Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ketzin Baby-Aale in der Ketziner Havel ausgesetzt
Lokales Havelland Ketzin Baby-Aale in der Ketziner Havel ausgesetzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
12:00 02.02.2020
Aale werden in der Havel bei Ketzin ausgesetzt: Bürgermeister Bernd Lück (l.) und Fischermeister Lutz Schröder entließen 240 000 Glasaale in die Havel. Quelle: Wolfgang Balzer
Ketzin/Havel

Es ist zu einem alljährlichen Ritual geworden: Im Vorfrühling entlassen Fischermeister Lutz Schröder und Bernd Lück, Bürgermeister und leidenschaftlicher Hobbyangler, gemeinsam einige hunderttausend Glasaale an verschiedenen Stellen in die Ketziner Havel.

Von der Loire an die Havel

„So konnten wir bisher für stabile Bestände sorgen“, sagte Lück auf der Ketziner Festwiese. In der Nacht war ein Spezialtransporter nach rund sechzehnstündiger Fahrt von der französischen Atlantikküste aus der Nähe der Loire-Mündung mit der wertvollen Fracht eingetroffen. Zwei bis drei Jahre hatten die Aallarven gebraucht, um von der Sargassosee in der Nähe der Bahamas bis kurz vor die Küste zu gelangen. Nur knapp 0,3 Gramm schwer und so rund acht Zentimeter lang sind die Glasaale, wenn sie vor der Küste gefangen werden.

Diese Mini-Aale werden in der Havel bei Ketzin ausgesetzt. Quelle: Wolfgang Balzer

Vorsichtig öffnete der Fischermeister den ersten Styropor-Behälter, nahm den kühlenden mit Eis gefüllten Behälter aus der Halterung und ließ die durchsichtigen Winzlinge über die offene Hand schlängeln. „Prima lebendig“, so sein Urteil. Vorsichtig ließ er die glibberige Masse aus dem Transportbehälter in die Havel gleiten. Unmittelbar danach war von den mehr als 3000 Stück keiner mehr zu sehen.

Stabiler Bestand

„Die Wassertemperatur ist fast ideal, sie schwimmen gut ab und verteilen sich nach und nach auf etwa 30 Kilometer des Flusses“, so die Erfahrung des Fischermeisters. Bereits seit den fünfziger Jahren werden zur Bestandserhaltung Jungaale in die Havel eingesetzt. In den letzten Jahren sei der Bestand stabil, sagte Schröder.

Lange Wege

Es stiegen aber auch nach wie vor Aale auf natürlichem Wege von den Küsten der Nordsee in die Flüsse auf. „Einige der Jungaale werden wir hoffentlich so nach sechs bis acht Jahren wiedersehen“, scherzte er und meinte den traditionellen großen Fischzug zum Ketziner Fischerfest im August, nach dem alljährlich einige Kilogramm fast ausgewachsener Aale versteigert werden. Je nach ihren Lebensbedingungen würden die Aale nach zwölf Jahren, eventuell erst auch erst nach 20 Jahren zu den Laichplätzen in der Sargassosee zurückschwimmen.

Sorge wegen der Kormorane

Sorgen bereiten ihm nach wie vor die Kormorane, deren Leibspeise Aale sind. So 300 bis 500 Gramm Fisch verspeise jeder Kormoran täglich und er habe beobachten, dass die Vögel sich auch zum gemeinschaftlichen Fischen zusammenschließen, und zwar teils mehrere hundert Kormorane gleichzeitig. Sie würden einen Kreis bilden, einige schlagen mit den Flügeln und sie ziehen den Kreis dabei immer enger, sagte Schröder.

Hoffnung für den Zander

Aber auch Positives hatte er zu berichten. Vor zwei bis drei Jahren waren die Zander aus dem hiesigen Flusslauf fast ganz verschwunden. Jetzt habe sich der Bestand erholt. Die Jungzander würden so um 500 Gramm wiegen und seien in ein bis zwei Jahren fangreif. Schröder führt das auf die heißen Sommer zurück. Durch die Temperaturen war die Havel etwas trüber und dadurch das Krautwachstum geringer.

In weniger als einer Stunde waren rund 240.000 Glasaale in die Havel entlassen. „Im Sommer setzen wir noch einige tausend vorgestreckte Aale ein“, merkte der Fischermeister an. Im vergangenen Jahr hatte Schröder rund 300 000 Jungaale in die Havel entlassen.

Von Wolfgang Balzer

Mit Vertretern von Firmen aus der Region übten Ketziner Schüler das Verhalten in Bewerbungsgesprächen. Sie lernten auch, dass angemessene Kleidung dazugehört.

31.01.2020

Der Ketziner Bauausschuss lehnt mehrheitlich das Ansinnen der Fraktion Grüne/Bürger/Piraten ab, die in ihrem Antrag gefordert hat, die Klimanotlage auszurufen. Aber ganz vom Tisch ist die Sache noch nicht.

30.01.2020

Der größte Teil der Gewässer in Ketzin-Brückenkopf wurde bereits als schiffbar umgewidmet. Jetzt gibt es auch für die Anwohner der noch fehlenden Löcher H und J am Ziegeleikanal Hoffnung, dort mit Motorbooten fahren zu können.

27.01.2020