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07:01 29.05.2019
An der Havelpromenade startete die deutsch-polnische Stadt-Rallye zum Finden markanter Orte in Ketzin. Quelle: Wolfgang Balzer
Ketzin

Die Ketziner Theodor-Fontane-Oberschule ansehen, nach einem gemeinsamen Fototermin am Stadtsteg während der Stadtrallye anhand von Fotos markante Orte in der Havelstadt finden, in der Schulküche gemeinsam Pizza backen und auch noch Potsdam besuchen. Der Montag war für die zehn Schüler aus der polnischen Partnerschule in Nowa Sól und die 16 Schüler der Fontane-Oberschule Ketzin ziemlich vollgepackt.

Erste Annäherung vor zwei Jahren

Vor zwei Jahren knüpfte Winnie-Karen Giera, Deutschlehrerin an der Ketziner Oberschule, erste Kontakte mit der Schule in der 40 000-Einwohner-Stadt. Im vergangenen Jahr trafen sich die Schulleitungen beider Schulen, um zunächst zu prüfen, ob die gemeinsamen Interessen für einen künftigen Schüleraustausch gegeben sind. Dann ging alles sehr schnell.

Bereits im Mai besuchten 13 polnische Schüler die Ketziner Schule und im Herbst fuhren elf Schüler zum Gegenbesuch nach Nowa Sól. „Mir hat es sehr, sehr gut gefallen. Wir wollen die polnische Kultur kennenlernen, haben dort auch das Museum besucht“, erinnert sich Philipp aus der 9. Klasse. So sieht das Lino gleichfalls und nennt auch noch die „sehr schöne Fahrt auf der Oder“.

Das Nachbarland besser verstehen

Rektorin Ulrike Witschas ist froh über diese Schulpartnerschaft. Die Kultur des Nachbarlandes und die Lebensweise der polnischen Bürger kennenlernen, erfahren, wie sie wirklich denken und auch so einige Vorurteile abbauen, macht für die Schulleiterin das besondere am Schüleraustausch aus. Bei den bisherigen Besuchen wurden die Schüler in Hotels oder Pensionen untergebracht. Übernachtungen bei Gastfamilien, wie bei diesem Schüleraustausch vereinbart, ist für alle neu – und gehört in diesem Jahr schon zur Selbstverständlichkeit, berichtete Winnie-Karen Giera.

Beata Chrostowska ist in Nowa Sól Deutschlehrerin und sagt, dass die Interessen der Schüler beider Länder durchaus ähnlich sind. Bereits nach dem einen Jahr Partnerschaft seien persönliche Freundschaften entstanden. Und Verständigungsschwierigkeiten gäbe es kaum. Die polnischen Schüler lernen in der 7. und 8. Klasse Deutsch als zweite Fremdsprache, nutzen die Übersetzungs-App, kommunizieren auch in Englisch und auch mal mit den Händen.

Unterschiedliche Schulsysteme

Erstaunt war die Rektorin über die vielen Möglichkeiten der polnischen Schüler, Angebote wie Museumsbesuche kostenlos nutzen zu können. Sie habe festgestellt, dass der Staat viel in die Kinder und Jugendlichen investiert, lobte sie. Auch beschäftigten sich die Schüler im Fach Informatik mit Robotik und programmieren kleine Roboter. Das gibt es an deutschen Schulen zwar auch, aber die Baukästen seien dort ständig an der Schule. Das sei hier aus Kostengründen nicht der Fall, ergänzte Winnie-Karen Giera.

Auf eigenen Wunsch haben die Ketziner Schüler an der Partnerschule am Englisch- und am Mathe-Unterricht teilgenommen. Festgestellt haben sie, dass dort etwa die gleichen Anforderungen gestellt werden. Ganz anders sei aber das Schulsystem insgesamt, stellte Ulrike Witschas fest. Die Partnerschule mit ihren rund 800 Schülern erhalte jährlich ein Gesamtbudget zur freien Verfügung.

Gegenbesuch soll im Herbst erfolgen

Die Schule muss damit eigenverantwortlich die Gehälter der Lehrer ebenso finanzieren wie die Investitionen und die Ausgaben für Aktivitäten mit den Schülern. Das bringe viele Vorteile, erhöhe aber auch den organisatorischen Aufwand, beispielsweise für Bauarbeiten an der Schule, sagte Lehrerin Wideta Mac´kowiak. Nun freut sie sich schon auf den Gegenbesuch.

Im Herbst reisen elf Schüler der Ketziner Theodor-Fontane Oberschule zu ihren neuen Freunden in Nowa Sól . „Unsere Schüler sind begeistert von ihren polnischen Freunden. Manche haben ja Polen höchstens vom Polenmarkt gekannt“, sagte Winnie-Karen Giera an der Ketziner Havelpromenade.

Von Wolfgang Balzer

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