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Havelland Kita-Leiterin nimmt nach 30 Jahren ihren Hut
Lokales Havelland Kita-Leiterin nimmt nach 30 Jahren ihren Hut
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18:25 07.11.2017
Eigentlich steht sie lieber im Hintergrund: Elke Dartsch mit den Kita-Kindern und Kerstin Gebhardt.
Eigentlich steht sie lieber im Hintergrund: Elke Dartsch mit den Kita-Kindern und Kerstin Gebhardt. Quelle: Christin Schmidt
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Göttlin

Manchmal ist es einfach an der Zeit für einen Neustart. Nicht, weil es schlecht läuft, sondern weil sich ein Perspektivenwechsel durchaus lohnen kann. Einen solchen Wechsel hat nun die langjährige Leiterin der Kita Spatzennest in Göttlin gewagt. Elke Dartsch hat sich von der Einrichtung, die sie selbst als Kind besuchte und die sie 28 Jahre leitete, verabschiedet.

Am 1. November wechselte sie von der städtischen Kita in eine Einrichtung des Landkreises Havelland, wo sie sich als Erzieherin um junge Auszubildende kümmert. Kurz zuvor hatten ihre Familie, zahlreiche Freunde, Kollegen, Wegbegleiter, Kinder, Eltern und Großeltern eine große Überraschungsparty im Göttliner Gemeindezentrum veranstaltet. Sogar Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Die Linke) kam vorbei und brachte Elke Dartsch ein Ständchen. Und auch Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger nutzte die Gelegenheit, um sich für die Zusammenarbeit und das außergewöhnliche Engagement zu bedanken, mit dem Elke Dartsch ihren Job über so viele Jahre ausübte.

170 Kinder auf das Leben vorbereitet

Seit 1953 toben auf dem Gelände in der Göttliner Dorfstraße 19 Mädchen und Jungen umher. Von 1967 bis 1970 besuchte auch Elke Dartsch die Einrichtung. „Am liebsten habe ich auf der Schaukel gesessen“, erinnert sie sich. Dass sie einmal als Leiterin zurückkehren würde, konnte sie damals nicht ahnen.

1980 ließ sie sich an der Fachschule für Kindergärtnerinnen in Luckenwalde ausbilden, zwei Jahre später begann sie in der Kita in der Rathenower Puschkinstraße ihre Erzieher-Laufbahn. Im September 1989 übernahm die Ur-Göttlinerin dann die Leitung im Spatzennest.

Seither kümmerte sich Elke Dartsch mit Herzblut um den Nachwuchs. Es dürften rund 170 Kinder sein, die sie in all den Jahren auf das Leben vorbereitet hat. Zweimal kämpfte sie sogar gegen eine drohende Schließung der Einrichtung.

Zum Abschied ein großes Versprechen

Viele Westhavelländer verbinden aber nicht nur das Spatzennest mit Elke Dartsch, sondern vor allem auch das Projekt „Kinder der halben Sonne“, das sie 2012 gemeinsam mit ihren Kolleginnen ins Leben rief und das Menschen rund um den Globus begeistert.

Auch an der Gründung des Fördervereins Spatzennest war Elke Dartsch maßgeblich beteiligt, als Vereinsmitglied initiierte sie zudem Projekte wie „Mit Musik um die Welt“ mit.

„Ich bin allen, die mich in den 28 Jahren begleiteten haben, unheimlich dankbar und ich verspreche, ich bin nicht weg. Ich bleibe dem Förderverein treu, das entstandene Netzwerk mit Schulen und Kitas bleibt bestehen. Wir werden auch weiterhin gemeinsam Ideen umsetzen“, verspricht Dartsch.

Nun widmet sie sich aber erst einmal ihrer neuen Aufgabe. Im März will sie nach Gambia fliegen, um die Zusammenarbeit mit Kerstin Gebhardt und dem Verein „Hand in Hand“ fortzusetzen. Ihre nächste Hilfsaktion folgt bestimmt.

Von Christin Schmidt