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Ketzin Beitragsfreies Kitajahr reißt Loch in die Stadtkasse
Lokales Havelland Ketzin Beitragsfreies Kitajahr reißt Loch in die Stadtkasse
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19:40 07.06.2018
Eine der kommunalen Kindereinrichtungen in Ketzin/Havel ist die Kita „Kinderparadies“ im Ortsteil Tremmen. Quelle: Privat
Ketzin/Havel

Genaue Zahlen kennt die Ketziner Verwaltung zwar noch nicht. Aber eines steht laut Bürgermeister Bernd Lück (FDP) fest: Das von der Landesregierung auf den Weg gebrachte beitragsfreie dritte Kita-Jahr wird ein Loch in die Ketziner Stadtkasse reißen.

„Wir werden einige geplante Investitionen verschieben, weil wir als Kommune die fehlenden Einnahmen aus den Elternbeiträgen ausgleichen müssen. Denn die Kosten sind ja da, genau wie das Kita-Personal.“ Er habe noch keine konkreten Angaben erhalten, wie hoch der Zuschuss des Landes pro beitragsfreiem Kind sein werde, so Lück. „Aber wenn es bei den im Raum stehenden 115 Euro bleibt, reicht das natürlich hinter und vorne nicht.“ Zum gegenwärtigen Zeitpunkt würden in den kommunalen Einrichtungen der Stadt ab August 34 Kinder vom zweiten ins dritte Kitajahr wechseln.

Kitajahr ist nicht mehr gleich Schuljahr

Was die Eltern der betreffenden Kinder freut, treibt der Verwaltung und den Stadtverordneten die Sorgenfalten auf die Stirn. „Wir stellen derzeit die Software im Hause um, damit wir die richtigen Beitragsbescheide verschicken können“, sagt die Ketziner Kita-Verantwortliche Ilona Thiele.

Das allein sei schwierig, denn: „Mit dem neuen Gesetz ist erstmals das Schuljahr nicht mehr gleich Kitajahr.“ Letzteres beginne ab sofort immer am 1. August und dauere bis zum 31. Juli. Schulbeginn ist am 20. August, so dass „die Schulanfänger-Kinder noch im Hort sein können und wir die neuen Kita-Kinder schon aufnehmen müssen. Ich weiß heute noch nicht, wie das funktionieren soll, weil es nicht genug Plätze gibt“, so Thiele weiter.

Rücksteller profitieren doppelt

Von einer „völligen Ungleichbehandlung“ im neuen Kita-Gesetz sprach der Bürgermeister bezüglich der sogenannten Rücksteller. Wenn Eltern entscheiden, dass ihr Kind nach Ende des dritten Kitajahres noch nicht eingeschult werden soll, ist auch das erneute dritte Kitajahr beitragsfrei. Ebenfalls neu: „Wenn ein Kind das dritte Kitajahr überspringt, also auf Wunsch der Eltern mit fünf Jahren schon in die Schule kommt, „werden die Kosten für das zweite Kitajahr erstattet“, erklärte Ilone Thiele im Ketziner Sozialausschuss.

Nachtragshaushalt im Herbst bringt Klarheit

„Grundsätzlich sind wir ja alle für ein beitragsfreies Jahr, wenn das Geld da ist und die Kommunen nicht mit den Kosten allein gelassen werden“, sagte Ausschussvorsitzende Renate Donat (Linke). Noch weiter geht Stadtverordnete Doris Radtke (SPD-Fraktion). „Ich bin für die Beitragsfreiheit, denn wir müssen irgendwann damit anfangen, auch wenn es uns als Kommune sehr schwer fallen wird.“ Schule sei umsonst, für Studenten gebe es Bafög, deshalb sei ein beitragsfreies Kitajahr sinnvoll. „Aber der Bund müsste sich dabei stärker einbringen“, ergänzte Radtke.

Wie die Finanzierung des neuen Kitajahres in Ketzin/Havel gesichert werden kann, müssen die Stadtverordneten im Nachtragshaushalt festlegen, der im Herbst beraten wird.

Von Jens Wegener

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