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Ketzin Kliemsiedlung: Untere Naturschutzbehörde ignoriert Fachgutachten
Lokales Havelland Ketzin Kliemsiedlung: Untere Naturschutzbehörde ignoriert Fachgutachten
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10:21 25.09.2019
Die Zufahrt vom Ziegeleikanal zum Gewässer J in der Kliemsiedlung. Motorboote dürfen dort nicht fahren. Quelle: Wolfgang Balzer
Ketzin/Havel

Die Hoffnung von 40 Motorbootsportlern in der Kliemsiedlung in Ketzin-Brückenkopf war im April dieses Jahres groß, dass auch sie mit ihren Motorbooten die Gewässer vor ihrer Haustür, so die sogenannten Löcher H und J, befahren dürfen. Wurden doch zu dieser Zeit die Kanäle am Pappelhain, an der Schumacherstraße, das Schleiloch und der zu den Löchern H und J führende Ziegeleikanal durch eine Umwidmung zu Landesgewässern und erlangten damit den Status der Schiffbarkeit.

Doch jetzt folgte die große Enttäuschung. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Havelland lehnte einen Antrag der Stadt Ketzin/Havel zur Schiffbarkeit der Löcher H und J ab.

Fachgutachten sagt: keine Bedenken

Und das obwohl extra ein Fachgutachten Naturschutz für die Löcher H und J, also die Gewässer zwischen dem Hecht- und Ukeleiweg und zwischen dem Schlei- und Plötzenweg, angefertigt wurde. Darin heißt es, dass „in der Gesamtheit einer motorisierten Bootsnutzung bei Einhaltung der beschlossenen Maßnahmen (Einhaltung festgelegter Bootsgrößen – die Redaktion) in den Löchern H und J der Kliemsiedlung keine naturschutzfachlichen Belange entgegenstehen“.

Wie am Montag im Ketziner Bauausschuss informiert wurde, liegt nun die Stellungnahme der UNB vor, die für die rund 40 Anlieger unverständlich ist.

BI-Sprecher ist enttäuscht

Nach einer Information von Thomas Witkowski, Betroffener und langjähriger Vorsitzender der Bürgerinitiative zur Schiffbarkeit der Gewässer am Brückenkopf, heißt es in dem Papier der kreislichen Behörde, dass „einer vollständigen Schiffbarkeit für keine der beiden Flächen zugestimmt wird, jeweils teilweise mit Auflagen“. Dazu gehören unter anderem am Loch H Rückbau der vorhandenen Stege und eine Sammelsteganlage an der Zufahrt zum Ziegeleikanal (Scheidgraben) und am Südufer des Gewässers J im Übergangsbereich zum Ziegeleikanal (Scheidgraben) gleichfalls eine Sammelsteganlage. Witkowski: „Der Landkreis legt uns erneut Steine in den Weg. Die UNB widerspricht dem Fachgutachten Naturschutz und verkompliziert damit die Situation“. Die Begründung vom Landkreis sei an den Haaren herbeigezogen und könne so nicht akzeptiert werden, fügte er hinzu. Witkowski hat sich diesbezüglich inzwischen an den Petitionsausschuss des Landtages gewandt.

Petitionsausschuss des Landtages wurde informiert

Die Natur sei heute so schützenswert, weil die Anlieger sich in den vergangenen Jahrzehnten entsprechend verhalten hätten, argumentierte die Paretzerin Evelin Sens. Stadtverordneter Jürgen Tschirch (SPD) unterstützte diese Meinung. In den letzten fast 100 Jahren sei trotz Nutzung der Gewässer, auch mit Motorbooten, die Natur in diesem Bereich nicht geschädigt worden. Wie Bürgermeister Bernd Lück (FDP) ankündigte, werde die Stadt zunächst nichts unternehmen bis die Entscheidung des Petitionsausschusses vorliege, auf Anforderung auch eine Stellungnahme anfertigen. Im Übrigen unterstütze er die Einschaltung des Petitionsausschusses.

Von Wolfgang Balzer

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