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Ketzin Schüler erkunden die Logistik
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10:57 12.04.2019
Die Schüler aus den Oberschulen in Ketzin, Elstal und Nauen lassen sich durch ein Lager der Firma Offergeld führen. Quelle: Vivien Tharun
Wustermark

Seit Jahren wächst die Branche in Brieselang und Wustermark stark. Doch viele Stellen sind noch offen, Mitarbeiter werden dringend gesucht. Und so bietet der alljährliche bundesweite Tag der Logistik eine gute Gelegenheit, um Werbung für diesen Wirtschaftsbereich zu machen.

Diesmal haben sich 60 Schüler von vier Oberschulen für die Rundtour angemeldet: Die Heinz-Sielmann-Oberschule Elstal, die Theodor-Fontane-Oberschule Ketzin, die Hans-Klakow-Oberschule Brieselang und die Graf-von-Arco-Oberschule aus Nauen. Mit zwei Bussen steuern sie gleich mehrere Unternehmen in Wustermark und Ketzin/Havel an, um sich dort über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren.

Schauen, was in den Lagern passiert

Einige der Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren interessieren sich schon für eine ganz bestimmte Ausbildung, andere kommen mit, weil sie noch gar keine Vorstellung davon haben, was sie einmal beruflich machen möchten.

Dustin ist 15 Jahre alt und möchte sich noch orientieren: „Ich bin hier, weil ich wissen möchte, was in den Lagern der Firmen eigentlich passiert.“ Er könne sich durchaus vorstellen, Lastkraftwagenfahrer zu werden und gleich das erste Unternehmen, das er sich ansieht, gefällt ihm.

Gleisanschluss inklusive

Es ist Offergeld-Logistik am Bremer Ring. Das Logistikunternehmen mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Würselen hat den Standort in Wustermark im Jahr 1998 eröffnet und ist eines der wenigen örtlichen Unternehmen mit Gleisanschluss für den Güterverkehr per Zug.

Für Speditionsleiter Daniel Römer ist es das dritte Jahr, in dem er Schüler am Tag der Logistik in den Hallen herumführt. „Wir möchten junge Menschen für Speditionsberufe interessieren und bieten nach einer Ausbildung auch gute Aussichten auf Übernahme“, sagt Römer. Im kaufmännischen Bereich sei noch eine Lehrstelle für dieses Jahr unbesetzt. Seit etwa zwei Jahren sei es schwerer, geeignete Lehrlinge zu finden.

Weiß genau, was er will

Speditionskaufmann ist für den Ketziner Schüler Eric genau der Beruf, den er einmal lernen möchte. Allerdings ist Eric erst 14 Jahre alt und hat noch zwei Jahre Schule vor sich. Er weiß aber schon ganz genau, was er will: „Ich möchte diesen Beruf lernen, um vielleicht einmal die Firma meines Vaters übernehmen zu können.“ Weil er von sich aus Firmen besucht und sich über Praktika informiert hat, hat er am Tag der Logistik nicht mehr viele Fragen zu den Unternehmen.

Neben Offergeld-Logistik stellen sich an diesem Tag noch die Nagel-Group, DHL Freigh, Colossus Logistics, Rossmann Logistik Dienstleistungszentrum, das Rail und Logistics Center Wustermark, HavelPort Berlin und in Ketzin die Hermes Germany und Mosolf Logistics den Schülern vor. Start der Info-Tour ist bei Colossus Logistic. Von dort fahren die beiden Busse in unterschiedlichen Touren die Unternehmen an. Später kommen sie wieder zu Colossus zurück, denn dort können sie sich zum Abschluss des Tages an einem Gabelstapler-Parcours versuchen.

Immer weniger Leistungsbereitschaft

Geschäftsführer Klaus Pietack hofft, etwas Begeisterung für die Logistik bei den jungen Leuten zu wecken. Wie auch andere Unternehmen musste Colossus feststellen, dass seit ungefähr zwei Jahren die Leistungsbereitschaft der Auszubildenden massiv einbricht.

Dabei habe das Unternehmen gute Konditionen. Beispielsweise wird der Lkw-Führerschein bezahlt. „Und Lastwagenfahrer müssen heute viel mehr können und wissen als noch vor 30 Jahren“, sagt Pietack. Der Beruf biete somit deutlich mehr als nur Fahrerei. Das erfuhren einige Schüler erst an diesem Tag.

Eindrücke sammeln

Ralf Pruhs ist Lehrer für WAT (Wirtschaft, Arbeit und Technik) an der Oberschule in Elstal. An seiner Schule gibt es pro Jahrgang ein bis drei Schüler, die nach dem Tag der Logistik bei einem der vorgestellten Unternehmen ins Berufsleben einsteigen. „Es ist dann jedes Mal wieder spannend, den ehemaligen Schülern bei dieser Veranstaltung zu begegnen“, sagt er. Der Tag sei eine gute Möglichkeit für Jugendliche, sich nach Praktika zu erkunden und erste Eindrücke zu sammeln.

Bis vor einigen Jahren hatte das Güterverkehrszentrum (GVZ) die Touren zum Tag der Logistik selbst organisiert. Vor vier Jahren übernahm die Planung die IHK Potsdam zusammen mit der Wirtschaftsförderung Brandenburg. „Wustermark ist ein prägnanter Standort“, weiß Ulrike Waschau, die für die IHK Projekte zwischen Schulen und Wirtschaft koordiniert.

Große Spanne bei den Jobs

Festgestellt habe man, dass Mädchen sich eher für Berufe wie Bürokauffrau interessieren, anstatt für die in der Logistik. „Die meisten denken, damit sei noch viel körperliche Arbeit verbunden“, so Waschau. Dabei sind die zahlreiche Vorgänge voll automatisiert. Die Logistik habe mittlerweile eine ganze Spanne an Jobs zu bieten – vom Kraftfahrer bis zum Büro-Management. „Dafür möchten wir bei jungen Frauen ein Bewusstsein schaffen.“

Von Vivien Tharun

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