Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Kalt wie Vanilleeis und heiß wie die Wüste
Lokales Havelland Kalt wie Vanilleeis und heiß wie die Wüste
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:01 20.12.2013
KlausGrüneberg (r.) mit seinem Kollegen Mike Grahl. Quelle: JULIANE PRIMUS
Havelland

Kalt wie Vanilleeis
Wenn Klaus Grüneberg eine Weihnachtsente kauft, dann frisch aus der Tiefkühltruhe. Das ist Ehrensache. Der 52-Jährige arbeitet schließlich im großen Tiefkühllager der Supermarktkette Netto im Güterverkehrszentrum in Wustermark (GVZ). Bei minus 23Grad sommers wie winters schichtet er Waren um. Und er sagt: "Die Arbeit macht mir Spaß."

In den Wintermonaten kann ihm die Kälte noch weniger anhaben als im Sommer. "Dann ist die Umstellung zum Feierabend nicht so schwer." Ganz am Anfang unterschätzte Grüneberg den Temperaturunterschied von bis zu 50 Grad. "Ich bin zu schnell in mein Auto gestiegen, da wurde mir richtig schwindelig."

Klaus Grüneberg ist von Anfang an im GVZ dabei, seit 2007 der gekühlte Bereich des Großlagers eröffnet wurde. Insgesamt 185 Mitarbeiter räumen dort in drei Temperaturbereichen Waren in und aus den Regalen: Obst und Gemüse bei acht bis zehn Grad, Schnittkäse und Joghurt bei vier bis sieben Grad und Gehacktes bei null bis zwei Grad. Mit fünf Kollegen ist Grüneberg für Gefrorenes wie Vanilleeis und Tiefkühlpizza zuständig. "Da hat man immer einen guten Überblick, was gerade neu im Sortiment ist", freut sich Grüneberg. Dick eingemummelt in einen Thermoanzug und mit Wollmütze auf dem Kopf düst er auf seinem Stapler von Regalreihe zu Regalreihe. Die Kältekompressoren rauschen immerzu, übertönen die Musik aus dem Radio. Grüneberg packt die Waren so zusammen, wie der jeweilige Supermarkt - in Berlin, Dresden oder anderswo - es bestellt hat. "Manchmal komme ich dabei sogar ins Schwitzen", sagt Klaus Grüneberg.

Nach zwei Stunden in der Eiseskälte muss er für 15 Minuten in den Pausenraum zum Aufwärmen. Da gibt es auch eine Tasse heißen Kaffee. Am Abend zu Hause nahe Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) dreht er kräftig die Heizung auf. "Meiner Frau ist dann immer zu warm." Im Urlaub lässt sich Klaus Grüneberg so richtig durchheizen. In der Türkei oder auf Mallorca hält er tagelang seinen Bauch in die Sonne. Die Strategie funktioniert offenbar: "Ich bin nicht häufiger krank als die Kollegen aus wärmeren Abteilungen." Nur mit rauen Händen hat er manchmal zu kämpfen. "Da hilft nur eincremen."

Heiß wie die Wüste Saunameisterin Jessica Klingbeil sorgt bei 85 Grad in Seeburg für Aufgüsse
Um es gleich vorwegzunehmen: Auch Jessica Klingbeil bekommt im Winter gelegentlich mal eine rote Nase. Bloß liegt es bei der Berlinerin dann weniger an der frostigen Luft, sondern an den warmen Temperaturen an ihrem Arbeitsplatzes, die für gute Durchblutung sorgen. Denn Jessica Klingbeil hat einen der heißesten Jobs im Havelland. Sie ist in der Seeburger Havellandhalle gemeinsam mit drei Kollegen für die Saunaaufgüsse verantwortlich.

Jessica Klingbeil hat den heißesten Job imHavelland. Quelle: PHILIP HÄFNER

Zwischen 80 und 85 Grad herrschen in der finnischen Sauna im Keller der Anlage. Nach Aufgüssen kratzen die Temperaturen jedoch auch manchmal an der 100-Grad-Marke. In kurzer Hose, T-Shirt und Badeschlappen steht Jessica Klingbeil dann in der Sauna und schwingt ihr Handtuch, damit sich die heiße Luft in alle Ecken des Raumes verteilt. „Manche Mitarbeiter machen einen regelrechten Kult daraus“, sagt die 30-Jährige und grinst. Zehn bis 15 Minuten dauert das Prozedere. „Danach hat man eine sehr gesunde Gesichtsfarbe“, erzählt Jessica Klingbeil.

Die Tätigkeit als Saunameisterin ist für sie ein echter Traumjob. „Ich bin nämlich sonst eine ganz schöne Frostbeule“, meint sie. Im Büro dreht sie die Heizung hoch, gelüftet wird nur kurz. Ob sie sich im Winter, der am heutigen 21. Dezember offiziell begonnen hat, schon mal dabei ertappt hat, ein paar Minuten länger als nötig in der warmen Sauna zu bleiben? „Mit Absicht sicher nicht, aber unterbewusst vielleicht schon“, sagt Jessica Klingbeil. Die Gäste jedenfalls treibe es im Winter verstärkt in die Sauna. Je tiefer die Temperaturen, desto voller die Sitzbänke.

Seit drei Jahren kümmert sich Jessica Klingbeil um die Aufgüsse in der Havellandhalle. Sie kippt Wasser mit Orangen-Mandarinen-Duft oder Eukalyptusöl auf die heißen Steine – je nach Jahreszeit. Als sie in Seeburg anfing, habe sie sich erst an den ständigen Wechsel aus Heiß und Kalt gewöhnen müssen, sagt sie. „Anfangs hatte ich Kreislaufprobleme“, so Jessica Klingbeil. Damit das nicht passiert, rät sie allen Besuchern, auf den eigenen Körper zu hören.

Sie selbst hat allerdings auch dann noch etwas von der Sauna, wenn sie den Raum längst verlassen hat. Ihr Büro liegt direkt darüber. Sie lacht: „Das wirkt wie eine Fußbodenheizung.“

Von Juliane Primus und Philip Häfner

Havelland Kreis genehmigt Haushalt der Stadt – - Gnadenloser Sparbefehl

Die sehnlich erwartete Genehmigung des Rathenower Haushaltes und des Haushaltssicherungskonzeptes ist da. Am Donnerstag hat Bürgermeister Ronald Seeger das Schreiben des Landkreises erhalten, das die beiden Zahlenwerke auf Herz und Nieren geprüft hatte. Rathenow muss noch viel mehr sparen.

19.12.2013
Havelland Ketzin will Ferienhäuser bauen - Bald kleines Bungalowdorf an der Havel

Die Zahl der Wassertouristen steigt leicht, das will die Stadt Ketzin nutzen. Etwa 100 Meter neben dem Ketziner Strandbad könnte noch im nächsten Jahr ein kleines Bungalowdorf entstehen. Vier Fertighäuschen will die Stadt auf einem kommunalen Grundstück aufstellen und dann vermieten.

19.12.2013
Havelland Brieselangs Volksvertreter beschließen Neubau der Kita unter Vorbehalt - Eltern besorgt um Standort der Kita "Regenbogen"

Viele Eltern, deren Kinder die Kita "Regenbogen" im Forstweg besuchen, kamen am Mittwoch in den Sitzungssaal der Brieselanger Gemeindevertreter. Sie alle trieb die Sorge um den Erhalt "ihres" Kita-Standortes. Denn die Gemeinde plant, 2014 eine neue Kita an der Gottlieb-Daimler-Straße zu errichten und die Regenbogen-Kita dort zu integrieren.

19.12.2013