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Ketzin Weihnachtsbäume flogen durch die Luft
Lokales Havelland Ketzin Weihnachtsbäume flogen durch die Luft
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15:55 21.01.2019
Jeder hatte so seine eigene Methode, um den Weihnachtsbaum so weit wie möglich zu werfen.
Jeder hatte so seine eigene Methode, um den Weihnachtsbaum so weit wie möglich zu werfen. Quelle: Wolfgang Balzer
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Zachow

Manche versuchten es mit Hüftschwung, andere von oben herab und weitere mit Mehrfachdrehung. Etwas spektakulär sah es schon aus, wie die einstigen Schmuckstücke aus den Wohnzimmern plötzlich mehrere Meter in einem abgesteckten Parcours durch die Luft wirbelten. „Wir wollen mal was anderes machen, als unsere Weihnachtsbäume einfach nur zu verbrennen“, erzählte Zachows Ortsvorsteherin Nancy Lorbiecki.

An die 60 Zachower waren gekommen, um sich an dem kleinen Spektakel zu beteiligen oder nur mal wieder ein Schwätzchen zu machen. „Man trifft sich hier am Dorfmittelpunkt und hat Spaß dabei“, sagte Axel Streithorst, der zu den letzten Strahlen der Nachmittagssonne gerade seinen Weihnachtsbaum zum Festplatz am Dorfgemeinschaftshaus gekarrt hatte. 20 Teilnehmer versuchten sich bei dem außergewöhnlichen sportlichen Spektakel, drei Durchgänge waren angesagt.

Kommentare von den Zuschauern

Langsam zog die Kälte über den Platz. So war der Glühwein gefragt, und so manche Bratwurst – frisch vom Grill – ging über den Tisch. Hans-Joachim Hermann hatte unter Beifall gerade die sechs Meter gemeistert. „Man kennt sich. Es ist doch schön hier so in der Gemeinschaft“, sagte er. Da lief bereits der dritte Durchgang.

„Der wirft sich jetzt schon besser, sind doch kaum noch Nadeln dran“, so ein Kommentar aus der Zuschauerreihe. „Weit war es nicht, aber die Haltung war gut“, gab es „Lob“ für eine Werferin.

Rekord-Wurf

Alles sah nach einem Stechen aus. Zweimal sieben Meter waren im Wurfprotokoll der Ortsvorsteherin registriert. Dann ein Raunen: Robert Dinse hatte das gut 1,5 Meter hohe Gewächs, übrigens waren noch so gut wie alle Nadeln an der Nordmanntanne, auf acht Meter gewuchtet. Rekord beim ersten Zachower Weihnachtsbaumweitwurf.

„Hätte ich nicht gedacht“, staunte er angesichts seiner Steigerung von vier auf sieben und auch noch auf die acht Meter. Schließlich lud Ortsvorsteherin Nancy Lorbiecki zur Siegerehrung. Dazu hatte sie sich eine kleine Überraschung als Siegprämie ausgedacht: Dem Gewinner winkte ein Gutschein eines Baumarktes für einen Weihnachtsbaum.

Humorvolle Sieger

Familie Dinse nahm die Siegprämie mit Humor entgegen. „Für einen Weihnachtsbaum reicht es auf jeden Fall, bleibt sogar noch ein wenig übrig“, scherzte Robert Dinse angesichts des Preises für den Baum des vergangenen Jahres.

Langsam loderten die Flammen höher, die restlichen Bäume wärmten und so war man sich einig: Im nächsten Jahr soll es den zweiten Weihnachtsbaumweitwurf geben. Dann aber jeweils einen für Männer und für Frauen, lauteten die ersten Vorschläge für den Ablauf. Darüber hinaus könnte es aber auch einen Extrawettbewerb für die Kinder geben.

Von Wolfgang Balzer