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Havelland KZ-Ausstellung: Schule will Zeichen setzen
Lokales Havelland KZ-Ausstellung: Schule will Zeichen setzen
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16:20 30.01.2018
Günter Morsch in der Elstaler Oberschule. Quelle: privat
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Elstal

Börnicke, Oranienburg, Brandenburg/Havel, Havelberg, Meissnershof bei Velten, Alt-Daber bei Wittstock, Perleberg, Senftenberg und Sonnenburg – überall dort befanden sich frühe Konzentrationslager in der einstigen Provinz Brandenburg während der Anfänge NS-Diktatur. Das ist in der Wanderausstellung „Terror in der Provinz Brandenburg – Frühe Konzentrationslager 1933/34“ der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten dokumentiert, die jetzt in der Sielmann-Oberschule Elstal eröffnet wurde.

Günter Morsch, Kurator der Ausstellung, schilderte wie Andersdenkende bereits zu Beginn des NS-Regimes von den Schergen der SA sowie der SS und örtlicher Polizei in die frühen Konzentrationslager verschleppt und dort gefoltert wurden. Oftmals überlebten die Inhaftierten die Torturen nicht. So hätten in Börnicke die Gefangenen unmittelbar am Ortsrand gelitten, so dass ihre Schreie bis ins Dorf zu hören waren, berichtete Morsch.

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Er schilderte anhand historischer Fakten, wie schnell der Sturz einer Demokratie und die Errichtung einer Diktatur vonstatten gehen kann und mahnte die Schüler, sich nie an Terror zu gewöhnen. Denn kurze Zeit nach dem Ende der Weimarer Republik entstanden allein in der damaligen Provinz Brandenburg bis zum Sommer 1933 neun Konzentrationslager, in denen innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre etwa tausend Menschen gewaltsam zu Tode gebracht wurden.

Zunächst bleibt die Ausstellung Schülern und Lehrern der Elstaler Oberschule zugänglich, ehe sie vom 5. bis 9. Februar vom Verein Historia Elstal für die Öffentlichkeit geöffnet wird. „In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten der frühen Konzentrationslager heute in Vergessenheit geraten sind, möchte die Oberschule mit der Ausstellung ein Zeichen gegen das Vergessen rassistisch motivierter Gräueltaten setzen“, so Schulsprecher Rafal Czaplicki.

Von Jens Wegener

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