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Ketzin Wohnprojekt jetzt ohne Tiefgarage
Lokales Havelland Ketzin Wohnprojekt jetzt ohne Tiefgarage
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15:34 04.07.2018
Die Ansicht des künftigen Gebäudes „Residenz am Stadtpark“ wird bis auf das Dachgeschoss nicht verändert.
Die Ansicht des künftigen Gebäudes „Residenz am Stadtpark“ wird bis auf das Dachgeschoss nicht verändert. Quelle: GWV
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Ketzin/Havel

Eigentlich sollten die Autos der künftigen Bewohner der „Residenz am Stadtpark“ in Ketzin in einer Tiefgarage verschwinden und somit die ohnehin schwierige Parksituation in der Fontanesiedlung nicht zusätzlich belasten. Doch daraus wird nichts. Die geplante Tiefgarage für 17 Fahrzeuge wird definitiv nicht gebaut, weil die Kosten zu hoch sind. Das hatte der potenzielle Bauherr – die Ketziner Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (GWV) – der Stadtverwaltung mitgeteilt.

Mindestens 40 Stellplätze

In der Folge wurden die Planer beauftragt, das Projekt mit dem Ziel zu ändern, Parkflächen im Außenbereich zu schaffen. Einer Änderung des Bebauungsplanes haben die Stadtverordneten Dienstagabend zugestimmt. Allerdings mit dem „Versprechen“, das SPD-Mann Heinz Irmer schon im Bauausschuss formulierte: „Nur wenn diese gut 40 Stellplätze wirklich geplant und gebaut werden sollen, werden wir am Ende dem Satzungsbeschluss zum überarbeiteten Bebauungsplan unser Ja geben.“

Auch Eckhard Roß (Freie Wähler Etzin) hatte darauf verwiesen, dass die Schaffung von ausreichend Stellplätzen der entscheidende Grund gewesen sei, das Vorhaben überhaupt auf den Weg zu bringen.

Auch Betreutes Wohnen ist möglich

Schon seit längerem plant die GWV, besagtes Grundstück an der Ecke zwischen Theodor-Fontane-Straße und Am Stadtpark, wo früher eine Kaufhalle stand, aufzuwerten. Gleichzeitig soll mit den neuen altersgerechten Wohnungen ein Bedarf gedeckt werden, der auch in Ketzin stetig wächst.

Geplant ist, einen modernen viergeschossigen Komplex mit 23 Wohneinheiten zu errichten. Wobei auch die ursprüngliche Form des Staffelgeschosses noch verändert werden soll. Möglich werde in dem Gebäude auch Betreutes Wohnen. Hinzu kommt das Angebot einer Tagespflegeeinrichtung. Die Investitionssumme liege bei etwa 3 Millionen Euro, hieß es. Die Geschäftsführung der GWV Ketzin hatte nach Entscheidung des Aufsichtsrates des Unternehmens klar zum Ausdruck gebracht, dass der Gebäudekomplex nicht gebaut wird, wenn den Änderungen am Bauplanentwurf nicht zugestimmt wird.

Einige Bäume werden fallen

Bereits im Vorfeld der ursprünglichen Planung hatte es Beschwerden und Sorgen von Anwohnern der Fontanesiedlung gegeben, die meinten, das neue Gebäude würde baulich nicht in die Umgebung passen. Genauso sah es das Bauordnungsamt des Landkreises Havelland. Das Maß der Bebauung wurde von der GWV geändert, im Juni 2017 stimmten die Stadtverordneten schließlich einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu.

Die künftige Residenz ist etwa einen Meter niedriger, als der höchste Baukörper in der Umgebung, so die Planer. Deshalb sei ein von Anwohnern befürchteter Schattenwurf durch das neue Gebäude nicht zu erwarten. Auf dem Grundstück werden einige Bäume fallen müssen, dafür hat die GWV Ersatzpflanzungen zu leisten.

Von Jens Wegener