Falkenrehde: Das lieben die Leute an ihrem Dorf
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Falkenrehde: Das lieben die Leute an ihrem Dorf

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10:11 10.04.2021
Das Dorfgemeinschaftshaus in Falkenrehde ist der Treff im Ort.
Das Dorfgemeinschaftshaus in Falkenrehde ist der Treff im Ort. Quelle: Jens Wegener
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Falkenrehde

„Nicht zu groß, aber auch nicht zu klein. Ruhig, aber nicht zu ruhig. Gute Anbindungen nach Potsdam, Ketzin und Berlin über Wustermark und viele aktive Vereine.“ Damit hat der Falkenrehder „Ureinwohner“ Detlef Edeling schon vieles über den Ketziner Ortsteil gesagt. Der 63-Jährige selbst engagiert sich im Förderverein für die örtliche Feuerwehr und freut sich, dass es dafür diverse Mitstreiter gibt. „Aber wir haben im Dorf auch noch den Fußballverein Fal-Ke und den Angelverein“, sagt Edeling.

Bibliothek und Jugendklub im Haus

Und nicht zu vergessen ist das schöne und große Dorfgemeinschaftshaus direkt an der Landesstraße. Rentnerin Renate Ertel lebt seit 1956 in Falkenrehde und hat die ehrenamtliche Leitung der Bibliothek im Haus übernommen. „Leider konnten wir wegen der Pandemie ja nicht öffnen, aber sonst habe ich 38 eingetragene Leser“, erzählt die 70-Jährige stolz.

Der „Gutshof Havelland“. Quelle: Jens Wegener

Auch für den Seniorenverein und den Jugendklub ist das Gebäude ein Domizil. Doris Helwing, die seit 1974 in Falkenrehde wohnt, berichtet „von vielen schönen Seniorennachmittagen und den Frauensportgruppen, die dort regelmäßig trainieren.“ Aber derzeit machen sich einige Falkenrehder Sorgen, ob ihr Dorfgemeinschaftshaus wegen der kritischen finanziellen Lage der Stadt Ketzin/Havel weiter offen gehalten werden kann.

Die Kirche. Quelle: Jens Wegener

Der Jugendklub sei zwar nicht so gut besucht, aber trotzdem ein Ort, wo „ich mit Freunden mal spielen oder quatschen kann“, meint der 12-jährige Leon Schöttler. Sein Kumpel Till Lorenzki (10) stimmt zu und ergänzt: „Ich spiele lieber hier auf dem Gelände Basketball.“

Für die Kinder ab 10 Jahren sei der Spielplatz am Uetzer Weg nicht geeignet, sagt Philipp Radoy. „Die Schaukeln sind zu klein und es fehlt die Aktion“, so der Zwölfjährige. Das könne man ändern, in dem eine Skaterbahn aufgestellt würde.

Wenn die „Wagesäcke“ kommen

Da der Spielplatz in einer Senke liegt, sind die kleinen Rampen an den Seiten aber wunderbar als Rodelbahn nutzbar, was sich in diesem Winter mehrfach gezeigt hat“, weiß Isolde Stage zu berichten. Die 60-Jährige lebt gern in Falkenrehde, sie freut sich, wenn im Gemeinschaftshaus kulturelle Veranstaltungen sind, zum Beispiel würde dort oft die Theater gruppe „Wagesäcke“ auftreten.

Der Spielplatz am Uetzer Weg. Quelle: Jens Wegener

250 Einwohner in Neu-Falkenrehde

Obwohl Detlef Edeling den Zusammenhalt der Menschen im Dorf lobt, gelte es doch immer weder festzustellen, dass es Falkenrehde und Neu-Falkenrehde gebe. In dem rund einen Kilometer entfernten Ortsbereich Neu-Falkenrehde leben von den insgesamt knapp 900 Falkenrehdern etwa 250. Die meisten sind nach der Wende zugezogen und haben dort ein Häuschen gebaut. Ob es die Entfernung ist, die eine gewisse Distanz zwischen beiden Ortsbereichen aufkommen lässt, weiß niemand zu sagen. Zumindest bei Dorffesten und anderen Feierlichkeiten würden auch Neu-Falkenrehder ins Hauptdorf kommen. Die würden sich bestimmt auch freuen, wenn der Lindenweg, der eine schlimme Kopfsteinpflasterstraße mit einem gewissen und schmalen Asphaltanteil ist, mal saniert wird.

Die Kita „Wirbelwind“. Quelle: Jens Wegener

Ansonsten sind die Straßen im Dorf in relativ guten Zustand. Es gibt neben der kommunalen Kita „Wirbelwind“ seit Ende 2019 das privat geführte Kinderhaus „Wölkchen“ an der Potsdamer Allee. Beide Einrichtungen sind gut ausgelastet.

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Das Hotel/Restaurant „Gutshof Havelland“, weit über die Grenzen Falkenrehdes hinaus bekannt, muss sich durch die Pandemie kämpfen. Ein anderer „Luxus“ in Falkenrehde: es gibt die Bäckerei Schulze im Dorf, seit gut 100 Jahren holen sich die Dorfbewohner dort Brot, Brötchen und Kuchen.

Das Vereinshaus von Fal-Ke in Falkenrehde. Quelle: Jens Wegener

Größtes Ärgernis, so erzählen die Leute, ist die alte Brennerei mitten im Ort. Die ist in Privatbesitz und zerfällt immer mehr. „Jeder, der durch unser Dorf fährt, sieht diese Ruine“, ärgert sich nicht nur Thomas Fiedler. Auch die Grün- und Baumpflege auf dem Friedhof ließe sich aus seiner Sicht verbessern. Aber auch bei ihm, der 2010 nach Falkenrehde gezogen war, überwiegt das Schöne im Ort: „Die Lage ist günstig, wir kommen mit dem Auto oder Bus schnell nach Nauen oder Ketzin und mit der Bahn von Wustermark aus nach Berlin. Und die Radwege sind nach allen Seiten vorhanden, auch in Richtung Potsdam.“

Von Jens Wegener