das sparsame Bühnenbild zeigt minimalistisch, wo die Handlung gerade spielt – auf dem Ponyhof in Deutschland oder irgendwo im Trolle-Land Schweden. Mit diesen etwas anarchistischen Geistern muss man vorsichtig sein, sie verstehen keinen Spaß. Dabei sind sie selber Experten für allerlei dummes Zeug. Irgendwie scheint auch der verschwundene Hafer mit ihnen zusammen zu hängen.

Die Trolle sehen aus wie Hippies, in bunten Klamotten mit lustigen Haaren. Der Trolle-Rock-Song verführt das Publikum zum Mitklatschen. Überhaupt gibt es viel Szenen-Applaus für die jungen Darsteller zwischen sieben und 18 Jahren.

Nach dem Casting im Januar begannen die wöchentlichen Proben im Februar. Dabei blieb es nicht. Eltern und Großeltern waren gefragt für die Aufgaben auf, vor und hinter der Bühne. Sie nähten Kostüme, bauten Kulissen und bewältigten die Technik. Werbung musste organisiert und Spenden gesammelt werden. Denn das ganze Stück wurde ohne finanzielle Unterstützung gestemmt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen für den Förderverein der Musikschule, die das Projekt tatkräftig unterstützt hatte. Wie sich das anfühlt, weiß Julia Weimer aus Falkensee sehr gut. Sohn Philipp spielt den Rocco, und die Familie kümmerte sich um die Requisiten. Es gehört zum pädagogischen Konzept, alle anfallenden Aufgaben selbst mit Hilfe der Verwandten der Schauspieler zu bewältigen.

Der Handlung wohnt eine gewisse Moral inne. Was wissen die deutschen Ponys denn schon von schwedischen Hausgeistern, den Tomtes, eine Untergruppe der Trolle? Bevor man einen Verdacht hegt, könnte man ja auch mal miteinander reden, so dass einiges geklärt wird. Natürlich kommen Rocco und die Ponys auch dahinter und zum Schluss haben sich alle wieder lieb.

Astrid Ossig aus Seeburg hat bereits drei Bücher über die Rocco-Bande geschrieben, der Weihnachtszauber ist das zweite. „Alle Beteiligten möchten gern ein weiteres Musical aufführen. Denn es ist eine wunderbare Gemeinschaft entstanden durch die Zusammenarbeit“, sagte sie.

Von Judith Meisner