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Ketzin Ein Dorf kämpft um ein Pfauenpaar
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19:29 16.05.2019
Das Pfauenpaar in Tremmen. Während der Balz schlägt das Männchen sein Rad und präsentiert seinen prächtigen Federfächer. Quelle: privat
Tremmen

Die Schreie von zwei Pfauen gehören längst zum Dorfleben in Tremmen dazu. Genauso wie der Anblick, wenn das Männchen sein buntes Federkleid öffnet. Doch jetzt scheinen die Tage der freilebenden Vögel in Tremmen gezählt, sie sollen eingefangen und in einen kleinen Tierpark gebracht werden. Aber dagegen regt sich Widerstand.

Seit fünf Jahren im Dorf

Vor etwa fünf Jahren sind die beiden Vögel – es handelt sich um ein Pärchen – plötzlich dagewesen, woher sie kamen weiß keiner. „Die Pfauen gehören mittlerweile zu uns. Viele Bürger kümmern sich um sie, auch im Winter“, erzählt Ortsvorsteher Thoralf Palm. Die Tiere hätten nie irgendjemandem etwas getan. Sie würden ihre Eier legen, bekämen Junge, würden diese aufziehen.

Der Lieblingsplatz der Pfauen ist der Zaun am Marlenenhof. Quelle: privat

„Ansonsten sitzen sie meistens auf dem Marlenenhof oder bei Kirche. Die Tremmener wollen ihre Pfauen behalten“, so Palm.

Wie sehr die Dorfbevölkerung an den Vögeln hängt, wurde vor wenigen Tagen deutlich, als sie von einem Vogelexperten eingefangen werden sollten. „Es herrschte Aufregung, viele Leute waren gekommen, um mit dem Mann zu sprechen und das Einfangen zu verhindern“, erzählt der Ortsvorsteher.

Ordnungsamt musste handeln

Das Ketziner Ordnungsamt hatte den Vogelexperten bestellt, denn: „Es liegt die Anzeige eines Bürgers vor, der sich von einem Pfau bedroht fühlt“, erklärt Mitarbeiter Andreas Kinzel. Deshalb sei das Ordnungsamt zum Handeln verpflichtet. Zuvor habe man mit dem Tierheim in Rathenow Kontakt aufgenommen und dort den Namen des Vogelexperten erhalten, so Kinzel. Im Übrigen hätte es in letzter Zeit mehrere Beschwerden aus Tremmen über die Lautstärke und den Kot der Tiere gegeben.

Der Pfau als Publikumsmagnet

Auch der Leiter des Tremmener Dorfmuseums Lothar Lehnhardt kennt das Problem mit dem Kot der Pfauen: „Wenn die Freilichtausstellung des Museums auf dem Marlenenhof ist, dann müssen wir die Hinterlassenschaften der Vögel öfter mal wegmachen. Aber das ist nicht schlimm. Ansonsten sind die Vögel ein Publikumsmagnet. Ich freue mich, dass sie da sind.“

Mehr als 100 Befürworter für sie Tiere auf Facebook

Ähnlich pro Pfauen äußerten sich auf Facebook schon mehr als 100 Leute. So schreibt Kathrin Bialecki: „Was sind das denn für Menschen, die sich über solche Vogelarten beschweren? Das ist doch so schön, wenn in einem Dorf sich solche Vogelarten wohlfühlen.“ Mandy Magnus findet, dass die Tremmener die Vögel gern versorgen und besuchen würden. Sie kann nicht verstehen, warum ein Einzelner die Tiere nicht respektiert?

Auch Nachwuchs hat sich schon eingestellt. Quelle: privat

Und Stefanie Wagenschütz sagt: „Wer mit dem Dorfleben nicht klarkommt, kann ja wieder in die laute Stadt ziehen. Hunde bellen, Katzen miauen und so macht jedes Tier sein eigenes Geräusch. Aber das stört doch keinen.“

Mann hat einen Pfau mit der Hacke gejagt

Nadine Rose, die am Marlenenhof wohnt, hat schon mal eine Beobachtung gemacht: „Ich habe gesehen, wie ein Anwohner einen Pfau mit einer Hacke gejagt hat. Kein Wunder also, wenn der Pfau den Mann verfolgt.“ Ansonsten hätten vor allem die Kita-Kinder viel Freude, wenn sie die Tiere besuchen.

Zu den Pfauen-Liebhabern gehört die Besitzerin des größten Pferdehofes in Tremmen. Petra Bialek hat sich auf der Pfaueninsel in Potsdam erkundigt: „Diese Vögel können sehr gut bei uns leben. Auch im Winter. Und sie lassen sich nur schwer umsetzen, wenn sie sich an ihren Lebenraum gewöhnt haben.“

Weiteres Vorgehen ist unklar

Das Einfangen der beiden Pfauen konnte im ersten Anlauf verhindert werden. Ob es einen erneuten Versuch geben wird, ist unklar. Das Ordnungsamt wolle mit dem Ortsvorsteher Kontakt aufnehmen und über das weitere Vorgehen beraten, so Andreas Kinzel. Für Thoralf Palm jedenfalls steht fest: „Die beiden Pfauen können wir zur Einwohnerzahl dazurechnen.“

Von Jens Wegener

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