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Ketzin Milchkühe sind Gewohnheitstiere
Lokales Havelland Ketzin Milchkühe sind Gewohnheitstiere
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18:28 29.12.2019
Erst einige Tage auf der Welt sind diese Kälber und manchmal recht verschmust, wie Herdenmanagerin Sandy Schulz feststellen kann. Quelle: Andreas Kaatz
Tremmen

Manche Betriebe schließen ihre Türen über die Feiertage, erst im neuen Jahr wird wieder gearbeitet. Bei der Tremmener Agrar Produkte GmbH geht das jedoch nicht. Die insgesamt rund 530 Kühe hätten etwas dagegen. Sie brauchen regelmäßig ihr Futter, damit sie sich rundum wohlfühlen.

Für die Mitarbeiter ist der Zeitraum über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel deshalb keine einfache Zeit. Das weiß auch Herdenmanagerin Sandy Schulz. „Der Dienstplan steht schon seit Längerem. Wir versuchen, jedem zu Weihnachten wenigstens einen Tag freizugeben“, sagt sie. Gerade wer kleine Kinder hat, legt besonderen Wert darauf.

Um 4 Uhr geht es wieder los

„Ich kann das sehr gut nachvollziehen, auch ich habe ein Kind. Am schwierigsten ist es immer, Neujahr zu planen“, weiß die 31-Jährige. Da geht es – wie auch sonst – schon um 4 Uhr mit der Arbeit los. Da muss gefüttert, müssen rund 250 Kühe gemolken werden. Aber auch die Kälber verlangen ihr Recht. Ständig kann jetzt Nachwuchs auf die Welt kommen. Die Melker müssen immer nach dem Rechten sehen. Und nicht zu vergessen die Reinigung. „Das ist das A und O“, sagt Sandy Schulz.

Doch auch dass bei der Fütterung alles klappt, ist für sie extrem wichtig. Besonderheiten gibt es für die Rinder hierbei zum Jahresende nicht. Wenn die Menschen Gans und Ente verspeisen, bleibt für die Milchkühe sowie Färsen und Kälber alles beim Alten. „Das sind im wahrsten Sinne des Wortes Gewohnheitstiere. Sie wollen jeden Tag das Gleiche haben. Wenn da was durcheinander kommt, dann sind sie verwirrt“, sagt die Herdenmanagerin schmunzelnd.

Wie üblich ein Kraftfuttermix

Und so gab und gibt es für die Tiere keine Überraschung auf dem „Festtagstisch“: Serviert wird eine selbst hergestellte Kraftfuttermischung mit Schrot aus selbst angebautem Getreide. Hinzu kommen Mineralstoffe, damit alles stimmt. Gras- und Maissilage sind ebenfalls im Angebot. Der Fütterer hat eine große Verantwortung. „Wenn mit dem Futter etwas nicht stimmt, dann werden die Kühe krank“, weiß Sandy Schulz.

Zahlen zum Betrieb

Die Tremmener Agrar Produkte GmbH bewirtschaftet derzeit rund 1100 Hektar Flächen. Davon sind etwa 150 Hektar Grünland.

Der Tierbestand umfasst insgesamt 530 Tiere. Dazu gehörten die Milchkühe, Färsen und Kälber. Das Futter stammt überwiegend aus eigenem Anbau.

Gemolken werden derzeit rund 250 Tiere.

Sie selbst ist seit fast sechs Jahren in dem Betrieb, hatte zuvor studiert. „Ich bin eigentlich hier aufgewachsen. Mein Opa war damals Betriebsleiter und hatte mich schon als Kind immer hierher mitgenommen“, sagt sie. „Es war immer mein Traum, hier anzufangen.“

Leistungsfähige Kühe

Nach wie vor ist es eine reizvolle Aufgabe für sie und sie setzt alles daran, dass der Bestand gesund und leistungsfähig ist. So freut sie sich besonders, dass es zwei Kühe gibt, denen in diesem Jahr eine besondere Milchleistung bescheinigt werden konnte. Lotte und Jura brachten es bereits auf jeweils 100 000 Kilogramm Milch.

Im Übrigen war Jura sozusagen mal ein Christkalb, kam am 24. Dezember 2007 auf die Welt. Lotte, die bisher neun Kälber in ihrem Leben geboren hat, ist sogar noch ein halbes Jahr älter. Andere Kühe sind auf dem besten Weg, es ihnen nachzumachen. „Die Kühe sollen so alt wie möglich werden“, sagt Sandy Schulz. „Ich bin stolz darauf, denn das bedeutet, dass der Status für die Gesundheit stimmt.“

Wunsch nach höherem Milchpreis

Die 31-Jährige würde sich allerdings wünschen, dass der Milchpreis höher liegt als bei den derzeitigen rund 30 Cent pro Liter. Mancher Betrieb im Havelland musste die Milchproduktion wegen des niedrigen Preises schon aufgeben.

Das ist in Tremmen keine Option. Doch es bleibt nicht allzu viel Geld übrig, etwa um die Mitarbeiter besser bezahlen zu können. Für Sandy Schulz ist es toll, was diese tagtäglich leisten. „Sie haben auf jeden Fall mehr verdient. Sie stehen bei Kälte und Hitze auf den Beinen und machen ihre Arbeit.“

Von Andreas Kaatz

Er ist Urketziner, war Eisenbahner mit Herzblut und hat jetzt einen besonderen Ehrentag verlebt. Vor 100 Jahren wurde Frank Swirkowski geboren, inzwischen lebt er im Evangelischen Seniorenzentrum „Kurt Bohm“.

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