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Havelland Kampfflugzeuge aus Falkensee
Lokales Havelland Kampfflugzeuge aus Falkensee
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15:00 04.12.2014
Das neue Falkenseer Heimatjahrbuch.
Das neue Falkenseer Heimatjahrbuch. Quelle: Repro MAZ
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Falkensee

Die Flugzeugbaugeschichte von Falkensee ist kurz, aber interessant. Manfred Schulz hat sie für das neue Heimatjahrbuch des Museums aufgespürt. Die Spur führt aufs ehemalige Mitropa-Gelände. Hier hatte der aus der Schweiz stammende Ingenieur Franz Schneider die „Flugmaschinenwerke m. b. H. Seegefeld b. Spandau“ eingerichtet. Franz Schneider hatte mehr als 200 Patente angemeldet, darunter viele militärisch genutzte, wie das „synchronisierte Maschinengewehr“, das einen effektiven Unterbrechermechanismus enthielt, um das Schießen zwischen routierenden Propellerblättern zu ermöglichen. Schneider, der Anfang des vergangenen Jahrhunderts in Berlin lebte, hatte am 31. Januar 1917 den Kaufvertrag für eine Seegefelder Firmengelände unterzeichnet. Dort befanden sich zu dem Zeitpunkt Reparaturwerkstätten der Deutschen Eisenbahn-Speisewagen-Gesellschaft AG Berlin in Liquidation. Schneider kaufte für 525.000 Mark Gelände, Gebäude und Geräte. Bereits in dem Jahr beschäftigte er 250 Arbeiter und Angestellte. Hier wurden Kriegsflugzeuge repariert, aber auch neue entworfen und gebaut. So ein Kampfeinsitzer mit 220-PS–Goebel-Motor. Nach Kriegsende und den Auflagen aus dem Versailler Vertrag mussten die Flugzeuge zerstört werden, Schneider firmierte um und schuf eine Maschinenfabrik, die unter anderem Eisenbahnwagen und Radiogeräte baute und reparierte. Die Inflation überlebte die Firma nicht, 1926 wurde die „Franz Schneider Maschinenwerke GmbH“ verkauft, sie ging an die „Mitropa – mitteleuropäische Schlafwagen und Speisewagen AG“. Der Ingenieur führte noch eine Weile eine kleine Betten-Fabrikation, aber die ging drei Jahre später konkurs. 1937 reiste Franz Schneider nach Japan aus, wo er als Militärberater wirkte und wo er 1943 starb.

22 Beiträge von 16 Autoren

Die faktenreiche und gut bebilderte Geschichte von Franz Schneider und dem Falkenseer Flugzeugbau ist eine von 22 Beiträgen in dem neuen Heimatjahrbuch. Seit dem Jahr 2000 gibt der Förderverein des Museums die Broschüre heraus. In diesem Jahr ist der Umfang des Heftes um fast ein Viertel gewachsen. Damit hat sich auch der Preis auf 7,50 Euro erhöht. Auf 148 Seiten haben insgesamt 16 Autoren Texte veröffentlicht, alle haben dabei honorarfrei gearbeitet.

Lese- und Reflexionsangebot

Das Heimatjahrbuch versteht sich als Lese- und Reflexionsangebot. „Die Rückschau die den Blick für das Gegenwärtige schärft und den Lebensort zu entdecken hilft, bewirkt Identifkation, das so wertvolle Gefühl des Angekommenseins“, sagt Burkhard Berg, Vorsitzender des Fördervereins. Er selbst steuert einen Beitrag über die Bekennende Kirche in Falkensee nach 1933 bei. Die Zeit um den Zweiten Weltkrieg bestimmt mehrere Beiträge in dem Kalendarium. Wilhelm Döbbelin schreibt über den Widerstand im Osthavelland. Barbara Schulz dokumentiert und bewertet die baulichen Reste des KZ-Außenlagers Sachsenhausen in Falkensee. Hans-Ulrich Rhinow beschreibt seine Erlebnisse zum Kriegsende, das ihn nach Falkensee verschlug. In die DDR-Zeit führt Ines Oberling die Leser, sie berichtet über die „Tote Villa“, das Gästehaus der Staatssicherheit in Falkenhöh. Wirtschaftsgeschichte beschreibt noch einmal Manfred Schulz in seinem Kapitel über die Mühlen der Stadt und Burkhard Berg über die Dampfwäscherei Reichert. Frank Dittmer blättert in Seegefelder Schulgeschichte.

Das Heimatjahrbuch ist seit wenigen Tagen im Handel. Erhältlich ist es im Museum, in der Buchhandlung Gebauer Falkensee und in der Thalia-Buchhandlung Havelpark.

Von Marlies Schnaibel

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