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Ketzin Kitabeiträge: Ketziner Eltern sollen weniger zahlen
Lokales Havelland Ketzin

Kitabeiträge in Ketzin: Eltern sollen weniger zahlen

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16:01 27.05.2021
In der Kita „Havelfrüchtchen“ in Paretz werden derzeit etwa 50 Mädchen und Jungen betreut.
In der Kita „Havelfrüchtchen“ in Paretz werden derzeit etwa 50 Mädchen und Jungen betreut. Quelle: Jens Wegener
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Ketzin/Havel

Die Eltern wird es freuen: Ab August zahlen die meisten Erziehungsberechtigten für die Betreuung ihrer Kinder in den kommunalen Einrichtungen der Stadt weniger. Zwar stehen die genauen Zahlen noch nicht fest, aber sicher ist, die Kitabeitragssatzung wird so geändert, dass vor allem die unteren und mittleren Einkommensgruppen finanziell entlastet werden. Das geht aus dem Entwurf der Kitabeitragssatzung hervor, den die Stadtverwaltung jetzt im Sozial- und im Finanzausschuss vorgestellt hat.

Was gut für das Portemonnaie der Eltern ist, ist schlecht für die Stadtkasse. Das in Ketzin ohnehin schon für 2021 prognostizierte Haushaltsloch wird noch größer. Allein für die Kindertagesstätten inklusive Krippe und Hort, die etwa 350 Kinder besuchen, liegt der Zuschussbedarf für 2021 jetzt bei etwa 395. 000 Euro. Tritt die neue Kitabeitragssatzung so in Kraft, wie im Entwurf vorgeschlagen, würden daraus etwa 465.000 Euro. Sicher ist, dass auch Ketzin/Havel aufgrund gesetzlicher Änderungen im Kitarecht, wie die Elternbeitragsbefreiung für das letzte Kita-Jahr und die Beitragsfreiheit für sozial Benachteiligte, die Kitabeitragssatzung zum 1. August aktualisieren muss. „Der Landkreis Havelland hat den Kommunen einige Dinge vorgegeben, die beim Erstellen der neuen Satzungen berücksichtigt werden sollten“, erklärte Ketzins Kämmerin Nicole Pydde im Finanzausschuss.

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20 Euro Einstiegsbeitrag

Demnach müsse das Nettojahreseinkommen der Eltern, das für die Berechnung der Beiträge herangezogen wird, klar definiert und die Gleichbehandlung von Nichtselbstständigen und Selbstständigen sowie Beamten berücksichtigt werden. Bei den Elterneinkommen müssen mindestens sechs bis acht Staffelungen vorhanden sein, empfohlen würden 14 bis 20, so Pydde. 

Im Zachower Kindergarten wird geforscht. Quelle: Wolfgang Balzer

 

Neu ist: Die Einstiegsgrenze, ab der Eltern überhaupt einen Kitabeitrag zahlen müssen, wird auf 20. 000 Euro (Jahresnettoeinkommen) angehoben. Das bedeutet, es gibt mehr Eltern, die gar nichts oder in der ersten Stufe nur 20 Euro für ein Kind bezahlen. Laut Empfehlungen beider Ausschüsse soll die maximale Einkommensgrenze bei 60. 000 Euro liegen (bisher 52.000 Euro). Auch daraus ergeben sich Einnahmeverluste, weil weniger Eltern den Höchstbeitrag zahlen müssen.

Bis zu 50 Wochenstunden Betreuung

Die Höhe des Kitabeitrages richtet sich nach der Anzahl der unterhaltsberechtigten Kinder, wobei es Abstufungen je Kind gibt. Über die prozentuale Höhe der Abstufungen herrscht noch Unklarheit. Sie sollte laut Landkreis zwischen zehn und 20 Prozent pro Kind liegen, so Nicole Pydde. Sowohl die Mitglieder des Ketziner Sozial- als auch des Finanzausschusses sprachen sich für zehn Prozent aus, denn: „Wir müssen versuchen, das Defizit halbwegs in Grenzen zu halten“, sagte Mathias Reinke (SPD). Ursula Münstermann (Grüne) unterstützte das und stellt noch mal klar: „Wenn eine Familie drei Kinder hat, zahlt sie ja für jedes der drei Kinder dann den abgestuften Beitrag.“

Der Betreuungsumfang in der Kinderkrippe und im Kindergarten soll mindestens vier und im Hort drei Stufen enthalten. „Wir haben die Staffelungen in zwei Stunden-Schritten vorgesehen. Ein Höchstbetrag für die höchstmögliche Betreuungszeit von 50 Wochenstunden muss enthalten sein, so die Kämmerin. Im Moment werden in den Ketziner Einrichtungen 76 Kinder mit 40 bis 50 Wochenstunden betreut. In den Ketziner Elternbeiträgen sind die Kosten für Frühstück, Vesper und Getränke bereits enthalten. Hinzu kommt das Geld für das Mittagessen, das die Eltern direkt an den Caterer bezahlen. Geklärt werden muss noch, wie die Schließzeiten der Kitas und des Hortes sich auf den Elternbeitrag auswirken. Die Tendenz geht dahin, dass die Eltern nur elf Monate pro Jahr bezahlen, ein Monat also beitragsfrei gestellt wird.

„Generell kann man sagen, dass Eltern in den unteren Einkommensstufen für ihre Kinder in der Krippe und im Kindergarten weniger Beitrag zahlen werden, im Hort wird es etwas teurer“, schätzt die Kämmerin ein.

Von Jens Wegener