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Ketzin Volkmar Richter (FDP) will in den Landtag
Lokales Havelland Ketzin Volkmar Richter (FDP) will in den Landtag
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19:24 22.07.2019
Volkmar Richter führt den Ortsverband der FDP in Ketzin/Havel an und will liberale Politik auch im Land stärker einbringen. Quelle: Wolfgang Balzer
Ketzin/Havel

Seit 2012 ist Volkmar Richter zwar offiziell im Ruhestand, weniger aktiv ist er deshalb weder beruflich noch ehrenamtlich keinesfalls: Er ist Ortsvorsitzender der FDP in Ketzin/Havel, kandidiert erneut als berufener Bürger in einem Fachausschuss der Stadtverordnetenversammlung, forscht als Professor für Mathematik und Informatik aktiv zu nutzerfreundlicher und robuster Technik und zur elektronischen Verwaltung und ist am 16. Juli erneut zum Direktor des Institutes für angewandte Informatik an der Hochschule Anhalt (Köthen) gewählt worden.

Zusammenspiel von Wirtschaft und Wissenschaft

Nach wie vor liegt ihm die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft besonders am Herzen. „Wissenschaft muss praxisverbunden lehren“, ist seine Maxime. Das praktiziert Volkmar Richter gegenwärtig als Inkubator für Benutzbarkeit und Nachhaltigkeit. Er sorgt mit dafür, dass gründungswillige Absolventen fachlich begleitet werden und ihnen die entsprechende Laborausrüstung zur Verfügung gestellt wird.

„Ich hatte nie vor, mich mit 65 Jahren hinzusetzen und nur noch aus dem Fenster zu gucken“, begründet er seinen ausgefüllten Tag und betont: „Ich brauche die sozialen Bezüge.“

Zur Person: Volkmar Richter

Volkmar Richter ist Jahrgang 1946, er wohnt seit 1969 in Ketzin/Havel, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Er hat mehrere Berufe geIernt beziehungsweise studiert: Schweinezüchter, Mathematiker und Informatiker.

Richter arbeitete bis 1988 im VEB Organisations- und Rechenzentrum der VVB Tierzucht, war Professor für Betriebssysteme an der Hochschule Anhalt und an der TU Bratislava, bis zum Ruhestand 2012 war er Dekan der Hochschule Anhalt.

Er ist Mitglied der Gesellschaft für Informatik und im Berufsverband German Usability Professionals Assocation.

Die verspricht er sich im Fall seiner Wahl in den Brandenburger Landtag. Er tritt im Wahlkreis 5 (Nauen, Brieselang, Wustermark, Ketzin/Havel, Friesack und Nennhausen) an. „Im Land gibt es genügend Baustellen“, meint er. Das Havelland nennt Volkmar Richter lebens- und liebenswert. Allerdings sei für den ländlichen Raum eine bessere Infrastruktur und Digitalisierung erforderlich. „Eine elektronische Verwaltung braucht überall schnelles Internet und Mobilfunk ohne die allseits bekannten Funklöcher.“

Keine weiteren Windräder

Hinsichtlich des möglichen Baues neuer und höherer Windenergieanlagen auf der Nauener Platte und speziell auch um Ketzin/Havel, vertritt der FDP-Direktkandidat einen klaren Standpunkt: „Bis zur Klärung möglicher gesundheitlicher Probleme, beispielsweise durch Infraschall, und bis zur effektiveren Speicherung überschüssigen Stromes sollten keine weiteren Anlagen gebaut werden.“ Die Praxis, dass bisher nur Vertreter aus Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern in der Regionale Planungsgemeinschaft Berlin-Brandenburg über die Ausweisung von Windeignungsgebieten entschieden, hält Volkmar Richter für einen großen Fehler und begrüßt die Absicht, dass nun auch kleinere Gemeinden wie Ketzin/Havel ein Stimmrecht erhalten sollen.

Ausbau des Katastrophenschutzes

In Bezug auf die immer häufigeren Wetterextreme betont Richter, dass er diese klimatischen Veränderungen als Herausforderung betrachte. Panik helfe keinem. Für ihn heiße das, auf Unvorhersehbares vorbereitet zu sein. Hier trage das Land große Verantwortung, unter anderem mit dem Ausbau des Katastrophenschutzes. Dringend erforderliche Maßnahmen wie das Bohren von Löschbrunnen, Einrichtung von Schneisen und Dämmen gehören seiner Ansicht nach dazu. Dementsprechend seien die Freiwilligen Feuerwehren und das THW für diese Aufgaben entsprechend auszustatten.

Kommunal gesehen habe er besonders im kulturellen Bereich einige Visionen. „Ich ärgere mich, dass die recht schöne Ketziner Freilichtbühne so wenig genutzt wird. Ich bin überzeugt davon, dass in der Havelstadt wieder größere kulturelle Veranstaltungen und auch Kinosommer möglich und auch notwendig sind.“ Eine seiner Visionen ist eine Freilichtbühne in der Knoblaucher Sandgrube. Das Profil und andere Voraussetzungen seien gegeben, betont der 73-Jährige. Weiterhin sei er sich mit Bürgermeister und Parteikollegen Bernd Lück einig, dass mit der Gründung eines Kulturvereins in der Havelstadt vieles im Bereich Kurlur besser gestaltet werden könnte.

„Gesetze kann man ändern“

Als Bremsklotz für die Entwicklung Ketzins und anderer Kommunen empfindet Richter die Tatsache, dass es oft viele alte, nie umgesetzte Baupläne gibt, die Neues verhindern. Zum Beispiel wenn es um die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum gehe. „Grundsätzlich denke ich: Wenn Gesetze und Verordnungen im Wege stehen, kann man sie ändern.“

Angesichts der aktuellen Situation im Land Brandenburg und in der Havelstadt sei er absolut davon überzeugt, dass eine liberale Kraft gebraucht werde. Entsprechende Gedanken macht sich der Landtagskandidat täglich.

Wenn ihm als Ruheständler dann doch mal etwas Freizeit bleibt, widmet er sich seinem Hobby – der Fotografie. Davon kündet unter anderem eine Fotogalerie mit schönen und teils originellen Naturaufnahmen.

Von Wolfgang Balzer

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