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Ketzin Havelbadetag: Zum Aufwärmen in die Fluten
Lokales Havelland Ketzin Havelbadetag: Zum Aufwärmen in die Fluten
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20:34 14.07.2019
Genau um 14 Uhr erfolgte der große Sprung in die Havel. Auch in anderen Kommunen in Europa gab es den „Big Jump“ in Flüsse. Quelle: Wolfgang Balzer
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Ketzin/Havel

Allzu viele Strandbadbesucher waren es nicht, die am Sonntag bei 18 Grad Luft-, aber immerhin 20 Grad Wassertemperatur auf die Sekunde genau um 14 Uhr den gemeinsamen Sprung in die Havel wagten.

Traditionell fand bereits zum 17. Mal der Havelbadetag mit dem „Big Jump“ statt, der parallel dazu auch an weiteren deutschen und europäischen Flüssen erfolgte. An der Havel wird er immer abwechselnd im Ketziner Strandbad und an der Schmergower Badestelle am Trebelsee durchgeführt.

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Bürgermeister immer mit dabei

Immer mit dabei sind die Bürgermeister der Gemeinde Groß Kreutz, Reth Kalsow, und der Stadt Ketzin/Havel, Bernd Lück. Wie sie zur Eröffnung bekundeten, wollen sie mit dieser Aktion auf die natürliche Flusslandschaft der Havel als besonders zu schützenden Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen aufmerksam machen.

Initiiert hat diesen Havelbadetag einst der Förderverein Mittlere Havel. Wie der langjährige Vorsitzende Chris Rappaport noch in Badebekleidung sagte, wollten beide Gemeinden die Havel auch weiterhin nicht als trennende Gemeindegrenze betrachten. Deshalb überlege der Förderverein Mittlere Havel, diese Region zum Landschaftspflegeverband zu entwickeln.

Action auf der Havel

Aber auch mehrere Ketziner Vereine nutzten den Havelbadetag, sich den Ketzinern und Gästen vorzustellen. So war Action auf der Havel angesagt, wenn das Sportboot des Angel- und Wassersportclubs die Jüngsten zum „Sofa-Fahren“ einlud.

Ähnlich wie auf einer „Banane“ klammerten sich Lucas und Max mit sichtlichem Vergnügen auf dem schlechthin als „Sofa“ bezeichneten Board, bis sie doch irgendwann im Wasser landeten. „Es soll einfach Spaß machen“, sagte Susanne Schulze vom Sportclub.

Geduld beim Zielwerfen

Sohn Sebastian hatte derweil einen ganz anderen Verein entdeckt. Beim Casting Club Ketzin versuchte Horst Krause mit sehr viel Geduld, die Technik des Spinner-Zielwerfens auf die gelben Scheiben zu erklären.

Häufiger als die Scheiben trafen die jungen Sportler die kleinen Übungstore des Ketziner Fußballvereins FSV Falke. „Ein Drittel der kleinen Preise ist schon weg“, freute sich Vereinsvorsitzender Frank Recknagel über die Fußballbegeisterung der Jüngsten. Immerhin zählt der Verein vier Kinder- und Jugendmannschaften.

Tanzen wurde geübt

Spaß ganz anderer Art hatten derweil die Erwachsenen. Sie übten beim Jeseriger Verein nach dessen temperamentvollem Auftritt Country-Line-Dance. Während Emilio Bruno (6) noch versuchte, beim „Galgenkegeln“ des SC Ketzin alle Neune abzuräumen und ein kleines Präsent erhielt, demonstrierte Shania-Eva (1) ihren Widerstand gegen Oma Eva Schneider durch heftiges Strampeln. Sie wollte nicht aus der Havel.

„Bis zum Windelpaket war sie drin“, scherzte die Oma, die selbst seit 1998 begeistert Line-Dance als Sport betreibt und mit der ganzen Familie die Aufführung der Jeseriger Gruppe nicht verpassen wollte. „Eine gute Idee“, lobte die Nauenerin den Havelbadetag.

Wasserqualität hat sich verbessert

Bürgermeister Lück, der bereits das 16. Mal beim Big Jump dabei war, stellte erfreut fest: „Die Wasserqualität der Havel hat sich drastisch verbessert. Immerhin gibt es in diesem Jahr Sichttiefen von über zwei Meter.“

Ein Zustand unseres heimischen Fließgewässers, den der hiesige Fischermeister Lutz Schröder zwar auch lobt, der aber für sein Gewerbe den Nachteil bringt, dass es kaum noch Zander gibt. Die hätten so weniger Möglichkeiten sich zu verstecken, meinte er – jedoch ohne Bedauern.

Abwechslungsreicher Tag

Auch wenn das überwiegend kalte Wetter sicher viele Ketziner vom Besuch des europäischen Flussbadetages im Strandbad abhielt, war auch der 17. Havelbadetag wieder sowohl eine abwechslungsreiche Veranstaltung als auch eine Demonstration für saubere Flüsse, in denen sich Menschen ebenso wie Tiere und Pflanzen wohlfühlen können.

Von Wolfgang Balzer