Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ketzin Brandenburger Ministerium unterstützt Energiewendelabor in Knoblauch
Lokales Havelland Ketzin Brandenburger Ministerium unterstützt Energiewendelabor in Knoblauch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:52 16.06.2019
Im Gespräch: Thomas Bochers (l.), Kurt-Christoph von Knobelsdorff, (2.v.r.) und Wilfried Pester(r.). Quelle: Wolfgang Balzer
Ketzin/Havel

Der Standort Ketzin-Knoblauch bietet ideale Bedingungen für das von der Edis geplante Energiewendelabor (EWL). Zudem seien die erwarteten Ergebnisse aus der beabsichtigten Forschung für das künftige Management des Energiesystems unverzichtbar. Darüber waren sich Vertreter des Brandenburgischen Energieministeriums, der Wirtschaftsförderung, der künftigen Partner und der gastgebenden Edis Freitagnachmittag während eines Ideenaustausches in Ketzin einig.

Gärproduktelager noch in diesem Jahr

Obwohl es für das Projekt auf dem Gelände des ehemaligen Untergrundgasspeichers bisher noch keine Fördermittelzusage vom Bund gibt, gehen die Vorbereitungen weiter. So wurde an der seit rund zehn Jahren produzierenden Biogasanlage kürzlich eine Fotovoltaikanlage für die Eigenversorgung mit Strom installiert, hinzukommen soll noch in diesem Jahr ein Gärproduktelager mit Gasspeicher. Über den Generator kann damit die Stromerzeugung von 250 auf 750 KW erhöht werden. Und das Substrat könnte künftig nicht nur ein halbes Jahr, sondern bis zu 270 Tage gelagert werden, was für Landwirte interessant ist, informierte Wilfried Pester, Geschäftsführer der Eon-Edis Contracting GmbH.

Baugenehmigung für Windrad eingereicht

Wie Gastgeber Thomas Borchers, Geschäftsführer der Firma Edis-Therm, bei einer Besichtigung erläuterte, solle vor Ort in Ketzin künftig ermittelt werden, ob und wie Biogasanlage, Fotovoltaik, Batteriespeicher und Windstrom für Energiekunden effektiv zusammenwirken könnten. Nach der Diskussion und mehrheitlichen Zustimmung in der Stadtverordnetenversammlung zur geplanten Windenergieanlage versicherte Borchers, dass an diesem Standort nur diese eine 50 Meter hohe Anlage geplant sei. Die geforderte Zuarbeit sei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises bereits übergeben worden. Er hofft auf eine schnelle Baugenehmigung. Nur so könne das Zusammenspiel der Energien der Sonne, des Windes, von Biogas und Stromspeicherung nachhaltig erforscht werden, sagte er.

„Grüne“ Wärmeüberschüsse sollen genutzt werden

Ins Gespräch gebracht wurde auch eine mögliche Fernwärmeversorgung der künftigen Ketziner Wohngebiete Baumschulwiese und Wasserstadt, aber auch einiger anderer Gebäude in der Stadt. Genutzt werden könnten dafür die im Energiewendelabor anfallenden „grünen“ Wärmeüberschüsse. „Ich möchte dafür zunächst eine Machbarkeitsstudie fertigen lassen“, sagte Borchers.

Volle Unterstützung erhält das geplante Energiewendelabor vom Brandenburger Ministerium für Wirtschaft und Energie. „Ich bewerte das Projekt aus Brandenburger Sicht sehr, sehr positiv“, sagte Kurt-Christoph von Knobelsdorff, Leiter der Abteilung Energie und Rohstoffe.

Speicherung von Wasserstoff im Gespräch

Ein anderer interessanter Aspekt: Der ehemalige Untergrundgasspeicher könnte auch für die saisonale Speicherung von Wasserstoff genutzt werden. Das müsse aber noch untersucht werden. Grundgedanke sei, dass der regenerativ erzeugte Strom per Elektrolyse zu „grünem Wasserstoff“ umgewandelt wird, der in das Gasnetz eingespeist werden kann. Andererseits ließe er sich bei brennstoffzellengetriebenen Pkw, Bussen, Schienenfahrzeugen und auch Schiffen zu Emissionsreduzierung nutzen. Dafür böten die in der Ketziner Umgebung befindlichen Gewerbegebiete und eventuell auch ein reaktivierter Bahnverkehr von und nach Ketzin/Havel gute Voraussetzungen.

Von Wolfgang Balzer

In diesem Jahr konnten die Tremmener an einem Wochenende gleich an zwei Orten feiern und Neues erkunden. In unmittelbarer Nachbarschaft des Dorffestes lud der Pferdehof Bialek zur Landpartie.

16.06.2019

Laut der Prognose des Brandenburger Finanzministeriums können Kommunen wie Falkensee, Nauen, Friesack, Brieselang und Wustermark 2020 mit höheren Schlüsselzuweisungen vom Land rechnen als 2019. Aber es gibt auch Verlierer.

13.06.2019

Wenn künftig der Ketziner Sozial- und Bildungsausschuss tagt, soll ein Vertreter des Seniorenrates dabei sein, zwar ohne Stimm- aber mit einem Rederecht. Einen solchen Antrag will der Bürgermeister unterstützen.

13.06.2019