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Ketzin Klappe auf, Kähne durch: Die Ziegeleibrücke von Ketzin war etwas besonderes
Lokales Havelland Ketzin Klappe auf, Kähne durch: Die Ziegeleibrücke von Ketzin war etwas besonderes
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11:11 14.12.2019
Die klappbare Ziegeleibrücke in Ketzin an der Havel ist im Jahre 1926 errichtet worden. Sie befindet sich im Gemeindeteil Brückenkopf. Quelle: Helmut Augustiniak
Ketzin

Ketzin/Havel wird, seit einiger Zeit auch offiziell, als Fischerstadt bezeichnet. Jahrhundertelang dominierte das Fischereihandwerk das gewerbliche Leben in der Stadt. Das änderte sich mit dem Bau der Ziegeleien. In der Stadt rauchten Tag und Nacht 18 Schornsteine der von Ketzinern und auch auswärtigen Großbürgern gebauten Ringöfen.

Bürgermeister Baustian berichtete 1883, dass in der Saison etwa 3000 Arbeiter zusätzlich in Ketzin/Havel lebten. Die Ziegelproduktion hatte auch Auswirkungen auf die Infrastruktur der Region. Neben der Befestigung der durch das Ketziner Bruch führenden morastigen Wege, wurde zum Transport der Ziegel von einer Gruppe von neun Ziegeleibesitzern 1876 ein Kanal gebaut, in den einige kleinere Kanäle mündeten. Dieser Kanal reichte von den Standorten der Ketziner Ziegeleien „Am Brückenkopf“ bis in das Gebiet der heutigen Deponie Vorketzin.

Wichtige Straße führt darüber hinweg

Mit seinem Lauf zerschneidet er den früheren Landweg und die jetzige Landesstraße 92 zwischen Ketzin und Zachow. Über den Bau des Kanals hat der Bürgermeister 1883 berichtet, eine Brücke aber nicht erwähnt. Es ist aber mit großer Sicherheit anzunehmen, dass gleichzeitig mit dem Bau des Kanals auch eine darüber führende Brücke gebaut wurde. Andere Quellen berichten von einem Brückenbau 1896.

1926 wurde diese Brücke durch einen Neubau ersetzt. Es entstand eine sogenannte Einseiten-Hebelkonstruktion mit Gewichtsausgleichkasten und wurde mittels Handkurbel bewegt. 1964 genehmigte der Rat der Stadt den Abbau des Zugmechanismus. 1975 wurde der Neubau der Brücke gefordert, da der Unterhaltungsaufwand für das Bauwerk zu hoch war.

Die Brücke war der Zeit nicht mehr gewachsen

Mehrere Gründe machten dann 2002/2003 einen weiteren Neubau erforderlich. Mit zunehmendem Verkehr auf der Landesstraße und der wachsenden Bevölkerung im Ortsbereich Brückenkopf war die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet. Die Brücke war zu schmal und es fehlten ein Gehweg und ein Radweg.

Die neue Brücke wurde in Betonbauweise errichtet und erhielt eine Fahrbahnverbreiterung von 4,53 Meter auf 6,50 Meter sowie einen Rad-/Fußweg. Die Durchfahrtshöhe für Boote erhöhte sich gegenüber der alten Brücke um 17 Zentimeter. Die unter der Brücke nistenden Rauchschwalben erhielten Nisthilfen.

So praktisch das Bauwerk heute ist: Als seltenes technisches Bauwerk hätte die Zugbrücke heute unter Schutz gestellt. Sie wäre eine Sehenswürdigkeit. Im Land Brandenburg gibt es keine ähnlichen Brücken.

Von Helmut Augustiniak

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