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Ketzin Neuer Fährmann: Denis Bobel schippert auf der „Charlotte“ über die Havel
Lokales Havelland Ketzin Neuer Fährmann: Denis Bobel schippert auf der „Charlotte“ über die Havel
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10:09 11.02.2020
Der neue Fährmann ist Denis Bobel. Quelle: Jens Wegener
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Ketzin/Havel

„Mit meinem früheren Arbeitsplatz kann ich das hier auf der Havel nicht vergleichen. Die ’Charlotte’ fährt ja fast von allein“, sagt Denis Bobel. Der 34-Jährige gehört seit kurzem zum Dreier-Team der Fährmänner in Ketzin und fühlt sich in der Havelstadt schon pudelwohl. „Ich suche hier jetzt eine Wohnung und möchte dann nach Ketzin umziehen“, erzählt der junge Mann.

Binnenschiffer auf einem Gastanker

Noch wohnt Denis in Nauen. Von dort zog es ihn Anfang der 2000er-Jahre aufs Wasser. Er lernte den Beruf eines Binnenschiffers, drei Jahre in Hamburg. „Ich wollte einfach viel rumkommen und landete schließlich auf einem Gastanker, der größtenteils auf dem Rhein unterwegs war. Nach Holland und Belgien gingen die meisten Touren.“

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Bobel gehörte zum Deckpersonal, er war „Steuermann ohne Patent“, wie er es nennt. Auch mit der Technik und Motoren kennt er sich aus. Nur gefiel ihm irgendwann der Rhythmus – 14 Tage auf dem Schiff, 14 Tage zu Hause – nicht mehr. Ihn zog es nach 10 Jahren wieder an Land.

Wenn mehrerer Autos auf die Fähre wollen, weist der Fährmann die Plätze zu. Quelle: Jens Wegener

Sehr gute Prüfung abgelegt

Doch auf die Schnelle ins seinem Beruf etwas zu finden, war schwierig. Die Arbeitsagentur in Nauen half, machte ihn auf die Stellenausschreibung der Stadt Ketzin/Havel aufmerksam. Man suchte Ersatz für einen Fährmann, der in diesem Jahr in den Ruhestand geht.

Denis kam, sah und hatte den Job. Zuvor legte der 34-Jährige eine der besten Prüfungen beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt ab. „Von den 60 Fragen hatte ich nur drei falsch“, erinnert sich Denis. Er bekam nach einigen Praxisfahrten den Fährführerschein.

Wenn die Radfahrer kommen...

Inzwischen ist das Fährschiff „Charlotte“ sein neuer Arbeitsplatz. An die vierminütige Dauerschleife von der einen zur anderen Havelseite hat sich Denis schon gewöhnt. „Jetzt im Winter ist der Andrang nicht so groß. Aber meine Kollegen haben mich schon gewarnt, dass es im Sommer hier anders abgeht, wenn die vielen Radfahrer kommen.“

Wenn keine Personen oder Autos an der Fährstelle warten, vertreibt sich Denis mit nützlichen Dingen die Zeit in einer siebeneinhalbstündigen Schicht. „Mal streiche ich etwas auf dem Schiff, mal wird die Ladefläche gereinigt, mal halte ich die Anlegestellen sauber“, sagt er.

Bezahlt wird die Überfahrt beim Fährmann. Quelle: Jens Wegener

Fährmann als Touristenführer

Fährmann zu sein, mache ihm Spaß. „Man ist permanent mit Leuten zusammen. Die einen fragen, wo der nächste Bäcker ist, die anderen wollen wissen, wie weit die Autofahrt bis Werder dauert. Ich muss auch was über die touristischen Punkte der Region lernen, weil danach gefragt wird“, so Denis Bobel.

Als Fährmann auf der „Charlotte“ muss er der Mann für alle Fälle sein: das Schiff steuern (obwohl es ja von einer Kette gezogen wird), die Fahrgäste abkassieren, mal etwas reparieren und ein Touristenführer. Bürgermeister Bernd Lück: „Der Fährmann ist für viele Touristen die erste Personen, der sie in Ketzin/Havel begegnen.

Dieser Eindruck bleibt hängen. Deshalb werden unsere Fährmänner immer wieder darauf hingewiesen. Und sie müssen die Flyer über Ketzin immer an Bord haben.“

Einfahrt der Fähre auf Ketziner Havelseite. Quelle: Jens Wegener

Obwohl er erst kurz auf der „Charlotte“ arbeitet, hatte Denis Bobel schon einen Aha-Effekt: „Ein Landwirt war mit seinem Traktor auf die Fähre gefahren, stieg aus und wollte bei mir bezahlen. Dann merkte er, dass er die Handbremse nicht gezogen hatte. Der Traktor rollte gegen die Schranke, aber er fiel zum Glück nicht ins Wasser.“

Von Jens Wegener

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