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Ketzin Sparkasse schließt drei Filialen im Havelland
Lokales Havelland Ketzin Sparkasse schließt drei Filialen im Havelland
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16:16 03.12.2018
Noch hängt das rote „S“ am Flachbau in der Chaussee in Paaren im Glien. Ende Mai soll die Filiale schließen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Havelland

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse will sparen – und ganz offensichtlich bei den Filialen. Wie das Geldinstitut jetzt bekannt gab, werden die Filialen in drei havelländischen Dörfern geschlossen. Das betrifft Paaren im Glien, Paulinenaue und Tremmen. Zum 31. Mai 2019 soll Schluss sein.

MBS-Sprecher Robert Heiduck erklärt das so: „Wir reagieren damit auf das sich ändernde Kundenverhalten, das geschieht mit Augenmaß.“ Sowohl die Filialbesuche als auch die Nutzung der Geldautomaten sei in den Orten rückläufig, immer mehr Geschäfte würden die Kunden online abwickeln, so Heiduck weiter.

Sparkasse in Tremmen schon zu DDR-Zeiten

Diese Nachricht kurz vor Weihnachten zu bekommen, war wie ein Schock für Tremmens Ortsvorsteher Thoralf Palm. „Das ist extrem bitter, wenn ich nur an die vielen älteren Leute im Dorf denke“, so der Ortsvorsteher.

Zweimal pro Woche ist die MBS-Filiale in der Hauptstraße in Tremmen derzeit geöffnet. „Die Sparkasse gab es in Tremmen schon zu DDR-Zeiten. Wenn jetzt damit Schluss ist, bleibt für viele der 750 Einwohner nur der Weg nach Ketzin/Havel. Oder die Leute wechseln die Bank“, so Palm.

Öffnungszeiten in Paaren zuletzt oft nicht eingehalten

Noch überraschter zeigte sich André Barkowski, Ortsvorsteher von Paaren im Glien. „Dass mit der Sparkasse bei uns etwas passieren wird, war bekannt. Aber wir haben dem Landrat unser Projekt vorgestellt, wonach im Ort eine GmbH gegründet werden soll, die einen Konsum im jetzigen Flachbau an der Chaussee betreiben soll. Das ist aus unterschiedlichen Gründen noch nicht umgesetzt worden, ist aber aktuell. Dabei ist angedacht, dass die Sparkasse im Gebäude integriert wird, dort für einen Tag oder zwei Tage pro Woche öffnen kann.“ Das alles stehe im Widerspruch zur Nachricht der Schließung Ende Mai.

In letzter Zeit hätten immer wieder ältere Paarener vor verschlossener Sparkassentür gestanden. Die Öffnungszeiten zweimal in der Woche seien oft nicht eingehalten worden, habe man ihm erzählt, sagt Barkowski. Die nächste Möglichkeit für die Einwohner des 650-Seelen-Dorfes, Geldgeschäfte zu erledigen, ist in Schönwalde-Glien. Auch Bürgermeister Bodo Oehme wusste bis Montag nichts vom Rückzug der Sparkasse aus Paaren.

Sparkassenbus als Alternative

In Paulinenaue, mit 1300 Einwohnern der größte betroffene Ort, befindet sich die Sparkasse in einem Container. Auch dort ist die Filiale bisher zweimal die Woche geöffnet. „Natürlich ist es schade, wenn die MBS weg ist, weil unsere Leute dann nach Friesack oder Nauen fahren müssen, um Geld zu holen oder einzuzahlen“, sagt Ortsbürgermeister Erhard Hesse. Aber er habe früher oder später mit solch einer Botschaft gerechnet, weil die Tendenz zum Online-Banking auch um Paulinenaue keinen Bogen mache.

Sparkassen-Sprecher Robert Heiduck verwies darauf, dass es in den drei Orten gar keine vollumfängliche Geschäftsstelle mehr gibt, es sich lediglich um Auszahlstellen handeln würde. „Wir werden nach dem 31. Mai 2019 Paulinenaue und Paaren im Glien mit dem Sparkassenbus anfahren, wahrscheinlich einmal pro Woche.“

In Tremmen sei das nicht vorgesehen. „Sollte es in Paaren im Glien noch Veränderungen geben bezüglich dieses Konsumprojektes, werden wir uns das anhören“, so Heiduck. Bereits zum 31. Januar schließt die MBS ihre Filiale in Plaue. Dort sind rund 2000 Privatkunden betroffen.

Von Jens Wegener

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