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Ketzin Bodendenkmale und Stellplätze: Auflagen für Ketziner Investor
Lokales Havelland Ketzin Bodendenkmale und Stellplätze: Auflagen für Ketziner Investor
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16:08 25.11.2019
Am Ende der Baustraße/Ecke Havelpromenade soll das vierte Mehrfamilienhaus entstehen und eine Lücke schließen. Quelle: Jens Wegener
Ketzin/Havel

23 neue Wohnungen soll es insgesamt auf dem Areal Baustraße/Havelpromenade in Ketzin geben. Drei Häuser stehen bereits, um den Bau des vierten Gebäudes muss der Ketziner Investor Eike Pritzkow noch fürchten, denn noch immer gibt es Gegenwind – sowohl von einigen Stadtverordneten als auch Bürgern. Noch dazu haben einige Behörden (Träger öffentlicher Belange) nach der Begutachtung der eingereichten Bauunterlagen Auflagen erteilt.

Teile der Bodendenkmale wurde zerstört

Da wären zunächst zwei Bodendenkmale „Siedlung Urgeschichte, Gräberfeld slawisches Mittelalter“, die sich auf dem Areal befinden. Im Zuge der bereits erfolgten Bauarbeiten sind Teile der Denkmals zerstört worden, sagt die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises. Weitere Eingriffe werden angenommen. „Daher stehen dem Vorhaben zunächst Belange des Denkmalschutzes entgegen“, so die Aussage der Behörde. Der Investor muss nun eine denkmalrechtliche Erlaubnis beantragen, um dort weiterarbeiten zu können. Ob die erteilt wird, bleibt abzuwarten.

Bauordnungsamt sieht Probleme

Ein weiterer Einwand kommt vom Bauordnungsamt des Landkreises Havelland. Das stellt fest: „Die zulässige Versiegelung entspricht einer Gesamt-GRZ von 0,87 im Baugebiet, was zu einer Überschreitung der Kappungsgrenze von 0,8 führen würde.“... Allein durch die Hauptanlagen werde eine GRZ von 0,64 erreicht, womit auch die in einem allgemeinen Wohngebiet zulässige Obergrenze von 0,4 ganz erheblich überschritten werden würde. Der Investor müsse diese Abweichungen ausführlich begründen, so das Bauordnungsamt.

Dritter Knackpunkt, der aus Sicht der Bürger besonders zu Buche schlägt, ist die Parkplatzsituation. Schon jetzt ist die Baustraße fast immer mit Autos zugeparkt. „Wenn alle neuen Mieter eingezogen sind, werden dort viele neue Stellplätze gebraucht. Und die vom Investor vorgesehenen reichen nicht“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Tschirch (SPD).

15 Stellplätze sollen angemietet werden

„Die für die 23 Wohneinheiten erforderlichen Stellplätze sind im Hofbereich sowie über anzumietende Flächen vorzusehen. Über die Zufahrt von der Havelpromenade aus sind sechs Stellplätze auf dem Grundstück zu sichern, weitere 15 Stellplätze im unmittelbaren Umfeld des Bauvorhabens werden vom Vorhabenträger für die Mieter der Wohnungen im Plangebiet angemietet“, heißt es in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung. Die anzumietenden Stellflächen befinden sich an der Havelpromenade/Karl-Liebknecht-Straße 3 (5 Stück), in der Baustraße 3 c (5 Stück) sowie an der Havelpromenade/Karl-Liebknecht-Straße 8 (5 Stück).

Stadtverordnete werden entscheiden

„Ob und für welchen Zeitraum der Investor diese Stellplätze letztlich anmieten wird, das weiß niemand“, bemängelte Evelin Sens, sachkundige Einwohnerin im Bauausschuss. Sie sieht darin eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Investoren, die Bauvorhaben umgesetzt haben oder noch umsetzen wollen. „Die Anzahl der Stellplätze auf dem Baugrundstück ist zu gering“, so Sens. „Was ist denn das vierte Haus steht und die Mietverträge für die 15 Stellplätze gekündigt werden?“

Im Bauausschuss war das Abstimmungsergebnis zum Bebauungsplan „Baustraße“ knapp: zweimal Ja, zweimal Nein und eine Enthaltung. Die Ketziner Stadtverordneten werden am 16. Dezember entscheiden.

Von Jens Wegener

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