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Ketzin Planung für Areal der alten Zuckerfabrik beginnt
Lokales Havelland Ketzin Planung für Areal der alten Zuckerfabrik beginnt
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17:35 10.09.2019
1962 wurde die Ketziner Zuckerfabrik umgebaut zu einem Kraftfuttermischwerk. Seit der Wende wird hier Getreide gelagert und umgeschlagen. Quelle: Helmut Augustiniak
Ketzin/Havel

Die Planung für das 18 Hektar große Gelände der ehemaligen Ketziner Zuckerfabrik mit Wohnungen für rund 1200 Einwohner, nicht störendem Gewerbe, Bildungs-, Freizeit- und touristischen Einrichtungen kann beginnen. Das beschlossen die Ketziner Stadtverordneten Montagabend mehrheitlich.

Fraktion Grüne/Bürger/Piraten ist dagegen

Zuvor hatten sie nach ausführlicher Diskussion einen Antrag der Fraktion Grüne/Bürger/Piraten mit elf zu drei Stimmen abgelehnt, der vorsah, die Planung um ein Jahr zu verschieben. „Es gibt kein Argument dafür, dass wir schon jetzt diesen Bebauungsplan brauchen“, argumentierte Bert Tschirner für die Fraktion und warnte vor der Illusion, dass man mit dem gleichzeitigen Beschluss zur „Aufstellung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes“ (Insek) und der Bebauungsplanung das gesamte Verfahren beschleunigen könne. „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“, betonte er. Außerdem habe der jetzige Nutzer des Areals, die BayWa AG, die Option zur Verlängerung der Nutzung ab 2021 für weitere fünf Jahre. Die Nutzungsverlängerung werde von der BayWa nicht ausgeschlossen.

Silo-Anlagen noch bis 2021 in Betrieb

Bürgermeister Bernd Lück (FDP) hielt dagegen: „Ohne den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Zuckerfabrik kann weder der Investor noch die Stadt aktiv werden.“ Details für das gesamte Gelände würden erst später im eigentlichen B-Plan geregelt. Nach Meinung des Landesumweltamtes, so Lück, werde es keine Nutzungsverlängerung der Silo-Anlagen von BayWa geben, wenn nicht noch Millionen Euro in den Immissionsschutz investiert werden. Dazu gehören unter anderem überdachte Förderbänder vom Wasser bis zu den Getreidesilos zur Staubvermeidung.

Fraktionsvorsitzender Tschirner argumentierte, dass mit dem beabsichtigten Aufstellungsbeschluss der B-Plan von 1995 „Wasserstadt Ketzin“ für dieses Gebiet nicht aufgehoben werde. Würde das erfolgen, könne er die jetzige Notwendigkeit des neuen B-Plans nachvollziehen. Dazu, so der Bürgermeister, müsste ein Aufhebungsverfahren in Gang gesetzt werden, das viel Zeit und Geld kostet.

Gebäude sind stark geschädigt

Mit der Aufstellung des neuen B-Planes „Zuckerfabrik“ zu warten, bedeute aus der fachlichen Sicht von Bauamtsleiterin Sabine Pönisch einen erheblichen Zeitverlust für dieses wichtige innerstädtische Projekt. Außerdem würden die baulich bereits stark geschädigten Gebäude weiter verfallen.

Jamila Wichniarz (Grüne) meinte, es sei durchaus möglich sei, dass der Investor die bestehenden Gebäude so belässt, sich anderen Vorhaben auf dem großen Gelände widmet und bei Weiterverkauf den Gewinn kassiert. „In diesem Fall wohl kaum, denn wer will schon zwischen Ruinen leben“, so ein Zwischenruf von den Gästeplätzen.

Flächennutzungsplan wird geändert

Einhergehend mit dem Aufstellungsbeschluss zum B-Plan stimmten die Stadtverordneten auch für die partielle Änderung des Ketziner Flächennutzungsplanes. Ziel ist die Neuausrichtung des Gebietes hinsichtlich des Städtebaus und verschiedener Nutzungsformen.

Von Wolfgang Balzer

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