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Ketzin Zu teuer: Strandbad soll verpachtet werden
Lokales Havelland Ketzin Zu teuer: Strandbad soll verpachtet werden
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19:14 26.11.2019
Das kommunal geführte Strandbad liegt direkt an der Ketziner Havel. Viele Bäume umgeben die große Liegewiese. Quelle: Jens Wegener
Ketzin/Havel

Es ist das „Filetstück Ketzins“, wurde immer als „heilige Kuh“ angesehen, die nicht geschlachtet werden soll. Jetzt steht der Weiterbetrieb des Naturstrandbades an der Ketziner Havel auf der Kippe. „Der Betrieb des Bades verursacht seit mehreren Jahren ein erhebliches Defizit, Tendenz steigend“, sagt Bürgermeister Bernd Lück und fügt hinzu: „Ich weiß, dass, ein solches Bad zu führen, für eine Kommune nicht kostendeckend ist. Aber jetzt kann ich aufgrund der finanziellen Situation der Stadt ein ’Weiter so’ nicht mehr verantworten.“

Großes Haushaltsloch

Nach den ersten Planungsrunden für den Haushalt 2020 der Stadt Ketzin/Havel hat sich ein großes Loch aufgetan. Im Moment redet man von 700000 Euro, die fehlen, um alle Aufgaben und Investitionen leisten zu können. „Das werden wir zwar mit Hilfe von Streichungen noch reduzieren, aber um einen Haushaltsausgleich hinzubekommen, muss gespart werden“, sagt der Bürgermeister.

Das jährliche Anbaden im Strandbad Ketzin. Quelle: Privat

Ein wesentlicher Ausgabeposten ist eben das Strandbad. Der gestiegene Personalbedarf (unter anderem für Rettungsschwimmer) sowie Instandhaltungs- und Investitionskosten (Kanus, Boote, Elektro-Säule am Biwakplatz, Wasserrutsche) haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass der Zuschuss aus der Stadtkasse jedes Jahr gewachsen ist. Nur drei Zahlen: 2015 lag das Defizit zwischen Einnahmen und Ausgaben bei rund 78 000 Euro. Ende 2019 sind es rund 112 000 Euro, die Prognose für 2020 sagt 120 000 Euro. Deshalb legte Kämmerin Nicole Pydde den Mitgliedern des Ketziner Finanzausschusses vier Varianten vor, wie es mit dem Strandbad weitergehen soll.

Boards für Stand-up Paddling sind im Strandbad zu leihen. Quelle: Jens Wegener

Die erste wäre, alles so weiterlaufen zu lassen, so dass die Stadt das Defizit trägt. Oder die Stadt bleibt der Träger, schränkt aber die Öffnungszeiten und Leistungen ein. Variante drei: Es wird ein privater Betreiber gesucht, der das Strandbad ab Mai 2020 führt. Variante vier sieht die komplette Öffnung des Strandbades vor, das hieße: Zäune weg, es wird eine öffentliche Grünfläche mit Wasserzugang ohne Aufsicht.

Maximum für Eintrittspreise

Die Mitglieder des Finanzausschusses sprachen sich einstimmig für die Variante drei aus. Mit Auflagen: So sollte den Betreiber die tägliche Öffnung in der Saison garantieren, die Eintrittspreise würden auf maximal 5 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder steigen, qualifiziertes Personal zur Badeaufsicht müsste vor Ort sein, der Betrieb des Biwak-Platzes sowie der SUP- und Kanuverleihe ist abzusichern, genauso wie ein Imbissangebot. Die Laufzeit des Pachtvertrages ist noch zu klären. Aus Sicht des Bürgermeisters ist diese Variante in der derzeitigen Situation die beste und: „Ich denke, es gibt Interessenten, die das Bad übernehmen würden.“

Abstimmung erst im Februar

Ob die diese Variante im Ketziner Hauptausschuss und in der Stadtverordnetenversammlung eine Mehrheit findet, ist offen. Schon jetzt aber ist klar, „dass wir es nicht schaffen werden, den Haushalt für das Folgejahr noch im laufenden Jahr zu verabschieden“, sagt Bernd Lück. Das bedeutet, dass Ketzin in den ersten beiden Monaten 2020 mit einer sogenannten vorläufigen Haushaltsführung leben muss.

Von Jens Wegener

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