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Ketzin Ketziner Kegler in finanzieller Not
Lokales Havelland Ketzin Ketziner Kegler in finanzieller Not
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10:03 26.07.2019
Auf der Kegelbahn Gräbnitz in Ketzin. Quelle: Wolfgang Balzer
Ketzin/Havel

Sie wissen nicht, ob und wie es 2020 weitergehen wird. Die Kegler vom SC Ketzin sind relativ ratlos. Die Pacht für die Bahn gegenüber vom Bahnhof ist in diesem Jahr von vorher 1000 Euro jährlich auf das Dreifache gestiegen. „Das überfordert unseren Sportverein, der außer den spärlichen Mitgliedsbeiträgen ja keine Einnahmen hat“, erklärte Vereinsvorsitzender Heiko Kersten beim Besuch des havelländischen Landrates Roger Lewandowski (CDU).

Der schob zwar einige Kugeln auf der gut ausgestatteten Bahn, konnte aber dem Verein keine finanziellen Zusagen machen.

Landrat Roger Lewandowski schob einige Kugeln auf der Bahn des SC Ketzin,. Quelle: Wolfgang Balzer

„Sportliche Projekte kann der Landkreis fördern, aber keine laufenden Kosten“, so Lewandowski. Dafür gäbe es keine Förderprogramme.

Derzeit 75 Vereinsmitglieder

Den Engpass des SC Ketzin habe die Stadt in diesem Jahr erstmal überbrücken können, wie Bürgermeister Bernd Lück (FDP) informierte. „Aber am Jahresende muss alles aufgerechnet werden, um Lösungswege zu finden“, so Lück. Keiner wolle, dass so eine traditionelle Sportart in Ketzin/Havel verschwindet. So sehen das natürlich auch die engagierten Kegelsportler, die zum Teil schon vor der Wende bei Lok Ketzin ihren Sport ausübten. Der Sportverein SC Ketzin zählt derzeit 75 Mitglieder in den Abteilungen Badminton, Gymnastik, Laufen/Walken und Kegeln.

Probekegeln immer dienstags

Die Kegler mussten zu Jahresbeginn auch einen anderen Tiefschlag einstecken – es gibt die Nachwuchsgruppe nicht mehr. Heiko Kersten hofft, „dass sich bald wieder Kinder und Jugendliche für diese traditionelle Sportart interessieren.“ Probekegeln wäre immer dienstags ab 18 Uhr auch ohne Anmeldung aber unter Anleitung möglich.

Bürgermeister und Vereinschef zeigten sich nach dem Gespräch vorsichtig optimistisch bezüglich der Kegelbahn. Lück will Ketziner Betrieben die Mitnutzung der Bahn über Sponsoringverträge anbieten. Auch den Schulen werde er vorschlagen, die Bahn zu nutzen.

Andere Nutzer nur unter Aufsicht

Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Tschirch (SPD) brachte die Werbung fördernder Mitglieder ins Gespräch. Heiko Kersten werde sich um weitere Nutzer für die Kegelbahn bemühen, um finanzielle Mittel zu beschaffen. Allerdings sei zu beachten: Wenn andere Nutzer auf die Bahn gehen, bedarf es der Aufsicht von Vereinsmitgliedern. Auf Dauer seien die vielen ehrenamtlichen Stunden kaum leistbar.

Eine schnelle Lösung sei erstmal nicht in Sicht, bedauerte der Bürgermeister. Alle sind sich einig, dass der Kegelsport in der Havelstadt erhalten werden muss. Das Problem solle deshalb im Kultur- und Sportausschuss auf die Tagesordnung gesetzt werden, um eine dauerhafte Lösung zu finden.

Von Wolfgang Balzer

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