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Ketzin Auftakt mit Ausstellung zu Havelländischen Kreisbahnen
Lokales Havelland Ketzin Auftakt mit Ausstellung zu Havelländischen Kreisbahnen
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12:39 31.03.2019
Jörg Schulze hat wesentliche Teile der Ausstellung über die Kreisbahnen im Havelland erstellt. Quelle: Jens Wegener
Tremmen

Am Bahnhof Tremmen hält schon lange keine Bahn mehr. Der letzte Personenzug fuhr 1966, der letzte Güterzug 1969. Damals gehörte Tremmen noch zum Westhavelland, genauer gesagt, lag der Ort im Bediengebiet der Westhavelländischen Kreisbahn zwischen Röthehof bei Neugarten und Brandenburg an der Havel.

Alle bedeutenden Fakten und viele Fotos zur Geschichte der Ost- und der Westhavelländischen Kreisbahnen sind ab dem 7. April in einer Sonderausstellung im Tremmener Dorfmuseum zu sehen. „Es ist gleichzeitig unser Saisonauftakt“, sagt Lothar Lehnhardt vom Verein „Förderkreis Dorfmuseum Tremmen“ und ergänzt: „Ich freue mich wirklich, dass wir Jörg Schulze aus Brandenburg an der Havel für diese Ausstellung als Macher und Experten gewinnen konnten.“

Fünf Jahre Vorbereitung

Er habe Schulze im September 2014 eher zufällig auf einer Tagung der Freunde der Ziegeleigeschichte getroffen und mit ihm vereinbart, doch in Tremmen eine Ausstellung zur Bahngeschichte zu machen.

Fast fünf Jahre sind ins Land gegangen. „Wir haben uns getroffen, haben in Archiven gesucht, haben Fotomaterial von Privatpersonen eingesammelt“, erzählt Lehnhardt. Aber die meisten Fakten stammen aus dem Archiv des Hobby-Eisenbahnspezialisten Jörg Schulze. Der 62-Jährige war früher bei der Bahn angestellt, ist Mitglied unter anderem in der Interessengemeinschaft Eisenbahn/Modelleisenbahn in Brandenburg an der Havel und hat bereits ein Buch über die Osthavelländischen Kreisbahnen herausgegeben. „Das Buch zu den Westhavelländischen Kreisbahnen ist fast fertig“, so Schulze.

Broschüre gibt es vor Ort

Zusammengefasst auf 15 großen Informationstafeln und ergänzt mit einigen Bahn-Utensilien, können sich Interessierte im Dorfmuseum Tremmen vom 7. April bis Ende Oktober ein Bild davon machen, wie die Kleinbahnen im Ost- und Westhavelland entstanden sind, welche Strecken gefahren wurden und wann der Bahnverkehr in einigen Abschnitten zum Erliegen kam.

Teilnehmer der letzten Fahrt von Nauen nach Ketzin. Quelle: privat

Lothar Lehnhardt erinnert sich, dass er als 17-Jähriger bei der letzten Fahrt von Nauen nach Ketzin am 21. Mai 1966 dabei war: „Die Lokomotive war geschmückt, und in Röthehof wurde auf dem Bahnsteig getanzt.“

Zur Ausstellung wurde eine Broschüre erarbeitet, die es in Tremmen zu kaufen gibt. „Wir danken der Stadt Ketzin/Havel für die finanzielle Unterstützung“, sagt Lothar Lehnhardt. Zur Eröffnung am kommenden Sonntag um 13.30 Uhr sind Helfer, Chronisten aus umliegenden Orten und ehemalige Bahner eingeladen. „Vielleicht kommt auch ein früherer Lokführer, der auf einer der Strecken gefahren ist“, hofft Lehnhardt.

Alte Fahrkarten gesucht

Um die Geschichte der Havelländischen Kreisbahnen vervollständigen zu können, setzt Jörg Schulze auf die weitere Hilfe von Privatleuten. Informationen, Fotos, Dokumente oder alte Fahrkarten können in Tremmen abgegeben werden. Kontakt auch per Mail: jsb-technik@t-online.de oder per Telefon 03381/70 19 90.

Die Ausstellung ist bis 27. Oktober samstags, sonntags und feiertags von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. Es können auch andere Termine vereinbart werden.

Von Jens Wegener

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