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Ketzin Theater in der Scheune
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10:40 24.05.2018
Auf viele Besucher beim Theater in der Paretzer Scheune freuen sich Projektleiterin Kerstin Dorscht und Koordinator Wolfram Scheller. Quelle: Jens Wegener
Paretz

Samstag gibt es Theater in Paretz – professionelles Theater. Und doch ein etwas anderes als in Städten wie Potsdam oder Berlin. Denn der Spielort ist die Dorfscheune. Die Bühne für eines der beiden gezeigten Stücke ist ein Anhänger, der sonst hinter einem Traktor hergezogen wird. Ein klassisches Eintrittsgeld wird nicht verlangt, aber: „Am Ende der Vorstellungen gibt jeder Besucher das, was er für angemessen hält“, erklärt Kerstin Dorscht. Sie ist die Projektleiterin des Theaterfestivals in Brandenburg mit dem Titel „Land in Sicht“, bei dem es bis Ende Juni an insgesamt vier Spielorten in drei Landkreisen mehrere Vorstellungen geben wird. Auftakt ist in der Paretzer Scheune.

Idee von Stifterin Helga Breuninger

Die Idee zum dem Projekt hatte Stifterin Helga Breuninger“, sagt Dorscht. Dahinter stecke die Absicht, mehr Kultur aufs Land zu bringen, den ländlichen Raum dadurch zu beleben und das nicht mit Laienkünstlern, sondern mit Schauspielern, Puppenspielern und Regisseuren, die das hauptberuflich machen.

Dazu habe sich der Theaterring Brandenburg gebildet, bei dem acht Theatergruppen, alle aus dem ländlichen Raum (ohne die Stadt Potsdam), beteiligt sind. „Wir wollen diesen Theatergruppen auch eine größere Bühne geben, sie über ihre spezielle Region hinaus bekannter machen, sie besser vernetzen“, sagt Wolfram Scheller, Koordinator von „Land in Sicht“. Unterstützt wird das Festival von der Stiftung Paretz, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert es zu 70 Prozent.

Die lange Theatertafel

Ein dritter Aspekt steht bei dem Theaterprojekt im Mittelpunkt – es gelte mehr Bürgerteilhabe in den ländlichen Regionen zu schaffen, weiß Kerstin Dorscht und erklärt: „Dazu gehört zu jeder dieser vier Vorstellungstermine eine lange Theatertafel, sozusagen ein Ort der Kommunikation zwischen den Künstlern und den Besuchern. Und das in lockerer Atmosphäre.“

Dörfler und Städter, Künstler und Nicht-Künstler, Alte und Junge, Zugezogene und Alteingesessene sollen sich bei Tischgesprächen und gemeinsamem Essen näherkommen.

Festivaltermine und Spielorte

Auftakt für „Land in Sicht“ ist am 26. Mai in der Paretzer Scheune.

Am 2. Juni geht es weiter im Theater rudolf & voland in Birkwalde (Elbe-Elster).

Am 23. Juni wird gespielt im Haus Quillo in Falkenhagen (Uckermark).

Den Abschluss gibt es am 30. Juni im Uckermärkisches Nationaltheater Kulturgut Metzelthin (Uckermark).

Am Theaterprogramm beteiligte Produktionen sind:

„Die Feuerwehr ist da“ vom Oderbruchpavillon & Theater am Rand;

„Drei Schwestern“ von theater.land (ehemals LehnschulzenHofbühne Viesen);

„Ahoi – Achtern liegt ’ne Leiche“ von rudolf & voland;

„Das Bestiarium der Emotionen“ von flunker produktionen;

Das Kinderstück „Hase & Igel“ von rudolf & voland;

„In The Blink Of An Eye“ vom Ton und Kirschen Wandertheater;

„Regeln des Sommers“ vom Ensemble Quillo;

Das Kinderstück „Betti Kettenhemd“ von flunker produktionen;

„Scheune frei“ vom Uckermärkischen Nationaltheater Kulturgut Metzelthin.

Die Organisatoren nennen es ein „kreatives Speed-Dating mit kulinarischer Note“. Damit das Ganze funktioniert, die Leute sich trauen, aufeinander zuzugehen, moderiert das deutsch-französische Künstlerduo Théâtre Au fil des nuages aus Kirchmöser die lange Tafel.

In Paretz wird sie Samstag im Hof der Scheune um 17.30 Uhr, zwischen den beiden Stücken, aufgebaut. „In den Gesprächen soll es um Liebe, Land und Leute gehen, es ist also praktisch nichts vorgegeben. Alles nach dem Motto: Was Sie schon immer mal von einem Schauspieler oder Regisseur wissen wollten“, so Dorscht.

Zwei Stücke werden aufgeführt

Das Spannende aus Sicht der Organisatoren und Künstler sei, so Wolffram Scheller, „dass keiner weiß, was uns vom Publikum her erwartet. An anderen Spielorten, wo die Theatergruppen einzeln aufgetreten sind, haben die Gäste gedacht, da kommt eine Laiengruppe und macht Sommertheater. Hinterher waren sie überrascht, wie anspruchsvoll manch ein Stück ist.“ Unabhängig von den etwas rustikalen Veranstaltungsorten, denn es wird in ehemaligen Kuhställen, Schweinställen und Scheunen gespielt.

Die Paretzer Scheune werde mit etwa 150 Stühlen versehen. „Wir können bei Bedarf aber auch erweitern“, sagt Kerstin Dorscht. Einen klassischen Kartenverkauf für das Festival gibt es nicht. Man kann beim Theaterring Brandenburg online Plätze reservieren. Selbst wenn es regnen sollte – auf die lange Theatertafel wird auf keinen Fall verzichtet. Die Eröffnung des Festivals erfolgt um 16 Uhr mit Stifterin Helga Breuninger. Um 16.15 Uhr beginnt das Stück „Die Feuerwehr ist da“, nach der langen Tafel ab 17.30 Uhr wird dann um 19.30 Uhr Anton Tschechows Stück „Drei Schwestern“ aufgeführt.

Von Jens Wegener

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