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Ketzin Seltenes Jubiläum: Ketziner Senior feiert 100. Geburtstag
Lokales Havelland Ketzin Seltenes Jubiläum: Ketziner Senior feiert 100. Geburtstag
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15:24 27.12.2019
Geburtstagskind Franz Swirkowski stößt mit einigen seiner Gästen an. Quelle: Wolfgang Balzer
Ketzin/Havel

Er sei ein Urketziner, sagt Franz Swirkowski und belegt das: „Ich bin 27. Dezember 1919 in der Potsdamer Straße in Ketzin geboren, in der jetzigen Fontane-Oberschule zur Schule gegangen und habe hier meine ganze Jugend verbracht.“ Am Freitag feierte er im Ketziner SeniorenzentrumKurt Bohm“ im Beisein der Familie seinen 100. Geburtstag.

Chor brachte ein Ständchen

Zu den vielen Gratulanten gehörten Wolfgang Gall, Dezernent der Kreisverwaltung Havelland, Ketzins Bürgermeister Bernd Lück und der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Osthavelländische Kreisbahnen. Der Chor „Ketziner Havelklänge“ brachte dem 100-Jährigen ein musikalisches Ständchen mit fröhlichen Liedern, die er sich selbst ausgesucht hatte. Als Pflegedienst- und Heimleiterin Heike Voigt auf die vielen Leute hinwies, die sich den Weg ins Seniorentrum gemacht hatten, um Franz Swirkowski zu gratulieren, meinte er in seiner immer lebhaften, schelmischen Art: „Dann muss ich es wohl wert sein“.

Franz Swirkowski Quelle: Wolfgang Balzer

Eisenbahner von Beruf

Noch heute ist er stolz auf seinen Beruf als Eisenbahner, wie er immer wieder betonte. Vier Jahre hat Franz Swirkowski auf dem Ketziner Bahnhof Maschinenschlosser gelernt und dann zunächst 12 Mark im Monat verdient. Sogar Loks habe er selbst gefahren. Einige der Episoden aus dem Eisenbahnerleben ließ er die Gäste wissen. Auch die, als er im Mai 1966 die letzten Personenzüge vom Ketziner Bahnhof hat abfahren sehen. „Ich freue mich, wenn die Ketziner Bahn nun wiederbelebt werden soll“, so der Jubilar.

1939 zur Wehrmacht eingezogen

Am 28. August 1939 war für Franz Swirkowski auf dem Ketziner Bahnhof erstmal Schluss. Er wurde zur Wehrmacht eingezogen. Heute blickt er verbittert auf diese für ihn zehnjährige Lebensperiode zurück. Rumänien, Griechenland, Frankreich und die Ukraine waren einige seiner Stationen als Soldat. Sogar eine Tropenuniform habe er schon gehabt und musste sich auf einen Einsatz im Iran und im Irak vorbereiten. Aber: „Ich habe immer Glück gehabt“, resümierte er über diese Zeit und bezog die Kriegsgefangenschaft mit ein. In Estland habe er sich mit mehreren tausend anderen Gefangenen um die deutschen Kriegsschiffe kümmern müssen, bekam manchmal sogar einige Rubel. „Ich sei ein bolschoi (großer) Spezialist“, hätten sie zu ihm gesagt.

Nach seiner Entlassung führte ihn sein Weg 1949 zurück zur Ketziner Eisenbahn. Er bekam am Brückenkopf eine Wohnung und kaufte später die Doppelhaushälfte. Endlich, mit 30 Jahren, begann für ihn das normale Leben. Franz Swirkowski sah Hildegard wieder, die er schon von früher kannte. Am 27. Mai 1950 heiraten die beiden. Stolz ist der Jubilar auf seine beiden Söhne.

Über den Trebelsee nach Deetz

Da er ein Wassergrundstück sein Eigen nannte, schaffte er sich einen Kahn mit Außenbordmotor an. „Das war ein Tümmler, knapp drei PS“, erinnert er sich. Bei den Fahrten über den Trebelsee fuhr immer die Sorge mit, dass der Motor durchhält. „Oft hat es gereicht, die Zündkerze rauszuschrauben und trocken zu wischen, schon lief er wieder“, sagte er. Meist ging es mit der Familie nach Deetz zum Pilzesammeln. Angeln und Gartenarbeit gehörten auch zu den Dingen, mit denen sich Franz Swirkowski in seiner Freizeit befasste.

Gern in der Heimatstadt unterwegs

Nach einem häuslichen Unfall fällt ihm jetzt das Laufen schwer. Das ist schade, denn er ist gern in seiner Heimatstadt unterwegs. „Es ist schön geworden, die Häuser, die Straßen und besonders die Havelpromenade“, schwärmte er.

Die Frage, wie er es geschafft hat, so alt zu werden, kann er offensichtlich nicht mehr hören. Deshalb erklärte er gleich zu Beginn der feier im Seniorenzentrum: „Ich habe mein Bierchen und Schnäpschen getrunken und ansonsten normal gelebt“. Das klang wie ein väterlicher Ratschlag, als er sich zum Essen mit der Familie in das Restaurant an der Fähre verabschiedete.

Von Wolfgang Balzer

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