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Havelland Kaufland schließt Restaurant im Havelpark
Lokales Havelland Kaufland schließt Restaurant im Havelpark
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09:28 27.01.2017
Kaufland bleibt, aber das Restaurant schließt.
Kaufland bleibt, aber das Restaurant schließt. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Dallgow-Döberitz

Die 45 Mitarbeiter sind bereits informiert, die Kunden werden es jetzt: Ende Juli schließt im Havelpark das Kaufland-Restaurant mit dem Eiscafé. Am Donnerstag machte das Unternehmen die Entscheidung öffentlich. „Der letzte Öffnungstag ist am Samstag, dem 29. Juli 2017“, teilte Christine Axtmann, Pressesprecherin der Kaufland Dienstleistungs GmbH, mit.

Der Havelpark ist bei den Kunden beliebt. Quelle: www.picturepoint.biz/info@pictur

Kaufland möchte sich künftig noch mehr auf sein Kerngeschäft, den Lebensmitteleinzelhandel, konzentrieren. Als solcher ist und bleibt er der größte Mieter im Havelpark. Seit 1. Februar 1994 hatte die Gesellschaft auch das Restaurant betrieben, es war wegen seiner Preise und Auswahl besonders bei vielen älteren Havelländern beliebt. „Aufgrund der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens, das deutschlandweit 650 Lebensmittelfachmärkte betreibt, wird das SB-Restaurant am Standort Dallgow nicht weiter betrieben“, erklärte Christine Axtmann.

Die Nachricht fällt in eine Zeit der Umorientierung des Havelparks nach dem jüngsten Besitzerwechsel. Der Markt soll für 15 Millionen Euro aufgefrischt werden, erklärte Christian Diesen, Geschäftsführer der HLG Projekt Management GmbH. Die Gesellschaft entwickelt Immobilien und in dem Rahmen auch den Havelpark. Die Nachricht von der Schließung des Kaufland-Restaurants kam für ihn am Donnerstag überraschend. „Das ist ganz neu für mich“, sagte er. Jetzt müsse man sehen, wie sich das auf die sowieso geplanten Umbauten auswirkt.

Danach soll sich im Havelpark einiges tun. „Vieles hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert, auch das Einkaufsverhalten der Kunden“, sagte er, darauf wolle man unter anderem durch eine bessere Aufenthaltsqualität und gastronomische Angebote eingehen. Es gebe eine neues Beleuchtungs- und Farbkonzept. So werde auch darüber nachgedacht, ob man sich von dem markanten, aber inzwischen etwas unmodischen Türkisblau verabschieden wird.

Der Markt sei in die Jahre gekommen, sagte Diesen, da ist seit der Eröffnung vor mehr als 20 Jahren nicht all zuviel investiert worden. „Vieles an dem Markt ist gut, aber er muss aufgefrischt werden“, sagte er. Dafür sprechen die mehr als 150 Millionen Besucher seit der Eröffnung.

Das entspricht der Absicht der neuen Besitzer. Ende des Jahres 2017 war der Havelpark im Paket mit drei anderen ostdeutschen Einkaufscenter verkauft worden. Die New Yorker Investmentgesellschaft Madison International Realty JV hatte die vier Center gekauft. Bereits drei Jahren zuvor war der Havelpark im Verbund verkauft worden. Damals wechselte der Dallgower Havelpark von der WH2005/LHI Christie GmbH & Co KG aus Pullach zur einem Konsortium aus der Immobiliensparte der englischen Bank Morgan Stanley und dem Hamburger Unternehmen Redos Immobilien. Die Besitzer hatten damals angekündigt, den Investitionsstau der Objekte aufzulösen. Umbaupläne gab es, sie wurden aber in Dallgow bisher nicht umgesetzt.

Von Marlies Schnaibel