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Ketzin Fritz Hummel hat Ketziner Stadtgeschichte geschrieben
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19:53 02.02.2019
Auch kulturell hat sich der Lehrer und Chronist engagiert: Fritz Hummel (2. von links) mit dem Ketziner Kirchenchor im Jahre 1950. Quelle: Helmut Augustiniak
Ketzin

In diesem Jahr jährt sich der 130. Geburtstag des prominentesten Ortschronisten der Stadt Ketzin/Havel: Fritz Hummel. Am 11. Januar 1889 als Sohn eines Schuhmachers in Berlin geboren, ermöglichte ihm sein Vater ein Lehrerstudium.

Schon mit 21. Jahren bewarb sich Fritz Hummel um die freigewordene zweite Lehrerstelle an der Volksschule in Ketzin/Havel. Die 2. Lehrerstelle war verbunden mit den Aufgaben eines Organisten und Küsters an der evangelischen Kirche der Stadt. Hummel wurde am 1. April 1910 auf Probe eingestellt. Am 11. Dezember 1911 erhielt er mit Zustimmung des Magistrats von Ketzin/Havel und des Kreisschulrates eine Festeinstellung.

In der heutigen Theodor-Fontane-Oberschule hat Fritz Hummel einst unterrichtet. Quelle: Helmut Augustiniak

Wenige Wochen nach seiner Heirat wurde er zum Militär eingezogen. Er diente als Kanonier in der 1. Batterie der Feldartillerie in Jüterbog. Am 10. Mai 1921 wurde seine Tochter Ursula geboren, die den Sohn des Paretzer Lehrers und Ortschronisten Henry heiratete.

Nach seiner Entlassung aus der Armee 1917 widmete sich Hummel der Erforschung der Ketziner Ortsgeschichte. 20 Jahre forschte er in den wichtigsten Archiven, um die Geschichte seiner Stadt bis in alle Einzelheiten zu dokumentieren.

Fritz Hummel (1889-1970) mit seiner Frau Anna im Jahre 1916. Quelle: Helmut Augustiniak

Die Archivalien des Ketziner Stadtarchivs wurden von ihm geordnet und für die Geschichtsschreibung genutzt. Ab 1933 erhielt er große Unterstützung in seiner ehrenamtlichen Arbeit durch den NS-Magistrat. Die Nationalsozialisten legten großen Wert auf die Erforschung der Vergangenheit Deutschlands, unter ihrer Prämisse, die Überlegenheit der arischen Rasse zu beweisen. Damit wurde die Geschichtsforschung auch in einigen Teilen unwissenschaftlich.

1933 wurde das 1911 gegründete Stadtmuseum aus dem ehemaligen Krankenhaus, dem heutigen Ärztehaus, wieder an seinem ursprünglichen Standort verlegt, ins kleine Schulhaus. Hummel wurde am 12. April 1934 zum Leiter der Einrichtung ernannt.

Viele Exponate für das Museum

Mit unbeschreiblichem Fleiß recherchierte er zur Geschichte der Stadt weiter. Ihm ist es zu verdanken, dass Bilddokumente von den hunderten Exponaten des Museums aus der prähistorischen Zeit erhalten blieben und dass es eine Erschließung der Urkunden, die Ketzin/Havel betrafen, von den Anfängen der Mark Brandenburg bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts gibt.

1934/35 veröffentlichte er seine Forschungsergebnisse im „Ketziner Anzeiger“. Der Ketziner Magistrat ernannte Hummel am 1. Februar 1939 zum ehrenamtlichen Stadtarchivar und zum Ehrenbeamten auf Lebenszeit.

Fritz Hummel (1889-1970) als junger Lehrer auf einem Foto im Jahre 1911. Quelle: Helmut Augustiniak

Bei der Überprüfung der Lehrer aus der NS-Zeit auf ihre Weiterbeschäftigung im Schuldienst gab es jedoch folgende Ergebnisse: Zwei Lehrer, die in der Weimarer Republik der SPD angehörten, im Dritten Reich der NSDAP, in der SBZ der SPD und danach der SED, wurden weiterbeschäftigt.

Ein Lehrer, der ehrenamtlicher Bibliothekar der Stadt war, wurde verhaftet und starb im Internierungslager, Hummel wurde arbeitslos. Er lehnte es ab der SPD beizutreten.

Lehrer an der Volksbaumschule

Am 31. August 1946 erhielt er eine Unbedenklichkeitserklärung zu seiner politischen Tätigkeit in der NSDAP. Am 7. März 1947 bescheinigte ihm der Antifa-Ausschuss Ketzins, dass er wieder als Lehrer tätig werden dürfe. Er unterrichtete die Lehrlinge der Ketziner Volksbaumschule, ehemals Späth, in Rechnen und Deutsch.

Zwei Monate nach seinem achtzigsten Geburtstag verstarb er. Er wurde auf dem Ketziner Friedhof begraben. Sein Nachlass zur Historie der Stadt Ketzin/Havel blieb teilweise erhalten und bildet die Grundlage für die Arbeit der nachfolgenden Ortschronisten.

Von Helmut Augustiniak

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