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Ketzin Ikonen-Ausstellung in der Touristinformation
Lokales Havelland Ketzin Ikonen-Ausstellung in der Touristinformation
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13:32 26.11.2018
Die beiden Künstlerinnen Tatjana Pauly (l.) und Monika Taterra  während der Ausstellungseröffnung in der Ketziner Touristinformation.
Die beiden Künstlerinnen Tatjana Pauly (l.) und Monika Taterra während der Ausstellungseröffnung in der Ketziner Touristinformation. Quelle: Wolfgang Balzer
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Ketzin/Havel

Es sind zarte Aquarelle in lichten Farben mit floralen Motiven und Landschaftsdarstellungen, die es in der neuen Ausstellung in der Ketziner Touristinformation ab sofort zu sehen gibt. Die Werke stammen von acht Teilnehmerinnen eines von der Kunstmalerin Monika Taterra geleiteten Kurses der Volkshochschule Havelland.

Beeindruckend ist die Leichtigkeit, die die Bilder mit Motiven wie Klatschmohn, Stockrose oder Strelitzie ausstrahlen. So wirken die nach strengen Regeln gemalten Ikonen von Tatjana Pauly, die als Gast an der Ausstellung teilnimmt, fast wie ein Kontrastprogramm.

Internationale Preise gewonnen

Monika Taterra (Jahrgang 1956) studierte Anglistik und Slawistik. Ihre Leidenschaft galt aber immer der Malerei. Seit 2011 genießt sie eine Ausbildung in asiatische Kalligraphie und Tuschmalerei, seit 2017 auch in der Ikonenmalerei. Ihre Kunstwerke stellte sie in mehreren nationalen und internationalen Ausstellungen vor. Sie war unter anderem Preisträgerin beim Kalligraphie-Wettbewerb in Seoul und bei der Kalligraphie-Biennale in Südkorea.

Besonderes Interesse fand am Sonntag bei der Eröffnung die Ikonenmalerei von Tatjana Pauly. Familie Kohlfärber aus Falkensee besuchte zum ersten Mal eine Schau in der Ketziner Touristinformation. Ausführlich ließ sie sich die Gestaltung der Ikonen erläutern. Diese werden nach festen Regeln gemalt, betonte Tatjana Pauly: „Das Gesicht muss immer nach vorn blicken, die Augen sollen immer ganz zu sehen sein. Das Gesicht darf weder lachen noch weinen.“ Ikonen hätten immer einen religiösen Hintergrund und es gäbe in der Malweise verschiedene Stilrichtungen wie die griechische, die bulgarische oder die russische, der Kopfhintergrund sei immer dunkelrot oder dunkelblau, erläuterte sie den Gästen.

Ikonenmalerei ist wie ein Gebet

Tatjana Pauly (Jahrgang 1971) ist in Russland geboren und lebt seit 1994 in Deutschland. Seit dem Absolvieren der Jugendkunstschule in Omsk und dem Beenden des Modedesign-Studiums widmet sie sich ganz der Malerei. „Ikonenmalerei gehört zu einer Tradition der Orthodoxen Kirche und ist wie ein Gebet. Während der Arbeit steht der Maler im geistigen Zwiegespräch mit der dargestellten Person“, erklärte sie. Allerdings habe der Maler wenig gestalterische Freiheit. Fast alles sei vorgeschrieben, so die Malweise, die Farben und auch die Themen, sagte sie. Musikalisch eingestimmt wurden die Gäste von der Ketzinerin Marie-Sophie Möller (16) am Piano.

Sylvia Krause geht in Ruhestand

Eine schöne Geste von Monika Taterra: Sie hatte eigene dekorative Arbeiten in der Origamitechnik, der Kunst des Papierfaltens, zur Ausstellung und zum Erwerb mitgebracht. Die übrig geblieben stellte sie dem Ketziner Kinderheim zur Verfügung.

Beifall hatte es bereits zu Beginn der Veranstaltung gegeben. Wie Bürgermeister Bernd Lück informierte, war es die letzte Ausstellung, die Sylvia Krause mit ihrem Team vorbereitet hat. Sie geht in den Ruhestand. Außerdem werden wegen des Umbaus des Hauses vorerst auch keine Ausstellungen möglich sein. Die jetzige kann bis zum 21. Dezember besichtigt werden.

Von Wolfgang Balzer