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Ketzin Radwandertag mit viel Gegenwind
Lokales Havelland Ketzin Radwandertag mit viel Gegenwind
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16:24 28.04.2019
Der 15. Ketziner Radwandertag führte an blühenden Rapsfeldern vorbei. Quelle: Wolfgang Balzer
Ketzin/Havel

Nieselregen, achteinhalb Grad und eine frische Brise noch bis kurz vor dem Start: So wurden die Radler zum nunmehr bereits 15. Ketziner Radwandertag an der Havelpromenade empfangen. Keine optimalen Bedingungen in diesem Jahr für die Freizeitradler.

Fischerkönigin am Start

„Wir radeln trotzdem“, meinte Renate Donat und Petrus hatte ein Einsehen. Als Fischerkönigin Lisa-Marie Zessin die gut 20 Enthusiasten auf die etwa 20 Kilometer weite Strecke zum Vielfruchthof Domstiftsgut Mötzow bei Brandenburg an der Havel auf die Tour schickte, klarte der Himmel etwas auf.

Bürgermeister radelt mit

„Allen eine erlebnisreiche Fahrt, wir sollten als Gruppe möglichst zusammenbleiben“, so Bürgermeister Bernd Lück, der nach mehrjähriger Unterbrechung auch wieder zum Radwandern auf sein Gefährt stieg.

Teils heftiger Gegenwind begrüßte die Fahrer dann auch noch auf dem Weg nach Roskow. Aber blühende Fliederbüsche am Wegesrand und ein langgezogenes Rapsfeld entschädigten ein wenig für die Mühen am Sonntagvormittag.

Zwischenstopp in Roskow

Am Ortsausgang Roskow mussten die schnelleren Radler dann doch erst mal einen Zwischenstopp einlegen. Passend dazu wiesen ein grün gestrichenes Fahrrad, in Meterhöhe an einem Pfahl befestigt, und dazu eine kleine Radwegekarte auf den weiteren Streckenverlauf in Richtung Mötzow.

Rad als Wegweiser in Roskow Quelle: Wolfgang Balzer

In aller Ruhe packte hier Manfred Massow seine Wasserflasche aus dem Gepäckfach seines dreirädrigen Fahrrades, er war im 82. Lebensjahr der Älteste des Pelotons. Etwa zwölf der bisherigen fünfzehn Radwandertage zu interessanten Zielen in die nähere Umgebung der Havelstadt hat er bereits absolviert. „Kein Problem heute“, lachte er und verweist auf seinen Elektroantrieb. Er fahre viel mit diesem Rad, unter anderem auch bis Rathenow, fügte er hinzu.

Erinnerung an Schmergow

Inzwischen war auch die zweite Gruppe eingetroffen. „Heute bekommt man wenigstens keine Sonnenbrand“, scherzte jemand vor dem Start zur zweiten Etappe. Marianne Marzilger hat an allen 15 Ketziner Radwanderungen teilgenommen. „Alle hatten interessante Ziele, aber am schönste war die zu den Ziegeleistandorten“, meinte sie und erinnerte sich auch an eine der ersten Touren und den Start mit der Fähre über die Havel bei strömenden Regen sowie an den liebvollen Empfang im Nachbarort Schmergow, unter anderem mit Schmalzstullen und sauren Gurken, wegen des Dauerregens an der überdachten Bushaltestelle serviert.

Jede Tour hat Profil

„Jede Tour hatte etwas Schönes zu bieten“, meinte Marianne Marzilger zu ihrer Motivation, immer wieder mitzuradeln. Bis zum Ortsausgang Zachow und ab Roskow nach Brandenburg an der Havel gibt es einen Radweg. „Es ärgert mich auch heute wieder, dass bisher trotz mehrjähriger Bemühungen dieser Radwege-Lückenschluss zwischen beiden Orten nicht gebaut wurde“, sagte Bürgermeister Lück an dieser Stelle.

Nach zwei Stunden am Ziel

Nach knapp zwei Stunden waren alle am historischen Ort in Mötzow. Erstmalig erwähnt wurde das Domstiftsgut im Jahre 1204, erfuhren die Radwanderer bei der Führung. So sei es jedenfalls in den Dokumenten des Doms zu Brandenburg nachzulesen. In den ersten Jahrhunderten des Bestehens wurde es von der Kirche unter der Aufsicht eines Hofmeisters bewirtschaftet. Immerhin wurden laut Aufzeichnungen um 1656 bereits 900 Schafe, 120 Rinder und 100 Schweine gehalten.

Pause mit Hofgastronomie

Am Sonntag konnten die Ketziner Radwanderer während einer Führung die zumeist unter Denkmalschutz stehenden, restaurierten und modernisierten Gebäude besichtigen. So befindet sich heute im ehemaligen Schafstall die Hofgastronomie, die zu einem kräftigenden Mittagessen einlud.

Rund 42 Kilometer strampelten die Radwanderer an diesem kühlen Sonntag. Die anstrengendsten seien aber die in die Götzer Berge gewesen, stimmten Sandra und Anne Hempel überein. Die beiden Töplitzerinnen kommen schon seit vielen Jahren zum Ketziner Radwandertag in die Havelstadt.

Von Wolfgang Balzer

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