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Ketzin Abschied vom Museum
Lokales Havelland Ketzin Abschied vom Museum
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06:17 31.12.2018
Sylvia Krause war 15 Jahre in der Tourist-Information. Quelle: Foto: Wolfgang Balzer
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Ketzin/Havel

Wenn in der Ketziner Tourist-Information mehrmals im Jahr mit zahlreichen Gästen die verschiedensten Sonderausstellungen eröffnet werden, steht Sylvia Krause (63) immer im Hintergrund und ist stolz darauf, dass es für die Gestaltung der Ausstellungen immer wieder lobende Worte gibt.

Seit vielen Jahren trägt sie als Leiterin der Tourist-Information die Verantwortung dafür. Die bis vor wenigen Tagen zu sehenden Aquarelle der Falkenseer Malgruppe von Monika Taterra und die Ikonen von Tatjana Pauly war die letzte von ihr gestaltete Ausstellung. Heute, am 31. Dezember geht sie in den Ruhestand.

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Abschied fällt schwer

„Meine Arbeit hat mir immer Spaß gemacht. Entsprechend fällt mir der Abschied schwer“, blickt sie zurück. Seit 15 Jahren ist sie im Museum tätig. Am Anfang sah es alles nicht rosig aus.

Durch ABM gehangelt

„2003 wurde ich arbeitslos und hangelte mich ab November des gleichen Jahres von einer Maßnahme in die andere“, schilderte Sylvia Krause den Arbeitsbeginn im Museum mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Es folgte zweimal der Ein-Euro-Job für jeweils neun Monate und schließlich ein Arbeitsvertrag mit dem Landkreis über das Stellenprogramm 50 Plus.

Erst nach fast fünf Jahren, im Mai 2008, konnte sie optimistischer in die Zukunft blicken und mit der Stadt einen regulären Arbeitsvertrag abschließen. Außer ihrer Museums- und Ausstellungsarbeit bekam sie das Versicherungswesen der Stadt und die Vergabe der Trainingszeiten in den Sportstätten an die Ketziner Vereine sowie die Betriebskostenabrechnungen der städtischen Sportstätten als Aufgaben hinzu.

Hobbykünstler gefördert

Stolz ist sie darauf, dass es gelungen ist, Ketziner mit ihren Hobbys in den wechselnden Ausstellungen ebenso vorzustellen wie die Hobbykünstler aus Ketzin/Havel und der näheren Umgebung. Immer mehr Besucher kamen so in den letzten Jahren in die Tourist-Information. Krause hat es mit ihrem Team geschafft, dass die Ketziner Einrichtung bereits zum zweiten Mal vom Deutschen Tourismusverband mit dem charakteristischen roten „i“ als besonders gute Tourist-Information ausgezeichnet wurde.

Anfang in der Baumschule

Nach Ketzin hatte es sie 1977 geführt, als angehende Ingenieur-Ökonomin zu einem Praktikum in der hiesigen Baumschule. Der Liebe wegen ist sie geblieben. Nach anfänglicher Tätigkeit in der Lohnbuchhaltung folgte die Leitung der Verkaufsstelle in der Baumschule und später im Paretzer Kombinat Tierzucht eine Arbeit in der Hauptbuchhaltung. „Hier habe ich das Licht ausgemacht“, erinnerte sie sich.

„Langweilig wird es mir als Rentnerin nicht“, ist sich Sylvia Krause ganz sicher. Endlich habe sie mehr Zeit für ihre zwei Enkel. „Die bedeuten mir sehr viel. Als ich den ersten Enkel auf dem Arm hatte, war ich so stolz.“ Und Zeit für ihre Hobbys, das Lesen und Spaziergänge in der Natur, werde sie endlich auch haben, freut sie sich. „Außerdem haben wir unsere Leidenschaft für Kreuzfahrten entdeckt.“ So möchte sie in den nächsten Jahren mit Ehemann Horst die Länder Europas besser kennenlernen.

Interesse an Stadtgeschichte

Noch eins haben die 15 Jahre Arbeit im Museum bewirkt: ihr zunehmendes Interesse an der Ketziner Stadtgeschichte. Kein Wunder also, dass die künftige Rentnerin weiter im Heimatverein mitwirken möchte.

Einige spezielle Wünsche hat sie trotzdem: Dass das Museum am neuen Standort neben der Bibliothek und auch die umgebaute Tourist-Information, in der es auch künftig Ausstellungen geben wird, weiterhin zahlreiche Besucher haben.

Von Wolfgang Balzer