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Havelland Kita-Eltern wollen nicht draufzahlen
Lokales Havelland Kita-Eltern wollen nicht draufzahlen
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15:38 28.02.2018
In Nauen wird über die Kosten fürs Kita-Essen diskutiert. Quelle: E. Kugler
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Nauen

Zahlreiche Eltern in der kommunalen Kita „8. März“ in Nauen sind derzeit verärgert. Statt weniger müssen sie ab Januar ein paar Monate lang für das Essen ihres Nachwuchses mehr bezahlen als bisher, wenn die Kinder weiterhin eine Mittagsmahlzeit bekommen sollen. Die Rede ist von 3,05 Euro pro Tag, die das Mittagessen kostet. 60 Cent mehr als bisher.

Mit der neuen Kita-Satzung, die nun doch nicht – wie geplant – zum 1. Januar in Kraft treten konnte, war vorgesehen, dass die Eltern künftig nur noch pauschal 1,80 Euro pro Mittag bezahlen. Frühstück und Vesper sind bereits in den neuen Gebühren kalkuliert. Beides muss nun bis März noch extra bezahlt werden.

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„Die Stadt hängt hinterher und wir werden jetzt dafür bestraft“, beklagt Stephanie Giese vom Kita-Ausschuss. Wie sie betont, hätte die Stadt schon im vorigen Jahr die neue gesetzliche Regelung umsetzen müssen, wonach es Aufgabe des Kita-Trägers ist – in diesem Falle der Stadt Nauen –, einen Vertrag mit einem Caterer für alle Kitas abzuschließen. Das sollte nun zum 1. Januar nachgeholt werden. Ab diesem Zeitpunkt hätte alles, was an Kosten über die Pauschale von 1,80 Euro hinaus geht, von der Stadt aufgebracht werden müssen.

Dies soll auch so kommen, aber etwas später – voraussichtlich zum 1. April. Um möglichen Klagen zuvor zu kommen, will die Kommune aber erst den Satzungsentwurf rechtlich anpassen. Denn zuletzt gab es neue Urteile zu dem Thema und es sind neue Richtlinien zur Erarbeitung von Kita-Satzungen erschienen.

Wegen der nötigen Anpassung wurde der für den 4. Dezember geplante Stadtverordnetenbeschluss zur Satzung ausgesetzt. Dies hatte zur Folge, dass die Regelung zum Essen wieder offen war, auch wenn bereits ein neuer Caterer für alle städtischen Kitas bestimmt ist. „Wir haben daraufhin die bisherigen Caterer angefragt, ob sie die Versorgung bis Ende März fortsetzen“, sagt die kommissarische Sachgebietsleiterin Friederike Harnisch. Bis auf den von der Kita „8. März“ hätten alle zugestimmt. Für diese Kita übernimmt nun der künftige Caterer Sodexo die Versorgung. „Ich verstehe, dass die Eltern nicht glücklich sind. Wir sind aber froh, dass wir einen Caterer gefunden haben, der eingesprungen ist.“

Für Stephanie Giese ist das Thema damit aber nicht vom Tisch. Sie möchte, dass die Stadt den Differenzbetrag zu den 1,80 Euro übernimmt. „Wir wollen als Eltern nicht draufzahlen.“ Sie wird erst einmal keinen Vertrag für ihre drei Kinder abschließen und weiß von zehn Eltern, die es genauso machen wollen.

Von Andreas Kaatz